Wohnoase Regensburg



Daten und Fakten

Standort: Hochweg 83, 93049 Regensburg
Bauherr: BTT Bauteam Tretzel
Architekt: BTT Bauteam Tretzel, Regensburg
Bauzeit: 2002 - 2008
Grundstücksfläche: 43.000 qm
Wohn-/Nutzfläche: 43.500 qm
BGF: 45.000 qm
BRI: 140.000 cbm
Anzahl Gebäude: 30
Anzahl Wohnungen: 550
Wohnungsgrößen: 40 bis 140 qm
 

Architekten

Architektur, Projektentwicklung, Verkauf, Vermietung
BTT Bauteam Tretzel
Gesellschaft für Architektur und Immobilienmanagement mbH
Volker Tretzel, Franz Wild
Hochweg 83
93049 Regensburg
Tel. 0941-307030
Fax 0941-3070380
mailbox@bauteam-tretzel.de
www.bauteam-tretzel.de
www.btt-serviced-apartments.de

Firmenprofil
Das Bauteam Tretzel ist davon überzeugt, dass die Zukunft im Wohnungsbau durch zwei Faktoren geprägt werden wird: Einmal durch die Abkehr von städtebaulichen Konzepten mit allzu einseitiger Ausrichtung auf Architekturmoden, die alle fünf bis zehn Jahre wechseln, zum anderen durch die Hinwendung zu einer integrierten Planung von Hochbau und Landschaftsarchitektur. Ein gepflegtes, wohl durchdachtes Ambiente mit hohem Freizeit- und Erlebniswert wird zunehmende Bedeutung erlangen, da das Publikum nicht mehr damit zufrieden sein wird, derartige Bereiche allenfalls im Urlaub vorzufinden. Hierzu gehören auch Möglichkeiten einer unaufdringlich organisierten sozialen Kommunikation und der Inanspruchnahme kleinerer Dienstleistungen, da die Zahl der Einzelhaushalte wie auch der älteren Personen stetig zunimmt. Zweitens ist das Bauteam Tretzel der Ansicht, dass die Energiepreise und sonstigen Nebenkosten künftig einen immer höheren Anteil an den Wohnkosten ausmachen werden. Es ist den Planern daher sehr daran gelegen, diese Kosten so niedrig wie möglich zu halten. Mit ihren neueren Wohnanlagen liegen sie daher um durchschnittlich ein Drittel unter dem amtlichen Nebenkostenspiegel der Stadt Regensburg.

Leistungsspektrum
Nach nunmehr dreißig Jahren Erfahrung als Großbauträger in Regensburg und Umgebung kann man sich im Wohnungsbau auf das Bauteam Tretzel verlassen. Neben einer gewissenhaften Verwaltung der Immobilien übernimmt das Team für Kapitalanleger auch die kostenfreie Vermietung von Wohnungen über Jahre hinweg, auf Wunsch auch das gesamte Inkasso und die Abrechnungen mit den Mietern. Dank ihrer vielen umfangreichen Projekte verfügen die Planer darüber hinaus über eine ausgeklügelte Organisation aller peripheren Dinge des Wohnens, wie beispielsweise Hausmeister-, Gärtner- oder Putzdienstleistungen.

Fachplaner

Tragwerksplanung
Ingenieurbüro H. Orthuber
Dr.-Gessler-Straße 16
93051 Regensburg
Tel. 0941-947394
Fax 0941-990841
info@orthuber.info
www.orthuber.info

Boden-/Baugrundgutachten
Frank + Bumiller + Kraft
Grundbauingenieure VBI GmbH
Ingenieurbüro für Geo- und Umwelttechnik
Hofangerstraße 82
81735 München
Tel. 089-5203460
Fax 089-52034629
info@ib-fbk.de
www.ib-fbk.de

Haustechnikplanung
Ingenieurgemeinschaft Dess + Falk GmbH
Merianstraße 45
90409 Nürnberg
Tel. 0911-951760
Fax 0911-9517680
dess@dess-falk.de
www.dess-falk.de

