Ratgeber zur Photovoltaikanlage - Fragen und Antworten

Eine Photovoltaikanlage, auch PV-Anlage genannt, wandelt das Sonnenlicht in Strom um, den Anlagenbetreiber selbst vor Ort nutzen, oder aber in das örtliche Stromnetz einspeisen können. Beim Letzteren erhalten sie für jede Kilowattstunde einen festen Betrag vom Netzbetreiber für einen Zeitraum von 20 Jahren. Aufgrund der sinkenden Einspeisevergütung ist es mittlerweile ratsam, den Solarstrom selbst zu nutzen. Welche weiteren Gründe dafür sprechen, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

Außerdem finden Sie in diesem Viessmann Ratgeber zur Photovoltaik Antworten auf diese und weitere Fragen: Wann ist der Einsatz einer solchen Anlage sinnvoll? Welche Dachform ist für den Betrieb einer PV-Anlage geeignet? Worauf ist bei der Planung unbedingt zu achten? Zuletzt informieren wir Sie darüber, wie Sie den Strom am besten nutzen können und welche Pflichten auf Sie zukommen.


Fragen zur Planung einer Photovoltaikanlage

Eine PV-Anlage ist eine langfristige Investition, die in der Regel mehr als 20 Jahre ihren Dienst tut. Daher ist die richtige, fachgerechte Planung das A und O. Wir empfehlen ausdrücklich die Beratung und Durchführung durch einen qualifizierten Fachpartner, um die höchste Anlageneffizienz und Sicherheit zu gewährleisten.

Lohnt sich der Einsatz einer PV-Anlage?

Wer sich für den Betrieb einer Photovoltaikanlage interessiert, stellt sich in der Regel gleich zu Beginn die Frage nach der Sinnhaftigkeit. Grundsätzlich gilt: Wenn Sie Ihren Strom mithilfe kostenfreier Sonnenenergie erzeugen möchten, dann sollten Sie eine Photovoltaikanlage in Betrieb nehmen lassen. Sie profitieren dabei doppelt. Denn eine solche Anlage ist sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll.

Wirtschaftliche Vorteile einer PV-Anlage

Seit 2006 sind die Preise für Photovoltaikanlagen teils drastisch gesunken. Das erleichtert den Einstieg in diese umweltfreundliche Energieerzeugung und verkürzt zudem die Amortisierungsdauer von etwa 15 bis 20 Jahren. Im Schnitt lässt sich mit einer marktüblichen PV-Anlage für neun bis zwölf Cent pro Kilowattstunde Strom erzeugen. Im Gegensatz dazu liegen die Preise für den Haushaltsstrom bei 25 bis 30 Cent pro Kilowattstunde - zwischenzeitlich auch höher. Im Umkehrschluss bedeutet das: Je mehr Eigenstrom Sie produzieren und diesen auch vor Ort nutzen, desto weniger Strom müssen Sie extern beziehen.

Ökologische Vorteile einer PV-Anlage

Der deutsche Strommix besteht zu einem Großteil aus fossilen Energieträgern, die zur Stromerzeugung verbrannt werden. Hinzu kommen teils lange Transportwege von den Kraftwerken zu den Verbrauchern, was wiederum CO₂ verursacht. Der selbst erzeugte Strom vom Dach hingegen ist CO₂-neutral und sauber. Anlagenbetreiber leisten auf diese Weise ihren Beitrag zum Klimaschutz, ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen.


photovoltaik.png

Welche Dachform ist für den Betrieb einer PV-Anlage geeignet

Photovoltaikmodule von Viessmann lassen sich sowohl auf Schrägdächern (zwischen 10 und 60 Grad Dachneigung) als auch auf Flachdächern sicher und schnell montieren. Wichtig ist nur, dass das betreffende Dach das Gewicht der Module auch bei widrigen Bedingungen sicher trägt. Konsultieren Sie am besten einen Statiker und lassen Sie sich von ihm die Freigabe erteilen.


Worauf ist bei der Auslegung zu achten?

Damit die Photovoltaikanlage über die gesamte Lebensdauer wirtschaftlich arbeitet, muss sie für den vorgesehenen Strombedarf ausgelegt sein. Eine zu kleine Anlage produziert mitunter zu wenig Strom, wodurch sich die Amortisierungsdauer in die Länge zieht. Eine zu große Anlage hingegen bedeutet eine höhere Investition.

