Förderung der Gasheizung

Die Gas-Brennwerttechnik arbeitet ressourcenschonender als alte Gasheizkessel und lässt sich heutzutage gut mit dem Einsatz regenerativer Energiequellen kombinieren. Aus diesem Grund unterstützt der Staat alle Privatpersonen, Unternehmen sowie freiberuflich Tätige mit Fördermitteln, sofern sie ihre Gasheizung mit einem Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien ergänzen. 

Zu den bekanntesten Förderern gehören das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Welche Institution im jeweiligen Fall zuständig ist, entscheidet die Art des Vorhabens. Das BAFA fördert einzelne Maßnahmen im Bestand. Die KfW fördert Vorhaben im Neubau sowie Vollsanierungen auf Basis der Effizienzhaus-Standards. Die Fördermittel sind an bestimmte Bedingungen geknüpft.


BAFA-Förderung der Gasheizung mit Brennwerttechnik

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert die Nutzung der Brennwerttechnik indirekt mit bis zu 30% der förderfähigen Kosten. Der genaue Fördersatz richtet sich dabei nach der Art der Heizung: Renewable Ready-Gas-Brennwertheizungen und Gas-Hybridheizungen.


BAFA-Förderung für „Renewable Ready" Gas-Brennwertheizungen

Unter dem Begriff "Renewable Ready" verstehen Experten die Erweiterung eines Gas-Brennwertkessels um einen umweltfreundlichen Wärmeerzeuger - und das innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums. Konkret fördert das BAFA den Betrieb eines Gas-Brennwertkessels mit bis zu 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt sind: 

  • Es handelt sich beim Objekt um einen Altbau
  • Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETA S) erreicht mindestens 92 %
  • Eine hybridfähige Steuerungs- und Regeltechnik ist installiert bzw. vorhanden 
  • Die Umwandlung in eine Gas-Hybridheizung wird innerhalb von 2 Jahren nachgewiesen
  • Der Maßnahme liegt das Konzept für die geplante Gas-Hybridheizung zugrunde, die alle technischen Voraussetzungen erfüllt
  • Ein Speicher für die künftige Einbindung des erneuerbaren Wärmeerzeugers ist installiert bzw. vorhanden 
  • Ausnahmsweise kann in Nichtwohngebäuden auf einen Speicher verzichtet werden, wenn Biogas zu einem Anteil von mehr als 55 % dauerhaft über die Mindestnutzungsdauer der Anlage eingesetzt wird

Darüber hinaus verlangt das BAFA die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs. Dieser Vorgang ist sinnvoll, da auf diese Weise sichergestellt wird, dass alle Räume gleichmäßig mit Wärme versorgt werden und jeder Heizkörper die für ihn optimale Heizwassermenge und den notwendigen Druck erhält.

 

BAFA-Förderung für Gas-Hybridheizungen

Wer gleich zu einer Gas-Hybridheizung greift, kann Fördermittel in Höhe von bis zu 30 Prozent in Anspruch nehmen. Eine solche Heizung kombiniert eine neue Gasheizung mit einem oder mehreren Technologie-Komponenten, um mit erneuerbaren Energien (Solar, Biomasse oder Wärmepumpe) Wärme zu erzeugen. Die Fördergelder gibt es nur dann, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: 

  • Es handelt sich beim Objekt um einen Altbau
  • Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETA S) erreicht mindestens 92 %
  • Eine hybridfähige Steuerungs- und Regeltechnik ist installiert bzw. vorhanden 
  • Der regenerative Wärmeerzeuger muss mind. 25 % der Heizlast des versorgten Gebäudes bedienen  
  • Bei Solarthermie als regenerativer Wärmeerzeuger ist die Solarthermieanlage (zur Raumheizungsunterstützung) förderfähig nach diesen Richtlinien
  • Biomasse- und Wärmepumpenanlagen wurden durch ein akkreditiertes Prüfinstitut getestet 

Auch hier muss die Anlage hydraulisch abgeglichen werden. 

 

Weitere 10 Prozentpunkte beim Austausch einer Ölheizung

Wer seine bestehende Ölheizung durch eine Gas-Hybridheizung ersetzen lässt, erhält eine sogenannte Austauschprämie in Höhe von zehn Prozentpunkten obendrauf. Das bedeutet, statt 30 werden nun bis zu 40 Prozent der förderfähigen Investitionskosten für diese Maßnahme bezuschusst. Da der Umstieg von Öl auf Gas nicht überall realisierbar ist, empfiehlt sich eine Vor-Ort-Beratung mit einem Heizungsfachmann. Nicht selten ist der Einsatz eines Pelletkessels die bessere Alternative zu einem Gas-Brennwertkessel.

Sanierungsfahrplan bringt 5 Prozent Bonus

Ist die geförderte Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) durch den Energieberater, lässt sich der Fördersatz um 5 Prozent erhöhen. Beispiel: Heizungsbesitzer, die ihre Ölheizung durch eine Gas-Hybridheizung ersetzen und hierfür einen Sanierungsfahrplan einreichen, erhalten künftig 45 Prozent Förderung.

 

BAFA-Förderung rechtzeitig beantragen

Damit Haussanierer und Hausbesitzer von der Förderung profitieren können, müssen sie beim Beantragen auf Folgendes achten. 

  • Förderanträge müssen zum Vertragsschluss mit dem Installateur beim BAFA vorliegen
  • Die Anträge sind ausschließlich elektronisch über das BAFA-Portal zu übermitteln
  • Bei einigen Maßnahmen sind Nachweise hochzuladen

 


Die KfW-Förderung der Gasheizung erhalten Hausbesitzer auch mit dem Kesseltausch.

KfW-Förderung für Brennwerttechnik

Optimierungsmaßnahmen an der Anlage werden, sofern diese älter als zwei Jahre ist, noch bis 01.07.2021 durch die KfW mit dem Programm 152 indirekt gefördert. Alternativ können Anlagenbesitzer bis dahin noch das Programm 167 - Ergänzungskredit mit den Programmen vom BAFA kombinieren. Zum Stichtag im Sommer wird die KfW-Förderung in die Richtlinie zur Bundesförderung effizienter Gebäude überführt. Es wird dann voraussichtlich möglich sein, Förderkredite mit Tilgungszuschüssen entsprechend der BAFA-Förderung zu erhalten. Diese gelten für Neubauvorhaben und Vollsanierungen, nicht aber für Einzelmaßnahmen.

Förderung der Gasheizung durch Bundesland und Kommunen

Neben dem BAFA und der KfW gibt es sowohl auf Landesebene als auch in den einzelnen Kommunen Förderprogramme, die die Investitionskosten abfedern können. Im Vergleich zu staatlichen Mitteln sind diese in der Regel zeitlich und finanziell begrenzt. Um die Frist einzuhalten und einen Überblick zu erhalten, ist es ratsam, einen Fachmann für das Thema Heizungsbau zu kontaktieren. Dieser kennt die laufenden Programme und hilft auch beim Ausfüllen der Anträge.