Ausführung Heizung/Sanitär
Zellner Anlagenbau GmbH
Schwanenkirchener Straße 12
94547 Iggensbach
Tel. 09903-93150
Fax 09903-931515

Blockheizkraftwerke
ESS Energie Systeme & Service gmbh
Herr Fischer
Celsiusstraße 9
86899 Landsberg/Lech
Tel. 08191-92790
Fax 08191-927923
info@ess-landsberg.de
www.ess-landsberg.de

Außenanlagenplanung
Prof. Schmid | Treiber | Partner
Heidenheimer Straße 8
71229 Leonberg
Tel. 07152-939630
Fax 07152-9396333
info@schmid-treiber-partner.de
www.schmid-treiber-partner.de

Ausführung Außenanlagen
GaLa Lehmann GmbH
Arnhofen 80
93326 Abensberg
Tel. 09443-700803
Fax 09443-700802

Baufirmen/Baumeisterarbeiten
Schaller Bau GmbH
Altholzstraße 40
94469 Deggendorf
Tel. 0991-7733
Fax 0991-7703
info@schaller-bau.com
www.schaller-bau.com

Eder Bau
Bahnhofstraße 31
94508 Schöllnach
Tel. 09903-93010
Fax 09903-930124
info@eder-bau.de
www.eder-bau.de

Elektroinstallation
Elektro Pürzer
Gewerbegebiet 1
92355 Velburg
Tel. 09182-90083
Fax 09182-90084
info@puerzer-elektrotechnik.de
www.puerzer-elektrotechnik.de



Entwurfsaufgabe

Der Regensburger Westen gilt als eine der besten Wohnlagen. Nur einen Kilometer vom historischen Zentrum entfernt, entstand hier auf einem ehemaligen Industriegelände am Hochweg ein Wohnquartier mit 550 hochwertig ausgestatteten Apartments, verteilt auf 30 unterschiedlich gestaltete Einzelhäuser. Die Stadtvillen, die auf so wohlklingende Namen wie „Fiori“, „Amalfi“ oder „Portofino“ getauft und in eine großzügige Grünanlage eingebettet sind, sollen ein Stück südländische Lebensart mitten in Ostbayern bieten. Daher wird das Ensemble von zahlreichen Wasserflächen, Brücken und Spazierwegen durchzogen, ein ruhiger Innenhof mit Bachlauf und Natursteinterrassen lädt zum Verweilen ein.

Das gesamte Gelände wurde autofrei geplant, über eine Tiefgarage und Aufzüge lassen sich sämtliche Wohneinheiten mühelos erschließen. Nur zwei Durchgänge in Nord-Süd- sowie in Ost-West-Richtung sind für den öffentlichen Fußgänger- und Radfahrverkehr freigegeben. In der Nähe befinden sich das Westbad, der Donaupark mit vielen Sport- und Erholungsanlagen, Kindergärten, Schulen, ein Krankenhaus und diverse Einkaufsmöglichkeiten. Die Altstadt ist parallel zum Hochweg bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf ebenen Wegen über ruhige Wohnstraßen und den Stadtpark zu erreichen. Es gibt kaum Berührungspunkte mit dem öffentlichen Straßenverkehr. Seit die nahe gelegene Stadtautobahn mit einem Park überbaut wurde und nunmehr vollständig abgeschirmt ist, ist eine Insel der Ruhe im Westen der Stadt entstanden.