Bei der Auslegung müssen Sie auf mehrere Faktoren achten:
● Neben der Ausrichtung und Neigung (gen Süden bei 35 Grad ist optimal) kommt es auch auf die verwendete Solartechnik an.
● Viessmann bietet monokristalline und polykristalline Module an, die eine maximale Leistung von 355 Wp erreichen.

Wp steht übrigens für Watt peak und beschreibt die maximale Leistung unter Testbedingungen.

Weitere Einflussfaktoren auf die Kollektorfläche sind:
● Höhe und Breite des Daches
● Bestehende Energieerzeugung
● Möglicher/geplanter Einsatz eines Stromspeichers

Was bedeutet bestehende Energieerzeugung in diesem Zusammenhang?

Die Auslegung einer PV-Anlage hängt auch davon ab, wie die Energie im betreffenden Gebäude aktuell erzeugt wird. Vor allem der Betrieb einer Wärmepumpe oder einer KWK-Anlage hat großen Einfluss auf die Kollektorfläche. Eine klassische Wärmepumpe nutzt Strom als Antriebsenergie, um Umweltwärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser zu erhöhen. Dieser Strom kann entweder vom örtlichen Energieversorger kommen, oder aber direkt vom eigenen Dach. In diesem Fall muss die Kollektorfläche größer ausgelegt sein, damit genügend Strom für die Wärmepumpe zur Verfügung steht.

Was bedeutet Photovoltaik und Brennstoffzelle?

Mit einem Brennstoffzellen-Heizgerät (KWK-Anlage) erzeugen Sie nicht nur Wärme, sondern auch gleichzeitig Strom, den Sie direkt vor Ort nutzen können. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage ist es sinnvoll, die Kollektorfläche dementsprechend zu reduzieren.

Wie kann ich den Strom am sinnvollsten nutzen?

In der Praxis lässt sich der gesamte Energiebedarf eines Hauses etwa zu 30 Prozent durch die PV-Anlage decken. Einen höheren Eigenverbrauch erreichen Sie mithilfe eines Stromspeichers wie dem Vitocharge. Realistisch ist ein Anteil von 70 bis 80 Prozent. Sinnvoll ist zudem der Einsatz eines Elektroautos oder eines E-Bikes.

Wichtig
Lassen Sie sich auch hier von einem Fachmann beraten. Von Onlinekauf und Montage in Eigenregie raten wir ausdrücklich ab!


Photovoltaikanlage & Wärmepumpe

Beispiel Split-Wärmepumpe  

In der Jahresbilanz ergibt sich mit diesem System für ein KfW40-Haus ein hoher Autarkiegrad. Im gezeigten Beispiel fallen lediglich 86,- Euro Energiekosten für Strom und Wärme an – in einem Jahr!

[1] Photovoltaik-Module
[2] Sonnenkollektoren
[3] Split Luft/Wasser-Wärmepumpe
[4] Außeneinheit der Wärmepumpe
[5] Wohnungslüftungsgerät
[6] Stromspeicher-System


Fragen zur Ausführung einer Photovoltaikanlage

Sind alle Fragen bezüglich der Planung geklärt, geht es zum nächsten Schritt: der Ausführung. Genau wie bei der Planung empfehlen wir auch hier ausdrücklich die Installation durch einen qualifizierten Fachpartner. In der Praxis übernimmt die Arbeiten der Fachmann, der zuvor die Planungsgespräche geführt hat.

Wie finde ich den passenden Solarteur?

Der Weg zu Ihrem gewünschten Fachpartner ist denkbar einfach. Klicken Sie dafür einfach auf “Jetzt Fachberatung anfordern” und füllen Sie alle notwendigen Felder aus. Wir melden uns in Kürze bei Ihnen und vermitteln Sie an einen qualifizierten Fachpartner aus Ihrer Umgebung!


Welche Pflichten kommen auf mich zu?

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage in Betrieb nehmen und die Einspeisevergütung erhalten möchten, müssen Sie einige Dinge beachten.

1. Sie müssen bei Ihrem örtlichen Energieversorger einen Antrag auf Netzanschluss (Netzanschlussbegehren) stellen. Wer Ihr örtlicher Energieversorger ist, entnehmen Sie Ihrer letzten Energierechnung. Ist kein Name vorhanden, sondern nur ein 13-stelliger Code, dann geben Sie ihn auf dieser Webseite ein.

