Die Förderung der Wärmepumpe

Entscheiden sich Hausbesitzer für das Heizen mit Umweltwärme, können sie von der attraktiven Förderung der Wärmepumpe profitieren. Denn dank ihrer sauberen Heiztechnik und ihres wirtschaftspolitisch immens großen Potenzials gibt es zahlreiche finanzielle Kaufanreize vom Staat. Die zwei wichtigsten Förderer sind dabei das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
 

BAFA-Förderung der Wärmepumpe

Die Förderung der Wärmepumpe vom BAFA ist eine wesentliche Maßnahme der Bundesregierung, mit der sie das Heizen mit erneuerbaren Energien so attraktiv wie möglich gestalten möchte. Unter dem Oberbegriff “Marktanreizprogramm” sind aktuell mehrere Förderprogramme verfügbar. Konkret haben Anlagenbesitzer Anspruch auf finanzielle Unterstützung, wenn sie die Wärmepumpe bis einschließlich 100 Kilowatt Nennwärmeleistung zu folgenden Zwecken nutzen:

  • Warmwasserbereitung und Raumheizung von Gebäuden
  • Ausschließliche Raumbeheizung von Gebäuden, wenn die Warmwasserbereitung zu einem wesentlichen Teil durch andere erneuerbare Energien erfolgt
  • Ausschließliche Raumbeheizung von Nicht-Wohngebäuden
  • Bereitstellung von Prozesswärme und Wärme für Wärmenetze

Weitere grundlegende Anforderungen sind der Einbau eines Wärmemengen- und eines Stromzählers, die Anpassung der Heizkurve an das betreffende Gebäude sowie die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs.

Basis-, Innovations- und Zusatzförderungen

Die Fördermittel sind in Basis-, Innovations- und Zusatzförderung aufgeteilt, wobei die Basisförderung nur für Anlagen im Gebäudebestand verfügbar ist. Außerdem sind die technischen Anforderungen an Geräte, die in Neubauten zum Einsatz kommen, höher. Ein entscheidendes Anforderungskriterium ist dabei die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Anlage. Sie ist eine Kennzahl für die Effizienz einer Wärmepumpe. Die JAZ ist eine dimensionslose Kennziffer, die alle innerhalb eines Jahres zu- und abgeführten Energiemengen einer Wärmepumpe miteinander ins Verhältnis setzt. Als Nachweis ist die Berechnung der JAZ nach VDI 4650 Teil 1 im Antragsverfahren notwendig.

Darüberhinaus wird die Effizienz einer Wärmepumpe mit der Leistungszahl, dem Coefficient of Performance (COP), angegeben. Der COP steht für das Verhältnis von eingesetzter Antriebsenergie zu erzeugter Nutzwärme unter genormten Bedingungen. Er stellt allerdings nur eine Momentaufnahme dar.

Besitzer einer Luft-Wasser-Wärmepumpe erhalten mindestens 1.300 Euro, wenn die Berechnung der JAZ für die Anlage mindestens 3,5 ergibt und die Anlage selbst eine maximale Nennwärmeleistung von 32,5 Kilowatt hat. Ist die Wärmepumpe leistungsgeregelt, beträgt die Summe 1.500 Euro, sofern die Leistung nicht größer als 37,5 Kilowatt ist. Erzielen dieselben Geräte in der Anlage eine größere JAZ als 4,5, können Anlagenbesitzer die Innovationsförderung in Anspruch nehmen. In dem Fall betragen die Summen 1.950 und 2.250 Euro.

Besondere Anforderungen bei Sole-Wasser-Wärmepumpen

Höhere Fördersummen erhalten Besitzer einer Sole-Wasser-Wärmepumpe. Wird die Wärme mittels Kollektoren aus dem Erdreich gewonnen, beträgt die Fördersumme 4.000 Euro. Kommen statt Kollektoren Erdsonden zum Einsatz, erhöht sich der Betrag auf 4.500 Euro. In beiden Fällen muss die Sole-Wasser-Wärmepumpe eine JAZ von mindestens 3,8 aufweisen. Zusätzlich dazu verlangt das BAFA den Nachweis, dass bei der Verwendung von Erdsonden die Bohrfirma nach den Qualitätsanforderungen der Technischen Regel DVGWW120-2 zertifiziert ist. Darüber hinaus müssen Anlagenbesitzer eine verschuldensunabhängige Versicherung zur Abdeckung bohrungsbedingter Sachschäden abschließen.

Maßnahme

Basisförderung

Innovations-förderung

Innovations-förderung

Wärmepumpen (WP) bis 100 kW

Gebäudebestand

Gebäudebestand

Neubau

Luft-Wasser-WP (Leistungsgeregelt) - JAZ: ≥ 3,5

40 €/kW bzw. 1.500 € je Anlage (bis 37,5 kW)

60 €/kW bzw. 2.250 € je Anlage (bis 37,5 kW)

40 €/kW bzw. 1.500 € je Anlage (bis 37,5 kW)

Luft-Wasser-WP (Sonstiges) - JAZ: ≥ 3,5

40 €/kW bzw. 1.300 € je Anlage (bis 32,5 kW)

60 €/kW bzw. 1.950 € je Anlage (bis 32,5 kW)

