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Lüftungsanlage – Komfort & Schutz der Bausubstanz

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Bild: © Suriya KK / Shutterstock.com

Eine Lüftungsanlage dient in erster Linie dem notwendigen Luftwechsel in den Wohnräumen. Das ist aus verschiedenen Gründen notwendig: Zum einen soll dadurch die Luftqualität stets aufrechterhalten und zum anderen der Komfort erhöht werden. Schließlich ist die Luftqualität auch ein Gradmesser für Lebensqualität. Neben dem gesundheitlichen Aspekt hat die Lüftung noch einen weiteren wichtigen Hintergrund. Im Alltagsleben entsteht auf unterschiedliche Weise Feuchtigkeit im Gebäude. Diese muss abgeführt werden, um Feuchteschäden und Schimmelbildung vorzubeugen.

Gesetzliche Vorschriften für die Lüftung in Gebäuden

Strengere Vorschriften für den Neubau von Häusern und Wohnungen haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Wohngebäude hinsichtlich Energieeinsparung und Effizienz deutliche Fortschritte gemacht haben. Benötigt ein Bestandsbau noch durchschnittlich über 200 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter für den Jahresenergiebedarf, sind es bei Neubauten weniger als ein Drittel. Der Jahresenergiebedarf bezeichnet die Heizenergie, die bereitgestellt werden muss, unter Berücksichtigung der Verluste, die durch Transmission und Lüftung entstehen.

Konkret fordert das Gebäudeenergiegesetz (GEG), dass die Hülle eines neu erbauten Gebäudes dauerhaft luftundurchlässig sein muss. Eine natürliche Lüftung über undichte Türspalten und Fensterfugen, wie es im Bestandsbau üblich ist, findet in Neubauten nicht mehr statt. Jedoch muss der für Gesundheit und Bautenschutz erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt sein. Das kann durch die Erstellung eines Lüftungskonzeptes nach DIN 1946-6 einfach nachgewiesen werden. Auch Besitzer von Bestandsbauten müssen ein Konzept zur Lüftung vorlegen, wenn sie bei der Sanierung:

  • eines Mehrfamilienhauses mehr als ein Drittel der Fenster austauschen.
  • eines Einfamilienhauses mehr als ein Drittel der Fenster austauschen oder mehr als ein Drittel des Daches abdichten.

Die Viessmann Lüftungsanlagen erfüllen in dieser Hinsicht alle Anforderungen nach DIN 1946-6 „Lüftung von Wohnungen“.

Die Funktionsweise der Wohnraumlüftung erklärt

Primär unterscheiden Experten zwischen der natürlichen und der mechanischen oder kontrollierten Wohnraumlüftung (KWL). Die Fensterlüftung zählt unter den natürlichen beziehungsweise freien Lüftungstechniken zu der bekanntesten und ältesten Form. Daneben gibt es noch die Fugenlüftung, die Dachaufsatzlüftung sowie die Schachtlüftung. Der Lüftungsvorgang wird durch natürliche Kräfte wie die Druckunterschiede zwischen der Innen- und Außenluft, den thermischen Auftrieb und nicht zuletzt durch den Wind ermöglicht. In vielen Gebäuden reicht die natürliche Lüftungstechnik aber nicht aus, um den Feuchteschutz zu gewährleisten.

An dieser Stelle kommt die mechanische Lüftungstechnik zum Einsatz, die unabhängig von äußeren Einflüssen und von Nutzern arbeitet. In diesem Zusammenhang sind vier Begrifflichkeiten zu erläutern, die bei der Funktion eine wichtige Rolle spielen:

  • Außenluft: Hiermit ist die frische Außenluft gemeint, die zum Gerät strömt bzw. angesaugt wird.
  • Zuluft: Nachdem die Außenluft das Gerät durchströmt hat, wird sie an die Räume weitergeleitet, was als Zuluft bezeichnet wird.
  • Abluft: Dies meint die Luftmenge, die sich im Raum befindet und die beim Lüftungsvorgang zum Gerät strömt bzw. aktiv angesaugt wird.
  • Fortluft: Sobald die Abluft das Lüftungsgerät durchströmt und es ins Freie geschafft hat, wird sie als Fortluft bezeichnet.