2. Es erfolgt die sogenannte Netzverträglichkeitsprüfung durch den Energieversorger. Dabei überprüft dieser, ob das örtliche Stromnetz für die geplante PV-Anlage ausgelegt ist oder nicht. In der Regel können Sie die beiden ersten Schritte zusammen mit Ihrem Solarteur unternehmen.

3. Zwei Wochen vor Inbetriebnahme Ihrer Photovoltaikanlage müssen Sie diese bei der Bundesnetzagentur anmelden. Konkret muss die Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Die Anmeldung ist äußerst wichtig und bildet die Grundlage für Ihre Einspeisevergütung. Anders formuliert: Ohne Anmeldung, keine Vergütung!

4. Nach der Inbetriebnahme erhalten Sie einen sogenannten Anlagenpass. Darin enthalten sind alle technischen Details der Anlage, alle Dokumente zur Installation sowie ein Protokoll zur Inbetriebnahme. Der Anlagenpass ist vergleichbar mit dem Checkheft für das Auto und ist vor allem für die rechtliche Absicherung unverzichtbar.


Fragen zum Betrieb einer Photovoltaikanlage

Ist die PV-Anlage ordnungsgemäß in Betrieb genommen, steht der eigenen Stromerzeugung nichts mehr im Wege. Damit Sie auch rechtlich auf der sicheren Seite stehen, sollten Sie an einige Punkte denken.

Muss ich Steuern zahlen?

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage in Betrieb nehmen und den erzeugten Strom teilweise in das örtliche Stromnetz einspeisen, müssen Sie Steuern zahlen. Welche Steuern zu entrichten sind, hängt unter anderem von der Größe Ihrer Anlage ab. Grundsätzlich können folgende Steuerarten auf eine PV-Anlage erhoben werden:

● Gewerbesteuer
● Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer)
● Grunderwerbssteuer
● Einkommensteuer

Die meisten durchschnittlichen Anlagen erzielen eine so geringe Leistung, dass ihre Betreiber keine Gewerbesteuer entrichten müssen. Die Umsatzsteuerpflicht hingegen greift erst, wenn mehr als die Hälfte des selbst erzeugten Stroms eingespeist wird. Anlagenbetreiber müssen Grunderwerbsteuer nur dann entrichten, wenn Folgendes zutrifft:

- Eine Immobilie wird mit einer bereits vorhandenen Anlage erworben
- Es handelt sich dabei um eine sogenannte Indach-Anlage (direkt ins Dach eingebaute Solaranlage)

Lediglich in der Einkommensteuererklärung muss der Gewinn (Einspeisevergütung minus Betriebskosten inkl. Wartungs- und Reparaturkosten, Versicherungen etc.) eingetragen werden. Um sicherzugehen, was genau eingetragen werden muss, konsultieren Sie am besten Ihren Steuerberater.

Muss ich die Photovoltaikanlage reinigen?

Moderne Solarmodule sind aufgrund ihrer Neigung und der sehr glatten Oberfläche nahezu selbstreinigend. Hinzu kommen Wind und Regen, die den Staub weitgehend entfernen. Bei Schnee oder gröberen Verschmutzungen durch beispielsweise heruntergefallene Äste ist eine Reinigung dennoch sinnvoll. Für diese Arbeiten beauftragen Sie am besten einen Fachbetrieb, da die Arbeitshöhe ein gewisses Risiko darstellt. Außerdem besteht die Gefahr eines Garantieverlusts durch falsche Reinigung.

Was passiert nach 20 Jahren?

Nach Ablauf von 20 Jahren erhalten Sie von Ihrem Energieversorger keine Einspeisevergütung mehr. Sie können den selbst erzeugten Strom aber weiterhin auf dem Markt “anbieten”. Je nach Menge könnte sich die Suche aber als schwierig gestalten. Alternativ können Sie den Strom komplett vor Ort nutzen. Eine andere Möglichkeit ist die Modernisierung der Anlage. Dabei ersetzen Sie die alten Module durch neue, leistungsfähigere. Das vorhandene Montagegestell können Sie in der Regel weiterhin verwenden.