40 €/kW bzw. 1.300 € je Anlage (bis 32,5 kW)

Sole-Wasser-WP (mit Erdsonde) - JAZ: ≥ 3,8 (in Nichtwohngebäude: ≥ 4,0)

100 €/kW bzw. 4.500 € je Anlage (bis 45 kW)

100 €/kW bzw. 6.750 € je Anlage (bis 45 kW)

100 €/kW bzw. 4.500 € je Anlage (bis 45 kW)

Sole-Wasser-WP (Sonstiges) - JAZ: ≥ 3,8 (in Nichtwohngebäude: ≥ 4,0)

100 €/kW bzw. 4.000 € je Anlage (bis 40 kW)

100 €/kW bzw. 6.000 € je Anlage (bis 40 kW)

100 €/kW bzw. 4.000 € je Anlage (bis 40 kW)

 

Neben den Basis- und Innovationsförderungen unterstützt das BAFA auch Maßnahmen, die die Ökobilanz noch weiter verbessern. Dabei gibt es unter anderem 500 Euro, wenn Hausbesitzer ihre Wärmepumpen um eine Solarthermie- oder Biomasseanlage erweitern. 500 Euro gibt es auch dann, wenn die Wärmepumpe die Anforderungen eines intelligenten Stromnetzes (Smart Grid – SG) erfüllt. Die finanziell höchste Fördersumme erhalten Hausbesitzer, wenn das Gebäude die Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 55 erfüllt. Hierfür kann ein Gebäudeeffizienzbonus von 50 Prozent der Basisförderung gewährt werden.

Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) für Modernisierung im Gebäudebestand

Zusätzlich zu den Fördermitteln aus dem Marktanreizprogramm bietet das BAFA Besitzern älterer Heizungsanlagen eine weitere finanzielle Unterstützung an. Sie erhalten einen Bonus von 20 Prozent auf den bereits gewährten Zuschuss. Weitere 600 Euro gibt es für die Verbesserung der Energieeffizienz des Heizungssystems. Um diese zusätzlichen Fördermittel zu erhalten, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Es muss sich um ein bestehendes Gebäude gem. MAP-Richtlinie vom 11.03.2015 handeln und die Maßnahme muss der Heizungsunterstützung dienen.
  • Die alte Heizungsanlage wird auf Basis fossiler Energien betrieben, nutzt keine Brennwerttechnik und es liegt keine gesetzliche Austauschpflicht (§10 EnEV) vor.
  • Grundförderung nach der gültigen MAP-Richtlinie (Basis-/Innovations- plus Zusatzförderung)
  • Der MAP-Optimierungsbonus ist mit dem Zusatzbonus Heizungspaket nicht kumulierbar.
  • Optimierung des Heizungssystems: Diese setzt eine Bestandsaufnahme und Analyse des Ist-Zustands, die Durchführung des hydraulischen Abgleichs und Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz am Heizungssystem (z. B. Optimierung der Heizkurve, Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung, Einsatz von Einzelraumreglern) voraus.

Um Fördermittel zu erhalten, müssen Förderanträge vor Beginn der Maßnahme dem BAFA vorliegen. Bis zum 31.12.2017 gilt jedoch eine Übergangsregelung. Demnach können Anträge für die Basisförderung bis zu neun Monaten nach Inbetriebnahme der Anlage eingereicht werden.
 

KfW-Förderung der Wärmepumpe

Weitere Fördermittel vom Staat gibt es in Form von Tilgungszuschüssen und zinsgünstigen Krediten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Dabei sind zwei Förderprogramme für Wärmepumpenbesitzer interessant: Das Programm 153 „Energieeffizient Bauen“ und das Programm 176 „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungszuschuss“. Die beiden sind mit der BAFA-Förderung kombinierbar und reduzieren die Anschaffungskosten auf ein Minimum. Konkret erhalten Anlagenbesitzer zinsgünstige Darlehen von bis zu 50.000 Euro pro Einheit und einen Tilgungszuschuss von bis zu 15.000 Euro. Die Anträge sind noch vor dem Kauf bzw. vor den Baumaßnahmen bei der Hausbank zu stellen.
 

Weitere Förderungen der Wärmepumpe

In einigen Fällen bieten auch einzelne Bundesländer, Stadtwerke und Energieversorger Förderprogramme an, die allerdings finanziell und zeitlich sehr begrenzt sind. Um die bestmögliche Unterstützung zu erhalten, ist es ratsam, einen Fachmann vor Ort zu kontaktieren. Er kennt die laufenden Förderprogramme und sorgt mit dafür, dass die Anträge korrekt und vollständig eingereicht werden.


Förderung

*Hinweis zur Fördermittelabfrage

Die über die Online-Anfrage veröffentlichten Informationen und Angaben sind mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Fehlerfreiheit und Vollständigkeit der Angaben kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein maßgeblich sind die jeweils gültigen Gesetze, Verordnungen und Richtlinien - rechtsverbindliche Angaben erhalten Sie bei den jeweils genannten Institutionen.

Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. Ausnahmen können sich aus gesetzlichen Regelungen ergeben wie z.B. für die Einspeisevergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz und das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz.

Bewilligungen werden im Übrigen ausschließlich im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel von der jeweiligen Bewilligungsstelle erteilt.

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