Bei der kontrollierten Wohnraumlüftung wird allgemein zwischen zentralen und dezentralen Systemen unterschieden. Je nach Einsatzgebiet haben beide Systeme ihre jeweiligen Vorzüge. Beide sind in der Lage, Wärme zurückzugewinnen und den Lüftungswärmebedarf dadurch deutlich zu senken. Eine grundsätzliche Unterscheidung der Lüftungssysteme liegt im jeweiligen Aufbau. Welches Lüftungssystem letztlich zu welchem Gebäude optimal passt, lässt sich durch eine Fachberatung herausfinden. 

Wie funktioniert die zentrale Lüftungsanlage?

Bei der zentralen Wohnungslüftung versorgt ein einziges Gerät die Räume mit Frischluft. Dazu wird ein zentrales Lüftungsgerät in die Wand oder in die Decke installiert. Über ein angeschlossenes Luftverteilsystem, das in der Regel im Fußboden- oder Deckenaufbau verborgen ist, erfolgt die Lüftung. In der einfachsten Bauart verfügt eine solche Lüftungsanlage lediglich über ein Abluftsystem, das die verbrauchte Luft nach außen abführt. Frischluft gelangt nur auf passivem Wege über undichte Gebäudehüllen, Türschlitze, Fensterfugen oder Außenluftdurchlässe in das Haus.

Alternativ gelangt auf der einen Seite die Zuluft in die Zulufträume (Wohn-, Kinder- oder Schlafzimmer), auf der anderen Seite wird die Abluft aus den Ablufträumen (Küche, Bad oder WC) abgesaugt. Zentrale Systeme kommen überwiegend im Neubau zum Einsatz, da ein höherer Planungsaufwand erforderlich ist. Aber auch der Einsatz in einem Altbau ist möglich. So kann die Anlage im Zuge einer Modernisierung zum Beispiel in einer abgehängten Decke untergebracht werden. 

Wie funktioniert die dezentrale Lüftungsanlage?

Im Unterschied zu einer zentralen Anlage versorgt nicht ein einzelnes Gerät die komplette Wohneinheit. Stattdessen kommen mehrere Lüftungsgeräte zum Einsatz, die einzelne Räume mit Frischluft versorgen. Die Geräte werden in der Regel direkt in die Außenwand der zu versorgenden Räume installiert. Eine Verlegung der Luftleitungen ist nicht notwendig. Daher eignen sich dezentrale Systeme besonders für die Modernisierung, weil dafür nur eine Kernbohrung in der Außenwand und eine Stromzuführung notwendig sind. Die dezentrale Wohnungslüftung kann aber auch in einem Neubau installiert werden. Diese Option ist für Mehrfamilienhäuser (nur bestimmte Räume) oder in Einliegerwohnungen besonders interessant. 

Je nach Bauart wird zwischen kontinuierlichem Betrieb und Betrieb im Gegentakt unterschieden. Eine Lüftungsanlage mit Gegentaktbetrieb arbeitet abwechselnd im Abluft- oder Zuluftbetrieb. Für die Montage einer solchen Anlage sind zwei Geräte mit zwei Wanddurchbrüchen erforderlich. Beide Geräte korrespondieren über einen gemeinsamen Regler. Bei Anlagen mit kontinuierlichem Betrieb laufen beide Luftströme ohne Unterbrechung über ein Gerät. Für die Installation einer solchen Anlage ist lediglich ein Wanddurchbruch bzw. eine Kernbohrung erforderlich.

Ausführliche Informationen zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der zentralen und dezentralen Lüftungstechnik finden sich im Abschnitt Vergleich von zentraler und dezentraler Wohnraumlüftung.

Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung  

Eine besondere Technik der kontrollierten Wohnraumlüftung stellt die Wärmerückgewinnung dar. Ob bei einem zentralen oder dezentralen System: Ein eingebauter Wärmetauscher entzieht der bereits aufgewärmten Abluft Wärme und überträgt sie auf die von außen hereinströmende, meist kältere Außenluft. Die Außenluft muss weniger aufgewärmt werden, damit sinkt der Lüftungswärmebedarf des Gebäudes deutlich. 

Das Herzstück einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist der Wärmetauscher. Bei zentralen Lüftungsgeräten der Marke Viessmann werden Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher eingesetzt. Diese sind so aufgebaut, dass die Ab- und Zuluft – durch eine Vielzahl an Polymerschichten voneinander getrennt – aneinander vorbeiströmen. Eine Vermischung beider Luftvolumenströme findet nicht statt und es wird nur die Wärme übertragen. Für viele Hausbesitzer, die sich eine zentrale Wohnraumlüftung kaufen wollen, ist diese Funktion durchaus sehr wichtig.