Projektbeschreibung

Das Bauteam Tretzel, das bereits mit ähnlichen Projekten am Rennplatz und nahe der Lilienthalstraße für Aufsehen gesorgt hatte, verfolgte mit der „Wohnoase am Hochweg“ ehrgeizige Pläne: Der Bauträger wollte ein ganzheitliches Konzept aus Architektur- und Landschaftsplanung umsetzen. Dabei sollte es zum einen um naturverbundenes Wohnen in einer ruhigen, geborgenen Atmosphäre gehen, das aber durch seine Lage inmitten der Stadt gleichzeitig einen hohen Erlebnis- und Freizeitwert bietet. Zum anderen wollte man durch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen aktiven Umwelt- und Klimaschutz betreiben. Doch die alten Industriegebäude hatten in dem Areal zwischen Hochweg, Eisenmann- und Dornierstraße deutliche Spuren hinterlassen. Nicht nur rund 65.000 Quadratmeter asbesthaltige Hallenböden und Faserzementdächer mussten entsorgt werden, sondern auch eine umfangreiche Bodensanierung mit einem kompletten Austausch des belasteten Erdreichs war vor Aufnahme der Bauarbeiten durchzuführen.

Aber der Aufwand hat sich gelohnt: Den Hauptzugang vom Hochweg aus markieren heute zwei Türme und ein komplett verglaster zweigeschossiger Zwischenbau, der auf vier massiven Stahlbetonstützen ruht. Dort liegt das Büro des Bauteams Tretzel, von dem aus sich sämtliche Dienstleistungen rund um das Wohnen in der „Oase“ wie Hausverwaltung, Vermietungen, Hausmeister-, Gärtner- und Putzarbeiten, Einkauf für berufstätige und ältere Mitbewohner, Kinderbetreuung oder Pflegedienste für Kranke zentral organisieren lassen. In den beiden Türmen befinden sich die „BTT Serviced Apartments“, das sind 48 exquisit eingerichtete 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen, die möbliertes Wohnen auf Zeit in zentrumsnaher Lage bieten. Sie besitzen alle eine komplett ausgestattete Einbauküche, ein Vollbad, einen Balkon sowie Anschluss an Personenaufzug und Tiefgarage. Außerdem verfügt jede Wohnung über Kabel TV, Telefonflatrate, einen schnellen Internetzugang sowie einen modernen Flachbildfernseher. Die Wohnflächen variieren von 36 bis 82,5 Quadratmeter. Der Service für die Mieter beinhaltet auch die Reinigung der Wohnung inklusive frischer Bettbezüge und Handtücher einmal pro Woche.

Alle übrigen Häuser der Wohnanlage beherbergen Eigentumswohnungen, deren Größe in der Regel zwischen 40 und 140 Quadratmetern liegt. Fast alle Apartments sind nach Westen oder Süden orientiert, haben Balkon, Terrasse oder Dachterrasse und bieten herrliche Ausblicke auf die Seen- und Freizeitlandschaft im Inneren des Komplexes. Zum stärker befahrenen Hochweg hin schottet ein durchlaufender Riegel aus insgesamt sieben aneinander gebauten Einzelhäusern das Quartier ab. Zur verkehrsberuhigten Eisenmannstraße hin lockert sich die Bebauung zunehmend auf, sie besteht entweder aus einzelnen Villen oder aus zwei miteinander gekoppelten Baukörpern, darunter auch vier Wohntürme. Die Fassaden mit ihren eleganten Schwüngen und Kurven sowie der edlen Bekleidung der Obergeschosse mit blaugrauen Aluminiumblechen fanden sofort die Zustimmung des Regensburger Gestaltungsbeirates, ein Gremium aus international renommierten Architekten, das die meisten Vorhaben im Stadtgebiet sehr kritisch beurteilt.

Trotz der Vielzahl an Wohnungen gibt es nie mehr als zwei Wiederholungen eines Gebäudetyps. Die Gliederung und Staffelung in unterschiedliche Abschnitte und Gebäudehöhen lässt keine Monotonie aufkommen. Für eine ausreichende Individualisierung der Baukörper bei zugleich großer Geschlossenheit des Gesamtensembles sorgt auch das Bepflanzungskonzept. Die automatisch bewässerten Pflanztröge auf den Balkonen und Terrassen prägen mit ihrer charakteristischen Pflanzenauswahl, allen voran den Kletterpflanzen, das Erscheinungsbild der Anlage. Diese wurde laut Bauteam Tretzel dem Aufbau einer mittelalterlichen Stadt nachempfunden, was trotz einer nur beschränkten Auswahl an Architekturelementen und Gebäudetypen wegen der variantenreichen Wiederholung dieser Elemente auf beschränktem Raum ein Gefühl der Einheitlichkeit und Geborgenheit vermittelt. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass das ganze Quartier eine bis zu zwei Meter hohe Mauer umfasst, deren Durchlässe auf Wunsch der Bewohner in den Nachtstunden verschlossen werden können. Da jedes einzelne Wohnhaus als rechtlich selbstständige Eigentümergemeinschaft angelegt ist, bleibt die Verwaltung übersichtlich und kontrollierbar.


