Die Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe

Die Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe ist ein wichtiger Punkt beim Kauf einer solchen Anlage. Denn sie erleichtert den Einstieg in eine sehr saubere und zukunftsweisende Technologie. Möchten Hausbesitzer diese finanziellen Anreize wahrnehmen, gibt es in erster Linie zwei Institutionen, an die sie sich wenden können: das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
 

BAFA-Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe

Um die Investitionskosten auf ein Minimum zu reduzieren, können Hausbesitzer verschiedene Fördermittel in Anspruch nehmen. Neben dem sogenannten Marktanreizprogramm gibt es noch das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE). In allen Fällen sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Dazu gehört unter anderem, dass die Nenn-Wärmeleistung bis einschließlich 100 kW betragen darf. Außerdem erhalten Anlagenbesitzer die finanzielle Unterstützung nur, wenn sie die Wärmepumpe zu folgenden Zwecken nutzen:

  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung von Gebäuden
  • ausschließliche Raumbeheizung von Gebäuden, wenn die Warmwasserbereitung zu einem wesentlichen Teil durch andere erneuerbare Energien erfolgt
  • ausschließliche Raumbeheizung von Nichtgebäuden
  • Bereitstellung von Prozesswärme und Wärme für Wärmenetze

Des Weiteren sind der Einbau eines Wärmemengen- und eines Stromzählers, die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs sowie die Anpassung der Heizkurve an das betreffende Gebäude Pflicht.

Marktanreizprogramm besteht aus Basis-, Innovations- und Zusatzförderungen

Das Marktanreizprogramm ist in drei Säulen aufgeteilt: Die erste Säule bildet die Basisförderung. Hier gibt es bis zu 4.500 Euro für Anlagenbesitzer – allerdings nur, wenn die Wärmepumpe in einem Gebäudebestand zum Einsatz kommt. Die beiden anderen Säulen bilden die Innovations- und Zusatzförderungen. Sie sind auch für Anlagenbesitzer zugelassen, die ihre Erdwärmepumpen in einem Neubau verwenden möchten. Damit Anlagenbesitzer von der Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe profitieren können, muss die Anlage selbst technisch einige Mindestkriterien erfüllen. Eines davon betrifft die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ.

JAZ als wichtiges Kriterium für die Förderung

Vereinfacht gesagt gibt die JAZ die Effizienz einer Wärmepumpe an. Um sie zu ermitteln, ist der sogenannte Coefficient of Performance (COP) nötig. Dieser steht für das augenblickliche Verhältnis von erzeugter Nutzwärme zu eingesetzter Antriebsenergie. Da dieser Wert nicht konstant ist, lässt sich die JAZ nur ermitteln, indem die Summe aller innerhalb eines Jahres aufgetretenen COPs durch zwölf dividiert wird. Je nach Wärmequelle und Heizsystem erreicht die JAZ einen Wert von bis zu 5,0. Das bedeutet, die Wärmepumpe kann aus einem Kilowatt Strom fünf Kilowatt Heizenergie erzeugen. Für die Förderung wird die JAZ nach der VDI-Richtlinie 4650 berechnet. Sie ist ein Prognoseverfahren, basierend auf auf dem COP der Wärmepumpe und verschiedenen Anlagenparameter.

Besondere Anforderungen an Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdsonden

Grundsätzlich erhalten Anlagenbesitzer höhere Fördersummen, wenn sie sich für den Betrieb einer Sole-Wasser-Wärmepumpe entscheiden. Allerdings sind auch die Anforderungen höher. So muss die Anlage eine JAZ von mindestens 3,8 aufweisen, um förderberechtigt zu sein. Außerdem müssen Anlagenbesitzer darauf achten, dass die ausführende Bohrfirma nach den Qualitätsanforderungen der technischen Regel DVGWW120-2 zertifiziert ist. Hierfür und für den Abschluss einer “verschuldensunabhängigen Versicherung zur Abdeckung bohrungsbedingter Sachschäden” verlangt das BAFA einen Nachweis.