Der Enthalpie-Wärmetauscher ist ein Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher, der neben der Wärme auch noch die Feuchtigkeit aus der Abluft zurückgewinnen kann. Das geschieht mithilfe einer halbdurchlässigen Membran. Diese Membran lässt nur Feuchtigkeit und Wärme durch, Gerüche und Schmutz werden hingegen zurückgehalten. Der Einsatz eines Enthalpie-Wärmetauschers ist vor allem im Winter nützlich, da die Außenluft relativ trocken ist.

Welche Vorteile hat die kontrollierte Wohnraumlüftung?

Unabhängig von den im Gebäudeenergiegesetz festgehaltenen baulichen Vorschriften für Wohnräume sind die Vorteile der Wohnraumlüftung sehr zahlreich.

Für eine konstant hohe Luftqualität muss in allen Räumen die komplette Luft alle zwei bis drei Stunden ausgetauscht werden. Wie bereits erwähnt, kann dies in Neubauten und modernisierten Gebäuden aufgrund der dichten Gebäudehülle nicht mehr auf natürliche Weise geschehen. Über eine Fensterlüftung lässt sich der notwendige Luftwechsel gerade bei Abwesenheit der Nutzer nicht gewährleisten. Eine mechanische Wohnraumlüftung ist hingegen in der Lage, die Räume zu jedem Zeitpunkt des Tages mit ausreichend Frischluft zu versorgen – und das nutzerunabhängig.

Die klassische Fensterlüftung gilt als ineffizient, erst recht bei falscher Anwendung. Viele Menschen neigen dazu, die Fenster gekippt zu lassen in dem Glauben, die Wärme werde dadurch nicht aus dem Raum entweichen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die warme Raumluft entweicht unkontrolliert aus dem Fenster. Dadurch entstehen höhere Heizkosten. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung liefert genauso viel Frischluft wie erforderlich und gewinnt darüber hinaus wertvolle Heizenergie zurück.

Eine unterschätzte Gefahr bei der falschen Wohnraumbelüftung betrifft die mangelnde Abfuhr der Luftfeuchtigkeit. Im Laufe eines Tages werden mehrere Liter Wasser in Form von Wasserdampf an die Raumluft abgegeben. In einem 4-Personenhaushalt sind es täglich bis zu 15 Liter, die durch Kochen, Duschen, Wäsche trocknen oder Blumen gießen entstehen. Dadurch steigt die relative Luftfeuchtigkeit. Wird diese nicht abgeführt, kann die Feuchtigkeit an Wandoberflächen auskondensieren und damit zu Schimmelbildung führen – im schlimmsten Fall zu Schäden an der Bausubstanz. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung führt die Feuchtigkeit nutzerunabhängig ab und sorgt somit für den Schutz der Bausubstanz und die Sicherung des Werterhalts der Immobilie.

Die Grafik zeigt einen Herd, eine Dusche, eine Waschmaschine und eine Pflanze, um zu verdeutlichen, wodurch und wie viel Wasserdampf entsteht, der von der Lüftungsanlage abgeführt werden muss.

Zu den weiteren Vorteilen der Lüftung zählt auch die Tatsache, dass in den Lüftungsanlagen Filter eingebaut sind. Diese schützen zum einen vor Verunreinigungen, zum anderen filtern sie Partikel aus der Außenluft und schützen so die Bewohner. Für Allergiker sind Pollenfilter erhältlich.

Eine Zu- und Abluftanlage bringt frische Außenluft in die Zulufträume und saugt zugleich verbrauchte Luft aus den Ablufträumen ab. Neben dem konstanten Luftwechsel gelangen so unangenehme Gerüche aus den Ablufträumen nicht in die Wohnbereiche.

Einer der weiteren Vorteile der kontrollierten Wohnungslüftung wird besonders in Wohnungen deutlich, die sich neben einer viel befahrenen Straße befinden und deshalb stark von Lärm und Schmutz betroffen sind. Bleiben die Fenster geschlossen, sinkt der Geräuschpegel. Außenluft gelangt durch die Filter gesäubert in die Räume.

