Holzheizsysteme bis zu 1.250 kW

Als Holzheizsysteme werden große Holzkessel mit einer Nenn-Wärmeleistung von mehr als 150 kW bezeichnet. Sie versorgen meist größere Gebäude oder ganze Ortschaften über ein Nahwärmenetz. Im Vergleich dazu hat ein kompakter Pelletkessel, der ein typisches Einfamilienhaus mit Wärme versorgt, eine Nenn-Wärmeleistung von 2,4 kW bis 48 kW.

Aufbau und Funktion eines Holzheizsystems

Ein Holzheizsystem zeichnet sich durch ihre flexiblen Einsatzmöglichkeiten aus. So kann sie nicht nur einen Brennstoff, sondern wahlweise unterschiedliche Brennhölzer nutzen. Der Aufbau und die Funktion variieren je nach primärem Verwendungszweck. In der Regel ist ein Holzheizsystem für die Verbrennung von Holzhackschnitzeln und Holzpellets und somit für einen vollautomatischen Betrieb optimiert.

Alle Holzheizsysteme von Viessmann verfügen über effiziente, sichere Verbrennungstechnik und erzielen mit jedem Brennstoff Wirkungsgrade von über 90 Prozent. Möglich machen das unter anderem geregelte Primär- und Sekundärluftzufuhr, Verbrennungsüberwachung durch Lambdasonden und Abgastemperatursensoren und ein automatischer Zündvorgang.

Die Brennstoffe

Holzheizsysteme, die Holzpellets oder Holzhackschnitzel nutzen, bieten Anlagenbesitzern den höchsten Bedienkomfort. Dabei handelt es sich um Holzreste, die zunächst aufbereitet und anschließend zusammengepresst (Pellets) oder zerkleinert (Hackschnitzel) wurden. Dank ihrer kleinen Form lassen sie sich entweder mechanisch mit einer Förderschnecke oder, im kleineren Leistungsbereich, pneumatisch mit einem Vakuumsaugsystem vom Lager zum Heizkessel transportieren. Im Leistungsbereich der Holzheizsysteme wird der Brennstoff üblicherweise über ein Schneckensystem vom Lager zum Heizkessel transportiert.

Unterschiede des Brennstoffs berücksichtigen

Hackschitzel werden in unterschiedlicher Aufbereitungsform angeboten. Mit dem Zerkleinerungsgrad und Wassergehalt im Brennstoff ändern sich die Verbrennungseigenschaften der Hackschnitzel. Bei einem höheren Wassergehalt sinkt die Energiedichte und damit das nötige Lagervolumen bei gleichem Energieinhalt.

Weitere ausführliche Informationen zu Pellets, Scheitholz und Co. liefert der Abschnitt Brennstoff Biomasse.

Ein Blick in einen grün bewachsenen Wald symbolisiert den Brennstoff für ein Holzheizsystem

Heizen mit Holz – der natürlichste Brennstoff der Welt

Die Brennstofflagerung

Planen Anlagenbesitzer einen vollautomatischen Betrieb mit dem Holzheizsystem, erreichen sie das nur mit den Brennstoffen Holzpellets und Holzhackschnitzel. Beide benötigen ein Lager, dessen Größe von vielen Faktoren abhängt. Dazu zählen der Heizbedarf und der vorhandene Platz. Infrage kommen dabei ein trockener Raum, Tanks aus Kunststoff oder Stahl sowie eine Zisterne zur unterirdischen Lagerung.

Die Austragungstechnik, um den Brennstoff aus dem Lager zu transportieren, wird in der Regel für die Anlage und die Brennstofflogistik individuell geplant. So kommen beispielsweise verschiedene Rührwerke, Trogschnecken und auch Schubböden zum Einsatz.

Entfernung zwischen Lagerraum und Straße beachten

Bei der Lagerung von Holzpellets ist es wichtig, dass die Entfernung vom Lagersystem zur Straße nicht mehr als 30 Meter betragen sollte. Andernfalls lässt es sich nicht mit einem Silofahrzeug betanken.

Bei Hackschnitzeln hat die Brennstofflogistik, die Aufbereitungsstufe des Brennstoffs und das Lastverhalten des Versorgungsobjektes einen hohen Einfluss.

Bei der Brennstofflagerung gilt es darauf zu achten, dass das Holz nicht feucht werden darf. Denn Feuchtigkeit wirkt sich negativ auf die Brenneigenschaft von Brennholz aus.

Die Fördertechnik beim vollautomatischen Betrieb

Damit die Holzpellets und Holzhackschnitzel ohne Zutun der Anlagenbesitzer zum Heizkessel gelangen, benötigen sie eine Förderanlage. In der Praxis kommt die Förderschnecke im höheren Leistungsbereich am häufigsten zum Einsatz.

Die Fördertechnik wird in der Regel individuell für den Anwendungsfall geplant, um die optimale Anlage für die Gegebenheiten vor Ort und den Einsatzzweck zu bieten.

Förderschnecken sind robust und günstig

Förderschnecken ähneln einem Bohrer. Indem sie rotieren, transportieren sie die Hackschnitzel oder die Pellets vom Lagerraum zum Heizkessel. Sie werden in der Regel am Boden verlegt und sind konstruktionsbedingt starr. Im Vergleich zu Saugsystemen sind sie günstiger in der Anschaffung. Durch ihre langsam drehenden Antriebe sind Förderschnecken geräuscharm. Mehrere Förderschnecken können kombiniert werden, um längere Distanzen überbrücken zu können.