Die Förderung der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Luft-Wasser-Wärmepumpen finden immer häufiger Verwendung. Neben der vielfältigen Aufstellmöglichkeit überzeugt diese Variante vor allem durch ihre kostengünstige Anschaffung. Auch die Förderung der Luft-Wasser-Wärmepumpe lässt sich verhältnismäßig leicht realisieren.

Das wichtigste Kriterium für eine staatliche Förderung ist die Effizienz in Form der Jahresarbeitszahl (JAZ). Diese muss bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mindestens 3,5 betragen. Um diese zu berechnen, ist der Coefficient of Performance, kurz COP, notwendig. Dieser ist das augenblickliche Verhältnis von erzeugter Nutzwärme und investierter Antriebsenergie. Für die Ermittlung der JAZ müssen alle innerhalb eines Jahres aufgetretenen COPs addiert und durch zwölf dividiert werden. Die JAZ ist sozusagen die durchschnittliche Summe der jährlichen COPs. Geht es um die Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), dann muss die JAZ nach der VDI-Richtlinie 4650 berechnet werden. Es handelt sich dabei um ein technisches Prognoseverfahren, das auf dem COP der Wärmepumpe und verschiedenen Anlagenparametern basiert.
 

BAFA-Förderung der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Geht es um die Förderung für Luft-Wasser-Wärmepumpen, ist das BAFA die erste Anlaufstelle. Unter dem Oberbegriff "Heizen mit Erneuerbaren Energien" wird die Installation umweltfreundlicher Heizsysteme gefördert. Dazu gehören auch Luft-Wasser-Wärmepumpen von Viessmann. Die Fördermittel gibt es sowohl für den Gebäudebestand als auch für Neubauten.

Um sie zu erhalten, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt werden. So darf beispielsweise die Nenn-Wärmeleistung der Wärmepumpe maximal 100 Kilowatt betragen. Außerdem sind jeweils ein Wärmemengen- und ein Stromzähler einzubauen. Die Anpassung der Heizkurve an das betreffende Gebäude und die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs werden ebenfalls vorausgesetzt. Des Weiteren sind Anlagenbesitzer nur dann förderberechtigt, wenn sie die Luft-Wasser-Wärmepumpe zu folgenden Zwecken nutzen:

  • Warmwasserbereitung und Raumheizung von Gebäuden
  • Ausschließlicher Raumbeheizung von Gebäuden (die Warmwasserbereitung muss nicht mehr ausschließlich durch andere erneuerbare Energien erfolgen)
  • Bereitstellung von Prozesswärme und Wärme für Wärmenetze

Fördersätze statt Zuschüsse

Die Aufteilung in Basis-, Innovations- und Zusatzförderung ist zum Jahresende 2019 ausgelaufen. An ihrer Stelle ist nun ein vereinheitlichtes System mit Prozentsätzen eingeführt worden. Das bedeutet, Antragsteller erhalten keine konkreten Zahlen, sondern einen maximalen Fördersatz in Prozent. Betragen die förderfähige Investitionskosten beispielsweise 10.000 Euro, erhalten sie bei einem Fördersatz von 35 Prozent 3.500 Euro Zuschuss. Der Fördersatz erhöht sich um 10 Prozentpunkte, wenn die einzubauende Wärmepumpe eine bestehende Ölheizung ersetzt.

BAFA-Fördersätze und Voraussetzungen für Luft-Wasser-Wärmepumpen 

Maßnahme

Austausch sonstige Heizung

Austausch Ölheizung

Neubau

Wärmepumpen (WP) bis 100 kW

Gebäudebestand

Gebäudebestand

Neubau

Luft-Wasser-WP (Leistungsgeregelt)

35 % bei JAZ: ≥ 3,5

45 % bei JAZ: ≥ 3,5

35 % bei JAZ: ≥ 4,5

Luft-Wasser-WP (Sonstiges)

35 % bei JAZ: ≥ 3,5

45 % bei JAZ: ≥ 3,5

35 % bei JAZ: ≥ 4,5

Anlagen mit mehr als 100 Kilowatt Nennwärmeleistung werden seit 2020 auch gefördert. Auf der BAFA-Website heißt es dazu: “Sofern die zu fördernde Anlage nicht gelistet ist, muss unter Wärmepumpenart „Sonderbauform“ und anschließend bei Hersteller „Sonstiges und Sonderbauformen“ und bei der Typbezeichnung „Individuell“ ausgewählt werden.