Bei der natürlichen Lüftung müssen die Fenster offenbleiben. Aber auch dann, wenn sie nur gekippt sind, besteht ein deutlich höheres Einbruchrisiko. Mit einer Wohnraumlüftungsanlage wird dieses Risiko deutlich reduziert. Die Fenster können geschlossen bleiben. Eine richtig installierte und einregulierte Lüftungsanlage vermeidet zudem Zuglufterscheinungen.

20 Prozent Förderung für zentrale und dezentrale Lüftung

Da der Einsatz eines Lüftungssystems auch die Umwelt schont, fördert der Staat die Technik mit Fördermitteln in Höhe von 20 Prozent der Kosten. Sind die technischen Mindestanforderungen erfüllt, werden folgende Maßnahmen gefördert: 

  • Einbau, Austausch oder Optimierung von Lüftungsanlagen in Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden, inklusive Wärme- / Kälterückgewinnung.

Tipp: Lassen Sie die Förderfähigkeit gern vom FörderProfi überprüfen. Unser FörderProfi hilft Ihnen auch bei der Antragstellung und beim Einreichen aller notwendigen Unterlagen.

FAQ zur kontrollierten Wohnungslüftung

Die häufigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema haben wir im Ratgeber Wohnraumlüftung für Sie zusammengetragen.

Das Gebäudeenergiegesetz verbietet die natürliche Belüftung wie das Fensterlüften nicht. In der Praxis zeigt der Einsatz von Lüftungsanlagen jedoch, dass das händische Lüften nicht mehr notwendig ist. Wer zwischendurch eine frische Brise spüren möchte, darf die Fenster selbstverständlich jederzeit öffnen.

Je nachdem, an welchem Ort das Lüftungsgerät installiert ist und wo die Luftauslässe platziert sind, können bei Lüftungsanlagen Geräusche entstehen. Die Geräuschbildung wird aber durch eine richtige Planung und Einregulierung der Wohnungslüftung deutlich verringert. Dafür sorgen auch eingebaute strömungs- und schalloptimierte Komponenten. Ebenso erhältlich sind Schalldämpfer, die in die einzelnen Luftleitungen eingebaut werden können. Eine zentrale Wohnraumlüftung ist in der Regel etwas leiser als eine dezentrale Anlage. Sie ist deswegen aber nicht automatisch besser. 

Da die Außenluft nicht frei von Staub und Verunreinigungen ist, verfügen alle Viessmann Lüftungen über eingebaute Außenluftfilter. Je nach Einsatzbereich kommen Filter unterschiedlicher Klassifikationen zum Einsatz. In der Regel sind es entweder Grobfilter oder Feinfilter. Letztere werden auch als Pollenfilter bezeichnet. Um das Luftverteilsystem auf der Abluftseite zu schützen, werden in die Ventile in Bad, Küche und WC sogenannte Abluftfilter eingesetzt. Diese verhindern zuverlässig, dass Schmutzablagerungen in das Lüftungsgerät und Luftverteilsystem gelangen. Die Lüftungsgeräte besitzen eine Filterwechselanzeige, die einen notwendigen Filterwechsel anzeigt. Im Bedarfsfall kann das Luftverteilsystem auch gereinigt werden. 

In einem energetisch effizienten Haus strömt Frischluft kaum noch auf passivem Wege herein. Lüftungsanlagen sind so konzipiert, dass sie dauerhaft nur soviel Luft wie nötig in das Gebäude bringen. Deshalb sollte eine Lüftungsanlage 24 Stunden am Tag laufen. Bei Abwesenheit der Bewohner kann die Anlage aber auch auf einer reduzierten Stufe betrieben werden.

Downloads und Links zur Viessmann Wohnraumlüftung

In der untenstehenden Broschüre finden Sie alles Wissenswerte zum Thema Wohnungslüftung. Erfahren Sie mehr über die Besonderheiten und den Funktionsumfang von zentralen und dezentralen Wohnungslüftungs-Systemen. Auf den letzten Seiten finden Sie die technischen Daten einzelner Geräte übersichtlich und verständlich zusammengefasst.

Entspricht das jeweilige Gerät den Anforderungen für den Einsatz in einem Wohnhaus? Wie groß sind die Einstellbereiche der Luftvolumenströme, und welche Energieeffizienzklasse hat das Gerät? Finden Sie in den folgenden Datenblättern die für Sie relevanten Informationen zu den jeweiligen Produkten.   

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