Baukonstruktion

Fassade

Die Fassaden der gesamten Wohnanlage bestehen aus einem weiß eingefärbten Silikonharzputz, die Erdgeschossebenen heben sich jedoch mit ihrem hellgrauen Bossenputz von den darüber liegenden Etagen etwas ab. Auch die obersten Geschosse und einige Fensterpfeiler ließ das Bauteam Tretzel farblich absetzen: Sie sind mit pulverbeschichtetem Aluminiumblech in einem angenehmen, blaugrauen Farbton verkleidet. Diesen greifen auch die zum Teil geschwungen Balkongeländer aus verzinktem und farbig lackiertem Stahl mit ihren Füllungen aus gelochtem, ebenfalls pulverbeschichtetem Aluminiumblech auf. Auf diese Weise ergibt sich ein unaufdringliches Farbspiel, mit dessen Hilfe sich die einzelnen Baukörper harmonisch in das von Wasser-, Grün- und Pflanzflächen geprägte Umfeld einfügen.

Sämtliche Fenster und Fenstertüren verfügen über weiße Kunststoffrahmen mit Stahlkern und UV-beständiger Beschichtung sowie eine zwei- oder dreifache Isolierverglasung mit einem Scheibenabstand von 16 Millimetern und einem U-Wert von 1,2 W/(qmK). Die Außenfensterbänke sind ebenfalls aus Kunststoff, im Inneren wurden dagegen Fensterbänke aus grauem, poliertem Granit mit gebrochenen Kanten eingebaut. Die Fensterelemente werden in der Regel über Kunststoffrolläden verschattet, lediglich die Dachfenster der Wintergärten in den Penthousegeschossen besitzen einen außen liegenden, elektrisch steuerbaren textilen Sonnenschutz mit Sonnen- und Windwächter. Die Kellerlichtschächte sind als Kunststofffertigteile mit feuerverzinkter Gitterrostabdeckung ausgeführt. Während die Hauseingangstüreelemente aus Kunststoff und Glas gefertigt sind, bestehen die Wohnungseingangstüren aus Holz mit Weißlackbeschichtung, Schalldämmeinlage und Sicherheitstürdrückergarnitur.

Ausbau

Die gemauerten Innenwände ließ das Bauteam Tretzel mit einem gefilzten Kalk-Gipsputz versehen und weiß streichen, in den Bädern kam ein Kalk-Zementputz zum Einsatz. Alle Gipskartonständerwände wurden gespachtelt und erhielten eine Streichputzoberfläche. Die Innentüren wurden in Holz mit Weißlackbeschichtung und Röhrenspaneinlage ausgeführt. Die Deckenuntersichten der Penthousewohnungen sind mit Gipskarton verkleidet, mit Raufaser tapeziert und weiß gestrichen. Dies gilt auch für alle übrigen glatten Deckenflächen aus Betonfertigteilen oder Gipskartonplatten. Im gesamten Wohnbereich wurden wärme- und trittschallgedämmte Estriche eingebaut, in den Kellerräumen findet sich Zementestrich, in der Tiefgarage ein Boden aus Betonpflaster. Als Oberböden wählte man für die Wohnräume Schiffsbodenfertigparkett in Eiche natur, auf Wunsch konnten sich die Käufer jedoch auch einen Teppichbelag aus Veloursware verlegen lassen. Auch für Bad, Küche und Gäste-WC standen drei verschiedene Fliesenmuster in hellen Grundtönen zur Auswahl. Gefliest wurde in den Bädern in jedem Fall raumhoch einschließlich der Fensterbrüstungen, in den Toiletten nur hinter den Sanitärobjekten bis auf Höhe der Ablage. Die keramischen Bodenbeläge in den Küchen erhielten Randabschlüsse aus Hartkernsockelleisten. Auf den Balkonen und Terrassen im Erdgeschoss wurden rutschfeste und frostbeständige Spaltklinker verlegt. Die Dachterrassen erhielten einen Betonwerksteinbelag mit Natursteinvorsatz.

