Förderung der Pelletheizung

Geht es um das Heizen mit Pellets, schrecken viele Hausbesitzer zunächst vor den hohen Anschaffungskosten zurück. Diese entstehen durch die nötige Lager- und Fördertechnik. Im laufenden Betrieb werden sie aber durch die günstigen Brennstoffkosten ausgeglichen. Unterstützung bietet auch der Staat. Denn dieser vergibt Zuschüsse und Kredite zur Förderung der Pelletheizung. Ansprechpartner ist dabei das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditbank für Wiederaufbau (KfW).

Förderung der Pelletheizung vom BAFA

Das BAFA vergibt hohe Zuschüsse für das Heizen mit Pellets. Diese gibt es dabei nicht nur für Zentralheizungen, sondern auch für Öfen. Mit Inkrafttreten der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) im Januar 2021 gilt als Voraussetzung, dass von der erzeugten thermischen Energie mindestens 50 Prozent für die Raumheizung oder Warmwassererzeugung beziehungsweise eine Kombination aus beidem genutzt werden sollten. 

BAFA-Pelletheizungförderung für Bestand und Neubau

Anders als noch vor einiger Zeit gibt es keine Aufteilung in Basis, Zusatz- und Innovationsförderungen mehr. Stattdessen ist die Fördersumme, genauer der Fördersatz, festgelegt.

Fördersätze statt Zuschüsse

Für die Installation einer Pelletheizung in einem Bestandsgebäude gibt es vom BAFA bis zu 35 Prozent Zuschuss für die förderfähigen Kosten. Das bedeutet, bei einer Investitionssumme von 10.000 Euro beträgt der Zuschuss 3.500 Euro. Dieselbe Summe gibt es auch, wenn die neue Pelletheizung in einem Neubau zum Einsatz kommt. Zu den förderfähigen Kosten zählen unter anderem die Anschaffung und Installation:

  • der Fördertechnik
  • der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik
  • der Wärmespeicher 
  • sowie Kosten für notwendige Umfeldmaßnahmen

Austauschprämie für Ölheizung

Durch den Wegfall der Innovationsförderung gibt es für besonders energieeffiziente Pelletkessel keine zusätzlichen Fördermittel mehr. Stattdessen wurde eine sogenannte Austauschprämie für Ölheizung eingeführt, die allerdings nur für Bestandsgebäude gilt. Konkret heißt das: Wer in einem Bestandsgebäude eine Ölheizung durch eine neue Pelletheizung ersetzt, erhält 45 statt 35 Prozent Förderung. Auf das oben genannte Beispiel bezogen beträgt die Fördersumme nicht nur 3.500, sondern 4.500 Euro.

BAFA-Fördersätze für Holzheizungen

Maßnahme 

Austausch sonstige Heizung

Austausch Ölheizung 

Pelletkessel

35 %  

45 %  

Kombikessel

35 %  

45 %  

Pelletöfen mit Wassertasche

35 %  

45 %  

Foto einer Hand voller Pellets als Symbol für die Förderung der Pelletheizung

Pelletheizung im bivalenten Betrieb

Wie bei den meisten Wärmeerzeugern von Viessmann sind Pelletkessel auch für die Kombination mit einer Solarthermieanlage vorbereitet. In diesem bivalenten Betrieb unterstützt die Solaranlage den Pelletkessel mit kostenfreier Sonnenenergie und sorgt so für niedrige Heizkosten. Auch wenn sich der BAFA-Fördersatz bei dieser Hybridlösung nicht automatisch erhöht, ist es für Anlagenbesitzer lohnenswert. Denn sie heizen wirtschaftlich und entlasten die Umwelt doppelt.   

Voraussetzungen für die Förderung der Pelletheizung

Pelletheizungen müssen einige Voraussetzungen erfüllen, um als förderfähig zu gelten. Neben einem Pufferspeicher mit mindestens 30 Liter Volumen je Kilowatt Nennwärmeleistung (Kombikessel: 55 Liter) gilt ein jahreszeitbedingter Raumheizungsnutzungsgrad von mindestens 78 Prozent als Bedingung.

Folgende Kriterien sind außerdem entscheidend – darunter verbindliche Emissionsgrenzwerte: 

  • Der Wärmeerzeuger ist für den Einsatz naturbelassener Biomasse gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 4, 5, 5a, 8 oder 13 der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) bestimmt
  • Kohlenmonoxid: 200 mg/m3 bei Nennwärmeleistung, 250 mg/m3 bei Teillastbetrieb (soweit Brennstoffe nach §3 Abs. 1 Nr. 8 der 1. BImSchV eingesetzt werden)
  • Staubförmige Emissionen: 15 mg/m3 (Scheitholz-Anlagen). 20 mg/m3 (alle anderen Anlagen)
  • Hoher Kesselwirkungsgrad: mindestens 89 %, bei Pelletöfen mit Wassertasche mindestens 90 % 
  • Heizungsanlage wurde hydraulisch abgeglichen

Voraussetzungen für den Einsatz im Neubau

Sollte die neue Pelletheizung in einem Neubau zum Einsatz kommen, muss sie mit einem sekundären Partikelabscheider ausgestattet sein. Möglich sind: 

  • Abgaswärmetauscher (integriert oder als sekundäres Bauteil)
  • Elektrostatischer Partikelabscheider
  • Filternde Abscheider
  • Abscheider als Abgaswäscher

Die vollständigen Listen förderfähiger Holzheizungen sind auf der Website des BAFA abrufbar.

 

Fördermittel des BAFA richtig beantragen

Geht es um die Beantragung der Förderung der Pelletheizung, müssen sich Bauherren und Hausbesitzer direkt an das BAFA wenden. Der Antrag für die Fördermittel muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Damit ist der Vertragsabschluss mit dem Installateur oder dessen Beauftragung gemeint. Neben den ausgefüllten Anträgen müssen dabei die Kostenvoranschläge für die Leistungen, die gefördert werden sollen, dem BAFA vorliegen.Wichtig: Der Antrag ist ausschließlich online zu stellen. 


Förderung der Pelletheizung von der KfW

Seit Juli 2021 erfolgt die Förderung für Pelletheizungen über die KfW ebenfalls im Rahmen der BEG. Zuschüsse wie auch Kredite können im Falle einer Vollsanierung oder eines Neubaus nach Effizienzhaus-Standard beantragt werden. Einzelmaßnahmen wie die Heizungsmodernisierung mit einer Pelletheizung sind nur in Form einer Kredit-Förderung über das Programm 261/262 für bestehende Immobilien förderfähig. Der Tilgungszuschuss beträgt bis zu 35 Prozent für eine Pelletheizung. Dies kann sich je nach Voraussetzung erhöhen. So sind die zusätzlichen 5 Prozent des iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan; auch bei der BAFA-Förderung möglich) ebenso möglich wie weitere 10 Prozent, wenn die Pelletheizung eine alte Ölheizung ersetzt. 

Ausschlaggebend für den Effizienzhaus-Standard sind die entsprechenden Klassen (EE- und NH-Klassen) im Neubau und bei Sanierungen. 

Regionale Förderprogramme für die Pelletheizung

Über die Förderung der Pelletheizung von BAFA und KfW hinaus gibt es in vielen Regionen Deutschlands auch weitere Mittel. Diese werden in der Regel zeitlich befristet von Energieversorgern oder Kommunen vergeben. Ein Energieberater sollte diese kennen und schnell eine zuverlässige Aussage treffen können.