Fördermittel für den Einsatz in Neubauten gibt es zudem nur, wenn:  

  • Ein Qualitätscheck der Wärmepumpenanlage nach einem Betriebsjahr vertraglich nachgewiesen wird
  • Als Wärmeverteilsystem Flächenheizungen zum Einsatz kommen 
Nähere Informationen dazu gibt es auf der Webseite des BAFA.


BAFA-Förderung für Wärmepumpen mit anderen Heizsystemen

Bis auf die Austauschprämie für eine Ölheizung von zehn Prozentpunkten gibt es seit 2020 keine weiteren Bonusprogramme für Luft-Wasser-Wärmepumpen. Wer beispielsweise seine Wärmepumpe zusammen mit einer Solarthermieanlage in Betrieb nehmen lässt, wird nicht zusätzlich gefördert. Er entlastet aber dadurch die Umwelt deutlich und leistet damit einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. 

Wärmepumpe als Hybridheizung

Die obengenannte Kombination Luft-Wasser-Wärmepumpe + Solarthermieanlage fällt nach aktueller Auslegung unter die Kategorie EE-Hybridheizung. Die Investition einer solchen Anlage wird mit bis zu 35 Prozent gefördert. Wichtig ist, dass beide Systeme die technischen Voraussetzungen erfüllen müssen.

Wird die neue Luft-Wasser-Wärmepumpe hingegen mit einer bestehenden Gasheizung betrieben, fällt sie unter die Kategorie Gas-Hybridheizung. Für den Betrieb dieser Hybridlösung gibt es maximal 30 Prozent Zuschuss. Wichtig ist, dass die Wärmepumpe in dieser Kombination mindestens 25 Prozent der gesamten Heizlast des versorgten Gebäudes übernimmt. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Seite "Förderung der Hybridheizung". 

Förderung für Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Lüftungssystem

Wer seine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht mit einem klassischen Heizsystem, sondern mit einer kontrollierten Lüftungsanlage einbauen lässt, hat ebenfalls Anspruch auf Fördergelder vom Staat. Die Kosten für die komplette Lüftungsanlage werden zu denen der Wärmepumpe dazugerechnet. Auf die Gesamtsumme gibt es wiederum bis zu 45 Prozent Förderung. Auch hier müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören unter anderem: 

  • Beide Systeme müssen in den BAFA-Förderlisten aufgelistet sein
  • Beide Systeme sind regelungstechnisch miteinander verbunden
  • Das Lüftungssystem arbeitet zentral und mit Wärmerückgewinnung

BAFA-Förderantrag für Luft-Wasser-Wärmepumpen richtig stellen

Förderanträge sind immer vor Beginn der Maßnahme und ausschließlich über das elektronische Antragsformular an das BAFA zu übermitteln. Für vorher beantragte Maßnahmen oder bereits bewilligte Anträge gelten die Bestimmungen der Förderrichtlinie vom 11.03.2015. Um sicherzugehen, dass das Geld auch wirklich ankommt, ist es ratsam, die Arbeit einem Experten zu überlassen. Einer von ihnen ist der FörderProfi. Er kennt sich mit der Förderlandschaft bestens aus und sorgt dafür, dass die Anträge ordnungsgemäß und an die richtige Adresse gestellt werden. Ausführliche Informationen dazu unter Viessmann Fördergarantie


KfW-Förderung der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die KfW hat ihre Förderstrategie mit dem Jahreswechsel komplett überarbeitet und die Heizungsförderung in Form von Einzelmaßnahmen abgeschafft. Lediglich Optimierungsmaßnahmen an bestehenden Anlagen werden weiterhin gefördert. Das dazugehörige Förderprogramm heißt KfW 430, der Fördersatz beträgt 20 Prozent (maximal 10.000 Euro pro Wohneinheit). Daneben gibt es noch zwei KfW-Programme, die mit denen vom BAFA kumulierbar sind:

  • Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit (167)
  • Energieeffizientes Bauen (153) 

Weitere Förderungen der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Neben dem Staat unterstützen auch einzelne Bundesländer, Stadtwerke, Kommunen und Energieversorger den Betrieb einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die Förderprogramme sind allerdings finanziell und zeitlich meist begrenzt. Damit die Erfolgschancen hoch bleiben, ist es ratsam, einen Fachmann vor Ort zu kontaktieren, der beim Ausfüllen des Antrags unterstützt.