In den Hauseingängen findet sich Agglomarmor, eine Mischung aus Marmorgranulat und Kunstharz. Sämtliche Treppenläufe und Podeste sowie die Aufzugskabinen sind dagegen mit Teppichboden belegt. Diese Ausführung hat sich laut Aussage des Bauteams Tretzel gegenüber keramischen oder steinernen Bodenbelägen über Jahre hinweg bewährt: Die Teppiche besitzen eine Herstellergarantie von zehn Jahren und einen extremen Strapazierwert (sogenannte Bankenqualität), sind schmutzabweisend, staubbindend, unempfindlich gegenüber Reinigungsmitteln und geräuscharm. Da die Stufen beispielsweise auch einzeln auswechselbar sind, ist eine hohe Lebensdauer der Beläge gewährleistet. Vor den Treppenaufgängen befinden sich veloursartige Teppichflächen, die eine erhöhte Wasseraufnahmekapazität aufweisen. Die Kellerabgänge wurden mit Agglomarmor belegt. Die Treppengeländer sind aus lackiertem Stahl, die Handläufe aus Edelstahl gefertigt. Die Treppenuntersichten ließ man, je nach Erfordernis, verputzen oder spachteln. In den Kellern wurden sämtliche Wände und Decken nur verschlämmt und geweißelt.

Tragwerk

Die einzelnen Gebäude der Wohnanlage verfügen über eigene Keller, deren Außenwände in Stahlbeton erstellt sind, ebenso wie sämtliche Geschoßdecken, Treppen und die komplette Tiefgarage. Ab dem Erdgeschoss bestehen die Außenwände aus 175 Millimeter starkem Hochlochziegelmauerwerk der Rohdichteklasse 1,4 mit einem Wärmedämmverbundsystem aus expandiertem Polystyrol in einer Dicke von 140 bis 200 Millimetern, WLG 035. Sie erreichen somit U-Werte zwischen 0,21 und 0,16 W/(qmK). Die Wohnungstrennwände ließ das Bauteam Tretzel aus Schallschutzziegeln mit einer Rohdichte von 2,1 kg/cbdm errichten. Alle tragenden Innenwände sind aus Ziegelmauerwerk, im Kellergeschoss aus Kalksandstein. Nicht tragende Zwischenwände wurden mit Ziegeln, Kalksandstein Nut- und Federblöcken oder als Gipskartonständerwände mit innen liegender Schalldämmmatte ausgeführt.

Die Dachstühle der Häuser bestehen aus zimmermannsmäßigen Nadelholzkonstruktionen, deren tragende Teile gegen Fäulnis und Käferbefall geschützt sind. In den Wohnräumen im Dachgeschoss ließ man zusätzlich noch einen Brandschutzanstrich aufbringen. Sämtliche Dachüberstände wurden mit Nut- und Federbrettern verkleidet und gestrichen. Die Dämmung der Dächer erfolgte – je nach Nutzung der obersten Etagen – entweder als Zwischen- oder als Aufsparrendämmung entsprechend den Erfordernissen der EnEV 2002 mit einem 240 Millimeter starken Mineralfaserdämmstoff der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035 (U-Wert 0,16 W/(qmK)). Als Eindeckung wählte man farbiges Aluminiumblech mit Doppelstehfalzen, ebenso wurden die Regenfallrohre, Dachrinnen und alle übrigen Verblechungen in Farbaluminium ausgeführt.