Förderübersicht Wärmepumpe bis einschließlich 100 kW Nennwärmeleistung (Basisförderung und Innovationsförderung)

Maßnahme

Basisförderung

Innovations-förderung

Innovations-förderung

Wärmepumpen (WP) bis 100 kW

Gebäudebestand

Gebäudebestand

Neubau

Sole-Wasser-WP (mit Erdsonde) - JAZ: ≥ 3,8 (in Nichtwohngebäude: ≥ 4,0)

100 €/kW bzw. 4.500 € je Anlage (bis 45 kW)

100 €/kW bzw. 6.750 € je Anlage (bis 45 kW)

100 €/kW bzw. 4.500 € je Anlage (bis 45 kW)

Sole-Wasser-WP (Sonstiges) - JAZ: ≥ 3,8 (in Nichtwohngebäude: ≥ 4,0)

100 €/kW bzw. 4.000 € je Anlage (bis 40 kW)

100 €/kW bzw. 6.000 € je Anlage (bis 40 kW)

100 €/kW bzw. 4.000 € je Anlage (bis 40 kW)

Die vollständige Tabelle kann auf der Webseite des BAFA heruntergeladen werden.



Zusatzförderung der Sole-Wasser-Wärmepumpen

Über die Basis- und Innovationsförderungen hinaus haben Anlagenbesitzer noch die Möglichkeit, weitere finanzielle Unterstützung zu erhalten. Die sogenannte Zusatzförderung sieht unter anderem 500 Euro vor, wenn Anlagenbesitzer zusätzlich zu ihrer Wärmepumpe eine Solarthermie- oder Biomasseanlage in Betrieb nehmen. Erfüllt die Sole-Wasser-Wärmepumpe die Anforderungen eines intelligenten Stromnetzes (Smart Grid – SG), gibt es ebenfalls 500 Euro vom BAFA. Wer ohnehin vorhat, das Gebäude mithilfe einer Sole-Wasser-Wärmepumpe und anderer Maßnahmen zu einem KfW-Effizienzhaus 55 zu optimieren, erhält sogar einen Gebäudeeffizienzbonus von 50 Prozent der Basisförderung.

Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) für Modernisierung im Gebäudebestand

Zusätzlich zu den Fördermitteln aus dem Marktanreizprogramm haben Besitzer älterer Heizungsanlagen die Möglichkeit, eine weitere finanzielle Unterstützung vom BAFA zu erhalten. Das Bundesamt gewährt ihnen einen Bonus von 20 Prozent auf den bereits gewährten Zuschuss. Weitere 600 Euro gibt es für die Verbesserung der Energieeffizienz des Heizungssystems. Diese Zusatzförderungen sind aber mit vielen Bedingungen verknüpft. Eine Übersicht darüber finden Sie im Abschnitt Förderung der Wärmepumpe

Für die Antragstellung ist ab dem 01.01.2018 zu beachten, dass die Anträge noch vor Beginn der Maßnahme dem BAFA vorliegen müssen. Bis zum 31.12.2017 gilt jedoch die Übergangsregelung. Anträge für die Basisförderung können bis zu neun Monaten nach Inbetriebnahme der Anlage eingereicht werden.
 

KfW-Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe

Weitere Fördermittel gibt es von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Form von Tilgungszuschüssen und zinsgünstigen Krediten. Für Privatpersonen sind zwei Förderprogramme interessant: Das Programm 153 „Energieeffizient Bauen“ und das Programm 176 „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungszuschuss“. Die beiden lassen sich mit der BAFA-Förderung kombinieren. Konkret bekommen Anlagenbesitzer zinsgünstige Darlehen von bis zu 50.000 Euro pro Einheit und einen Tilgungszuschuss von bis zu 15.000 Euro. Die Anträge sind noch vor dem Kauf bzw. der Baumaßnahmen bei der Hausbank zu stellen.
 

Förderungen der Wärmepumpe auf Landesebene

In einigen Fällen können sich Anlagenbesitzer auch direkt an die einzelnen Bundesländer, Stadtwerke und Energieversorger wenden. Die Förderprogramme sind allerdings finanziell und zeitlich sehr begrenzt. Um die passende Förderung zu erhalten, ist es ratsam, einen Fachmann vor Ort zu kontaktieren. Er kennt die laufenden Förderprogramme und hilft auch dabei, die Anträge korrekt und vollständig ausfüllen.