Die Funktionsweise der zentralen Wohnraumlüftung

Der charakteristische Unterschied zwischen einer zentralen und einer dezentralen Lüftungsanlage liegt in ihrer Bauweise. Zentrale Lüftungsanlagen besitzen ein zentrales Lüftungsgerät, welches die Frischluft durch ein Luftverteilsystem an die Räume leitet. Dezentrale Lüftungsgeräte hingegen werden komplett in die Wand angebracht. Von dort aus versorgen sie das Gebäude mit der nötigen Frischluftmenge.

Funktionsweise der einfachen Abluftanlagen

Die zentrale Lüftung lässt sich in drei Gruppen unterteilen:

  • einfache Abluftanlagen
  • kombinierte Ab- und Zuluftanlagen
  • Anlagen mit System zur Wärmerückgewinnung

Je nach Bauart unterscheidet sich dementsprechend die Funktionsweise der zentralen Wohnraumlüftung.

In ihrer einfachsten Ausstattung wird die verbrauchte Luft mithilfe eines Ventilators aktiv angesaugt und nach außen abgeführt. Die Luftauslässe solcher Anlagen befinden sich meist in den sogenannten Ablufträumen. Dazu gehören Küche, Bad und WC, die im Vergleich zu den Aufenthaltsräumen wie Wohnzimmer oder Arbeitszimmer mehr Feuchtigkeit und Geruchsbelastung haben. Frischluft gelangt hingegen nur passiv über Luftdurchlässe in der Gebäudehülle, Fensterfugen und über Türschlitze ins Haus.

Funktionsweise der zentralen Wohnraumlüftung mit Ab- und Zuluftauslässen

In der Praxis kommen häufig Wohnraumlüftungsanlagen zum Einsatz, die nicht nur die Abluft, sondern auch die Zuluft aktiv ansaugen. Die sogenannten kombinierten Ab- und Zuluftanlagen verfügen über eine Lüftungszentrale und ein Luftverteilsystem. Nicht nur verbrauchte Luft wird aktiv angesaugt und abgeführt. Auch Frischluft gelangt auf aktive Weise ins Haus. Um unerwünschte Partikel aus der Luft sowie Lärm am Eindringen zu verhindern, sind die meisten Anlagen mit Filtern ausgestattet.

Funktionsweise der zentralen Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Eine zentrale Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung besteht ebenfalls aus einem Lüftungsgerät mit einem Luftverteilsystem. Das Lüftungsgerät besitzt zwei Ventilatoren und einen Wärmetauscher. Mit den beiden Ventilatoren wird sowohl die in das Gebäude strömende als auch die aus dem Gebäude abzuführende Luft gefördert. Auf der einen Seite saugt der sogenannte Außenluft-/Zuluftvolumenstrom frische Luft ins Gebäude an. Auf der anderen Seite transportiert der Abluft-/Fortluftvolumenstrom verbrauchte Luft aus dem Gebäude.

Beide Volumenströme werden im Lüftungsgerät durch einen Wärmetauscher geführt. Darin wird in den kühleren Monaten die Wärme der Abluft auf die Zuluft übertragen. Diese Betriebsweise stellt sicher, dass so wenig wie möglich Wärme mit der Lüftungsanlage aus dem Gebäude gefördert wird. Alle zentralen Lüftungsgeräte der Marke Viessmann arbeiten auf diese Art und Weise. Die Funktionsweise der zentralen Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist somit identisch mit der der zentralen Wohnraumlüftung mit Ab- und Zuluftauslässen. Ob und für welches Objekt sich zentrale Lüftungsgeräte eignen, erklärt der Abschnitt die passende Lüftung finden.

Das Bild zeigt schematisch und anhand einer Hausgrafik die Funktionsweise der zentralen Wohnraumlüftung

Verlegungsmöglichkeiten des Luftverteilsystems

Zu der Funktionsweise der zentralen Wohnraumlüftung zählt auch die Verlegung der Luftleitungen. Für die Montage stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Die bekanntesten Methoden sind:

  • Verlegung im Fußbodenaufbau
  • Verlegung im Beton
  • Verlegung in einer abgehängten Decke

Die Verlegung im Fußbodenaufbau

Diese Verlegungsart kommt häufig bei Neubauten vor. Hier werden flache Luftleitungen zunächst direkt auf den Rohfußboden gelegt, anschließend erfolgt das Aufbringen der Dämmung. Darüber kommt gegebenenfalls die Verlegung einer Fußbodenheizung, bevor der Estrich als letzte Schicht aufgetragen wird. Die Luftleitungen sind danach nicht mehr sichtbar. Nur noch Boden- oder Deckenauslässe zeigen, dass darunter eine Lüftungsanlage installiert ist.

Die Verlegung in Beton

Eine Alternative zur Verlegung der Luftleitungen auf dem Rohfußboden ist die sogenannte Betonverlegung. Hierzu werden in der Regel runde Luftleitungen noch während der Rohbauphase in die Stahleinlage der Decken gelegt. Erst danach wird der Beton eingebracht. Diese Verlegeart eignet sich sowohl für Filigrandecken als auch für Ortbetondecken. Der Vorteil dieser Verlegung ist, dass kein zusätzlicher Fußbodenaufbau erforderlich ist. Jedoch ist im Vorfeld eine genaue Planung mit dem Baustatiker erforderlich.

Die Verlegung in einer abgehängten Decke

Je nach Raumhöhe finden Lüftungsanlagen auch in einer abgehängten Decke ausreichend Platz. Hier eignen sich besonders die Deckenflachgeräte Vitovent 200-C und Vitovent 300-C. Die Geräte können direkt an die Decke angebracht werden. Die Luftleitungen zu den einzelnen Räumen werden in die abgehängte Decke integriert, sodass sie auch optisch nicht mehr sichtbar sind.