Interview

mit Franz Wild, Geschäftsführer BTT Bauteam Tretzel


Welche Aspekte sind Ihnen bei der Planung Ihrer Wohnanlagen am wichtigsten?

Wir schaffen zugleich urbane und naturverbundene Quartiere, in denen die Bewohner sich wohlfühlen. Darüber hinaus setzen wir stets hochwertige und vor allem langlebige Baustoffe ein, die den Wartungs- und Instandsetzungsaufwand für die Immobilien möglichst gering halten. Durch den Aufbau von eigenen Energieversorgungs- und Kommunikationsnetzen gelingt es uns, die Wohnnebenkosten zu senken – ein Kostenvorteil, den wir selbstverständlich direkt an die Eigentümer weitergeben. Nicht zuletzt profitieren unsere Bewohner auch von unserem umfangreichen, übergeordnet organisierten Dienstleistungsangebot wie Hausmeisterservice, Gartenpflege, Putzdienst etc.

Wie nehmen potenzielle Käufer dieses ganzheitliche Konzept aus Architektur- und Landschaftsplanung an?
Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Gestaltung der Außenanlagen mit den ausgedehnten Grün- und Wasserflächen gibt den Bewohnern das Gefühl, sich dauerhaft im Urlaub zu befinden. Sie können in ihrem Zuhause tatsächlich „abschalten“ von ihrer mitunter recht hektischen Arbeitswelt. Dabei müssen sie weder auf die Nähe zur Altstadt und zu Freizeiteinrichtungen noch auf eine optimale Verkehrsanbindung verzichten.

Mit der eigenen Energie- und Kommunikationszentrale streben Sie eine gewisse Unabhängigkeit von den örtlichen Energieversorgern an. Wie stehen diese zu Ihren diesbezüglichen Aktivitäten?
Anfangs haben sie sehr reserviert reagiert – verständlicherweise, denn sie haben sofort einen Konkurrenten in uns gesehen. Wir haben aber konsequent an unserem Konzept festgehalten und es schließlich auch erfolgreich umgesetzt. Mittlerweile haben die örtlichen Energieversorgungsunternehmen diese Leistung anerkannt und uns als Mitbewerber weitgehend akzeptiert.

Ihr Büro liegt inmitten der Wohnanlage, daher ist der persönliche Kontakt mit den Bewohnern mitunter sicherlich sehr stark. Welches Feedback haben Sie bisher von ihnen erhalten?
Die Bewohner fühlen sich in der Wohnoase am Hochweg sehr wohl und zeigen die Anlage mit Stolz ihren Besuchern. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg. Auch unser neues Projekt „Il Giardino“ am Regensburger Galgenberg entwickeln wir derzeit wieder gemäß unserem ganzheitlichen Konzept – nur dieses Mal noch etwas energieeffizienter und umweltbewusster.



