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Verlagsgebäude Marburg

Das neue Medienhaus der Stiftung Marburger Medien sollte nicht nur optisch überzeugen, sondern auch ein nachhaltiges Energiekonzept aufzeigen. Die Wärme für den Neubau wird über Erdwärmesonden gewonnen und über eine Wärmepumpe im Gebäude verteilt.

Insbesondere in der Dämmerung wird nochmals deutlich, wie konsequent transparent das Medienhaus gestaltet ist. (Bild: © Markus Bachmann, Samba)

Das alte Verlagsgebäude der Stiftung Marburger Medien war für die wachsende Anzahl der Mitarbeiter mit den Jahren zu klein geworden. Daher entschied sich die Stiftung zum Bau eines neuen Medienhauses auf einem Grundstück südwestlich der Marburger Innenstadt. Der Neubau sollte das Selbstverständnis der Stiftung von Offenheit, Modernität und Transparenz nach außen repräsentieren. Zudem führte die christliche Orientierung der Stiftung zu dem Wunsch nach einem nachhaltigen Konzept. Ziel war es, ein neues Medienhaus als langlebiges Gebäude mit ausgesuchten Materialien, niedrigen Unterhaltskosten und geringem Energieverbrauch entstehen zu lassen.

Für den Neubau erwarb die Stiftung ein Grundstück unweit des bisherigen Verlagshauses. Südwestlich der Marburger Innenstadt wies das Areal mit seinem alten Baumbestand von Hainbuchen, Birken und Lärchen einen parkähnlichen Charakter auf. Als Entwurfsthema entwickelten die Architekten daher das Konzept des „Arbeiten im Park“ bzw. „Haus im Park“.

Die für die Wärmepumpe Vitocal 300-G und den Heizwasser-Pufferspeicher Vitocell 100-E nötige Energie wird über eine Photovoltaikanlage erzeugt. (Bild: © Markus Bachmann, Samba)

Energiekonzept

Von Beginn an war es für die Architekten und den Bauherrn wichtig, den Neubau des Medienhauses nachhaltig zu planen und auszuführen. Ziel war, den Energieaufwand für die Schaffung eines angenehmen Raumklimas zu minimieren, über mehrere Jahre Renovierungskosten für die Außenhaut zu vermeiden und den Wartungs- und Pflegeaufwand gering zu halten. Mithilfe eines kompakten Gebäudevolumens, einer dichten und gut wärmegedämmten Gebäudehülle und eines ausgefeilten Energiekonzepts gelang es, den Energieverbrauch um 50 Prozent im Vergleich zu einem Standardbau zu reduzieren. Das komplette Gebäudetechniksystem wurde an der Hochschule Luzern entwickelt und in thermischen Simulationen optimiert.

Heizung, Kühlung und Warmwasser

Die Wärme für den Neubau wird über Erdwärmesonden gewonnen und über eine Wärmepumpe im Gebäude verteilt. Die Erdwärmesonden übernehmen je nach Jahreszeit Heizung oder Kühlung. Der nötige Strom zum Betrieb der Wärmepumpe wird über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Medienhauses gewonnen.

Die einstufige Wärmepumpe des Typs Vitocal 300-G entzieht über die Erdwärmesonden dem Erdreich Wärme. Ausschlaggebend für die Effizienz der Wärmepumpe ist der Verdichtungsprozess. Herzstück der Vitocal 300-G ist ein leistungsstarker Compliant Scroll-Verdichter. Er überzeugt durch hohe Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit. In Verbindung mit den groß dimensionierten Wärmetauschern und der integrierten Kältemittel-Verteileinrichtung erreicht die Vitocal 300-G hohe Leistungszahlen und Vorlauftemperaturen bis 60 Grad Celsius. Besonders leiser Betrieb und große Leistung müssen dabei kein Widerspruch sein. Das beweist die Vitocal 300-G eindrucksvoll: Durch das hermetisch abgedichtete Gehäuse und eine besonders geschickte Gerätekonstruktion wird eine Schallreduzierung erreicht, welche die Erwartung in diesem Leistungsbereich übertrifft. Ein weiteres Plus: Das RCD-System der Wärmepumpe. RCD steht für Refrigerant Cycle Diagnostic. Das System übernimmt die permanente Überwachung des Kältekreises und sorgt in Verbindung mit dem elektronischen Expansionsventil für höchste Effizienz in jedem Betriebspunkt.

Die in den Erdwärmesonden gewonnene Wärme sorgt dafür, dass ein bei geringer Temperatur siedendes Kältemittel verdampft. Das dabei entstehende Gas wird vom Scroll-Verdichter komprimiert und damit erwärmt. Das so erwärmte Gas gibt die Wärme im Kondensator an den Heizwasser-Pufferspeicher ab. Im Medienhaus übernimmt diese Funktion ein Heizwasser-Pufferspeicher Vitocell 100-E Typ SVP.

Die Wärmeverteilung erfolgt im Erd- und Obergeschoss über eine Fußbodenheizung mit Bauteilaktivierung. Im Untergeschoss verteilen Heizkörper die nötige Wärme. In den Sommermonaten verläuft dieser Prozess in umgekehrter Reihenfolge: über die thermoaktive Bauteilaktivierung werden die Innenräume gekühlt, die Fußbodenheizung nimmt die vorhandene Wärme auf und leitet diese über die Wärmepumpe an die Erdsonde ins Erdreich ab. Die Regelung erfolgt über eine Vitotronic 200.

Autorin: Katharina Ricklefs

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