Die Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe

Die Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe ist ein wichtiger Punkt beim Kauf einer solchen Anlage. Denn sie erleichtert den Einstieg in eine sehr saubere und zukunftsweisende Technologie. Möchten Hausbesitzer diese finanziellen Anreize wahrnehmen, gibt es in erster Linie zwei Institutionen, an die sie sich wenden können: das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
 

BAFA-Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe

Um die Investitionskosten auf ein Minimum zu reduzieren, können Hausbesitzer verschiedene Förderprogramme miteinander kombinieren. Das in diesem Fall wichtigste Programm kommt vom BAFA und heißt "Heizen mit Erneuerbaren Energien". Um die Fördergelder zu erhalten, sind im Vorfeld bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Dazu gehört unter anderem, dass die Nenn-Wärmeleistung bis einschließlich 100 kW betragen darf. Außerdem erhalten Anlagenbesitzer die finanzielle Unterstützung nur, wenn sie die Wärmepumpe zu folgenden Zwecken nutzen:

  • Warmwasserbereitung und Raumheizung von Gebäuden
  • Ausschließlicher Raumbeheizung von Gebäuden (die Warmwasserbereitung muss nicht mehr ausschließlich durch andere erneuerbare Energien erfolgen)
  • Bereitstellung von Prozesswärme und Wärme für Wärmenetze

Des Weiteren sind der Einbau eines Wärmemengen- und eines Stromzählers, die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs sowie die Anpassung der Heizkurve an das betreffende Gebäude Pflicht.

Förderprogramme für Sole-Wasser-Wärmepumpen vereinheitlicht

Bis Ende 2019 war die Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe auf drei Säulen verteilt: Basisförderung, Innovations- und Zusatzförderung. Mit dem Jahreswechsel 2019/2020 wurden alle drei Säulen zusammengelegt. Darüber hinaus wird die mögliche Fördersumme nur noch in Fördersätzen anstatt Zahlen angegeben. So wird die Installation einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit bis zu 35 Prozent der Kosten gefördert. Betragen die Investitionskosten beispielsweise 10.000 Euro, gibt es vom BAFA 3.500 Euro Zuschuss. Wird im Rahmen der Installation zudem eine Ölheizung ersetzt, steigt der Fördersatz um zehn Punkte auf 45 Prozent bzw. 4.500 Euro. Damit Anlagenbesitzer von der Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe profitieren können, muss die Anlage selbst einige technische Mindestkriterien erfüllen. Eines davon betrifft die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ.

JAZ als wichtiges Kriterium für die Förderung

Vereinfacht gesagt gibt die JAZ die Effizienz einer Wärmepumpe an. Um sie zu ermitteln, ist der sogenannte Coefficient of Performance (COP) nötig. Dieser drückt das augenblickliche Verhältnis von erzeugter Nutzwärme zu eingesetzter Antriebsenergie in Zahlen aus. Da dieser Wert nicht konstant ist, lässt sich die JAZ nur ermitteln, indem die Summe aller innerhalb eines Jahres aufgetretenen COPs durch zwölf dividiert wird. Je nach Wärmequelle und Heizsystem erreicht die JAZ einen Wert von bis zu 5,0. Das bedeutet, die Wärmepumpe kann aus einem Kilowatt Strom fünf Kilowatt Heizenergie erzeugen. Für die Förderung wird die JAZ nach der VDI-Richtlinie 4650 berechnet. Sie ist ein Prognoseverfahren, basierend auf dem COP der Wärmepumpe und verschiedenen Anlagenparametern.

Besondere Anforderungen an Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdsonden

Grundsätzlich profitieren Anlagenbesitzer von einer höheren Effizienz, wenn sie sich für den Betrieb einer Sole-Wasser-Wärmepumpe entscheiden. Allerdings sind auch die Anforderungen höher. So muss die Anlage eine JAZ von mindestens 3,8 aufweisen, um förderberechtigt zu sein. Im Neubau muss die JAZ sogar 4,5 betragen. Außerdem müssen Anlagenbesitzer darauf achten, dass die ausführende Bohrfirma nach den Qualitätsanforderungen der technischen Regel DVGWW120-2 zertifiziert ist. Hierfür und für den Abschluss einer “verschuldensunabhängigen Versicherung zur Abdeckung bohrungsbedingter Sachschäden” verlangt das BAFA einen Nachweis. Für die Verlegung von Erdkollektoren gibt es keine besonderen Anforderungen.