Technischer Ausbau

Heizung, WW, Strom

Ziel der ganzheitlichen Planung des Bauteams Tretzel war aber auch die Umsetzung eines innovativen Energieversorgungskonzepts, das weitgehende Unabhängigkeit von den üblichen Infrastruktureinrichtungen bietet. Dazu baute man eine eigene unterirdische Energiezentrale, in der zwei Blockheizkraftwerke Vitobloc 200 EM-140/207 von Viessmann mit einer Wärmeleistung von 200 und einer elektrischen Leistung von 120 Kilowatt sowohl Wärme als auch Strom für die gesamte Wohnanlage erzeugen. Die gasbetriebenen Kraftwerke arbeiten mit einem Wirkungsgrad von über 90 Prozent. Als Reserve ist bereits ein weiterer Vitobloc 200 EM-238/363 vorinstalliert. Darüber hinaus verfügt die Zentrale über einen Gasbrennwert- und einen Ölniedertemperaturkessel mit einer Wärmeleistung von jeweils 1.200 Kilowatt zur Raumheizung und Warmwassererzeugung. Die Kessel können wahlweise betrieben werden, so dass ein gezielter Einsatz von einem der beiden Energieträger je nach Versorgungs- und Preislage jederzeit durch einfaches Umschalten möglich ist. Der Jahresheizwärmebedarf der gesamten Wohnanlage liegt bei niedrigen 30,8 kWh/(qma), der Jahresprimärenergiebedarf beträgt 45,6 kWh/(qma). Grundsätzlich ist auf lange Sicht aber auch die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen wie Biogas und Rapsöl denkbar. Während man das Gas direkt vom örtlichen Gasversorger bezieht, befindet sich auf dem Gelände auch ein unterirdischer Heizöltank mit einer Lagerkapazität von dreimal 60.000 Litern. Die einzelnen Häuser werden über Fernwärmeleitungen versorgt, in den Wohnungen befinden sich Heizkörper.

Ein Teil des Verbrauchstroms wird mit eigenen Generatoren erzeugt. Die dabei anfallende Prozesswärme, welche in den großen Kraftwerken in die Umwelt abgeleitet wird, nutzt das Bauteam Tretzel in der Wohnanlage am Hochweg direkt für die Raumheizung und Warmwassererzeugung. Wegen der CO2-Verringerung wird das Konzept vom Gesetzgeber gefördert. Überschüssige Wärme kann im Sommer nach dem Absorptionsprinzip zum Kühlen verwendet werden, außerdem ist eine Abnahme vom benachbarten Krankenhaus der „Barmherzigen Brüder“ möglich. Unter den Teichen im Bereich der Tiefgaragen befinden sich riesige Wassertanks, die sich ebenfalls zum Speichern von Wärme oder Kälte nutzen lassen. Durch ein eigenes Niederspannungsnetz und eigene Trafos verringern sich die Nutzungsentgelte, die sonst mehr als ein Drittel der gesamten Stromkosten ausmachen. Generell lassen sich durch den zentralen Einkauf von Gas und Strom für die 550 Wohnungen erheblich günstigere Tarife erzielen als für einen einzelnen Haushalt. Des Weiteren sorgt ein effizientes Stromverbrauchsmanagement für Einsparungen: Eine Abschaltautomatik für kurzzeitig nicht benötigte Geräte wie Waschmaschinen, Trockner oder Teichpumpen vermeidet Verbrauchsspitzen. Für die Beleuchtung der Gemeinschaftsflächen wie Wege, Höfe und Tiefgaragen setzt man ausschließlich Energiesparlampen ein. Darüber hinaus sorgen Bewegungsmelder vor allem in den Kellern und Tiefgaragen für eine bedarfsgerechte Lichtsteuerung und kurze Brenndauern.

> Produktinfos Blockheizkraftwerke Vitobloc 200 EM

Ökologie

Beim Bau und Betrieb des Wohnquartiers am Hochweg setzte das Bauteam Tretzel auf einen umweltfreundlichen Umgang mit den Elementen Wasser und Luft. So speist beispielsweise reines Regenwasser die Wasserflächen zwischen den Gebäuden, und auch die Gartenbewässerung erfolgt nicht mit Trinkwasser. Durch diesen Wasserrückhalt leistet die Anlage einen Beitrag zum Hochwasserschutz und entlastet die Kanalisation. Spezielle Versickerungsanlagen sorgen für die Rückführung des überschüssigen Regenwassers in den ökologischen Kreislauf. Da die Uferbereiche der Wasserläufe naturnah gestaltet wurden, konnten Biotope mit Lebensraum für zahlreiche Kleinsttiere entstehen. Dazu trägt auch der hohe Substrataufbau auf dem begrünten Tiefgaragendach bei. Darüber hinaus sind die Gewässer mithilfe dieser Uferbepflanzung und der Schilfbeete in der Lage, sich ohne chemische Zusatzstoffe selbst zu reinigen. Die Bachläufe und Streichwehre erleichtern zudem die Umwälzung des Teichwassers. Auch die Pflanztröge auf den Balkonen und Dachterrassen der Wohnungen sind an eine kontrollierte zentrale Wasserversorgung angeschlossen, die übermäßiges Gießen verhindert. Die über 20.000 Quadratmeter große Grünfläche mit Bäumen und Sträuchern, die harmonische Begrünung der Fassaden sowie die rund 7.000 Quadratmeter an Wasserfläche begünstigen die Produktion von Sauerstoff und binden zugleich Feinstaub. Durch die lokalklimatische Ausgleichswirkung von Verdunstung und Beschattung lässt sich ferner das Kleinklima verbessern. Nicht zuletzt tragen der Verzicht auf Autoverkehr innerhalb der Anlage und die Förderung der Fahrradnutzung durch eigene Fahrradgaragen und –wege zu einem umweltfreundlichen, ganzheitlichen Wohnkonzept bei. Die Stadt Regensburg belohnte das Engagement des Bauteams Tretzel im Jahr 2008 daher mit der Verleihung des Umweltpreises.

Energie und Lüftung

Um die Pflege der ausgedehnten Grünanlagen kümmern sich professionelle Die 30 Einzelgebäude der Wohnanlage plante und realisierte das Bauteam Tretzel nach dem Standard „Ökologisch Bauen – Energiesparhaus 60“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau, wodurch man zinsgünstige Kredite und staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen konnte. Durch den hohen Dämmstandard und den damit verbundenen reduzierten Heizwärmebedarf der Wohnungen ließen sich die CO2-Emissionen des Quartiers um rund 65 Prozent gegenüber vergleichbaren Wohnanlagen senken. So erzeugt der Betrieb der Wohnoase mit einer Wohn-/Nutzfläche von 43.500 Quadratmetern nur rund 846 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Dazu trägt auch die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung bei, die in jedem Apartment separat mit eigenem Aggregat installiert wurde. Sie ist daher individuell regelbar und bietet optimalen Schall- und Brandschutz. Während die Frischluft in den Wohn- und Schlafräumen direkt über die Außenwände zugeführt wird, wird die verbrauchte Luft in Diele, Abstellraum oder Bad abgesaugt. Die Nutzung der in der Abluft vorhandenen Restenergie erfolgt dabei mit einem Wirkungsgrad von 96 Prozent. Die Lüftungsanlage vermeidet nicht nur falsches oder energetisch unwirtschaftliches Lüftungsverhalten durch die Nutzer; sie sorgt durch den permanenten Luftaustausch auch für eine gesunde Raumluftqualität und schützt vor Schimmelbildung. Zudem ermöglicht sie eine Reinigung der Frischluft mithilfe von eingebauten Filtern gegen Pollen, Feinstaub oder Schmutz und trägt somit zur Linderung von Allergien bei.

Kommunikation

Die gesamte Wohnanlage besitzt ein gut strukturiertes Kommunikationsnetz, dessen Leitungen über eine eigene Zentrale verwaltet und gesteuert werden. Da das Quartier somit als Großabnehmer agiert, kann es sämtliche Dienste für Telefon, Internet und Kabelfernsehen zu sehr günstigen Preisen einkaufen. Auf diese Weise ließen sich beispielsweise die Grundgebühren für Telefon um rund 50 Prozent, die Kosten für Kabelfernsehen und Internet um etwa 40 Prozent senken. Außerdem verfügt jeder Bewohner über einen extrem schnellen Internetzugang mit einer Bandbreite von 50 MB sowie eine Telefonflatrate, die für ganz Europa, die USA und Kanada gilt. Die eingebauten Systeme sind bereits für neue Dienste und Verfahren wie digitales Fernsehen gerüstet. Im Durchschnitt kann man mit all den genannten Maßnahmen von einer Einsparung bei den Wohnnebenkosten von 1.620 Euro pro Jahr und Wohnung ausgehen.

Autor: Tanja Feil