BAFA-Fördersätze und Voraussetzungen für Sole-Wasser-Wärmepumpen 

Maßnahme

Austausch sonstige Heizung

Austausch Ölheizung

Neubau

Wärmepumpen (WP) bis 100 kW

Gebäudebestand

Gebäudebestand

Neubau

Sole-Wasser-WP (mit Erdsonde) 

35 % bei JAZ: ≥ 3,8

45 % bei JAZ: ≥ 3,8

35 % bei JAZ: ≥ 4,5

Sole-Wasser-WP (Sonstiges) 

35 % bei JAZ: ≥ 3,8

45 % bei JAZ: ≥ 3,8

35 % bei JAZ: ≥ 4,5

Anlagen mit mehr als 100 Kilowatt Nennwärmeleistung werden seit 2020 auch gefördert. Auf der BAFA-Website heißt es dazu: “Sofern die zu fördernde Anlage nicht gelistet ist, muss unter Wärmepumpenart „Sonderbauform“ und anschließend bei Hersteller „Sonstiges und Sonderbauformen“ und bei der Typbezeichnung „Individuell“ ausgewählt werden.

Fördermittel für den Einsatz in Neubauten gibt es zudem nur, wenn:

  • Ein Qualitätscheck der Wärmepumpenanlage nach einem Betriebsjahr vertraglich nachgewiesen wird
  • Als Wärmeverteilsystem Flächenheizungen zum Einsatz kommen
Nähere Informationen dazu gibt es auf der Webseite des BAFA.


BAFA-Förderung für Wärmepumpen mit anderen Systemen

Durch den Wegfall der bisherigen Fördersäulen gibt es von staatlicher Seite keine weiteren Bonusprogramme für Sole-Wasser-Wärmepumpen mehr. Wer beispielsweise seine Wärmepumpe mit einer Holzheizung in Betrieb nehmen lässt, wird nicht zusätzlich gefördert. Der Fördersatz von 35 Prozent bzw. 45 Prozent bleibt weiterhin erhalten. Sollte die neue Sole-Wasser-Wärmepumpe eine bestehende Gasheizung unterstützen, fällt sie unter die Kategorie Gas-Hybridheizung. Für den Betrieb dieser Hybridlösung gibt es maximal 30 Prozent Zuschuss. Wichtig ist, dass die Wärmepumpe in dieser Kombination mindestens 25 Prozent der gesamten Heizlast des versorgten Gebäudes übernimmt. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Seite "Förderung der Hybridheizung". 

Die BAFA-Fördermittel sind immer vor Beginn der Maßnahme ausschließlich über das elektronische Antragsformular zu beantragen. Für vorher beantragte Maßnahmen oder bereits bewilligte Anträge gelten die Bestimmungen der Förderrichtlinie vom 11.03.2015.


KfW-Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe

Die KfW hat ihre Förderstrategie mit dem Jahreswechsel komplett überarbeitet und die Heizungsförderung in Form von Einzelmaßnahmen abgeschafft. Lediglich Optimierungsmaßnahmen an bestehenden Anlagen werden weiterhin gefördert. Das dazugehörige Förderprogramm heißt KfW 430, der Fördersatz beträgt 20 Prozent (maximal 10.000 Euro pro Wohneinheit). Daneben gibt es noch zwei KfW-Programme, die mit denen vom BAFA kumulierbar sind:

  • Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit (167)
  • Energieeffizientes Bauen (153) 

Wer unabhängig von der Heizungsanlage sein bestehendes Haus zu einem KfW-Effizienzhaus umbauen lässt, profitiert weiterhin von zahlreichen Programmen. So sind die Tilgungszuschüsse für diverse Kredite um bis zu 12,5 Prozent gestiegen. Das wiederum reduziert die zurück zu zahlende Summe erheblich. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Website der KfW

Förderungen der Wärmepumpe auf Landesebene

In einigen Fällen können sich Anlagenbesitzer auch direkt an die einzelnen Bundesländer, Stadtwerke und Energieversorger wenden. Die Förderprogramme sind allerdings finanziell und zeitlich sehr begrenzt. Um die passende Förderung zu erhalten, ist es ratsam, einen Fachmann vor Ort zu kontaktieren. Er kennt die laufenden Förderprogramme und hilft auch dabei, die Anträge korrekt und vollständig ausfüllen.