Neue Heizung im Altbau: Effizientes und fachgerechtes Modernisieren

Wer im Altbau lebt, fragt sich früher oder später, wie er seine alte Heizung am effektivsten modernisieren kann. Auch für Eigentümer jüngerer Bestandsgebäude ist die Heizungsmodernisierung interessant. Neben den Vorgaben der Energieeinsparungsverordnung EnEV gibt es viele Gründe für eine neue Heizung im Altbau. Viele Eigenheimbesitzer fühlen sich jedoch von den gesetzlichen Vorschriften und den hohen Investitionskosten abgeschreckt. In unserem Ratgeber klären wir für Sie die grundlegendsten Fragen, die beim Thema Heizungsmodernisierung im Altbau relevant sind.


Wann gilt das Eigenheim als Altbau?

Manch ein Eigenheimbesitzer ist sich zunächst unsicher, ob sein Eigentum überhaupt zu den Altbauten zählt. Eine allgemeingültige Definition des Begriffes fällt schwer. Denn zwischen den diversen Baualtersstufen gibt es beträchtliche Unterschiede, was Bausubstanz, Materialien und Grundrisse angeht. Um unsere Empfehlungen für Anlagenbesitzer so hilfreich wie möglich zu machen, orientieren wir uns bei der Frage, was ein Altbau ist, an praktischen Belangen. Zu den Altbauten zählen wir auch moderne Bestandsgebäude. Sofern Sie also eine Heizungsmodernisierung planen und nicht in einem Neubau wohnen, bietet unser Ratgeber auch für Sie einen hilfreichen Überblick.


Welche Vorschriften gelten für alte Ölheizungen und Gasheizungen?

Bereits seit der ersten Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2002 besteht eine Austauschpflicht für Heizkessel, die vor dem 1. Oktober 1978 in Betrieb genommen wurden. Diese Verordnung wurde bis 2015 immer wieder novelliert, sodass heute alle Öl- und Gaskessel mit einem Alter von über 30 Jahren betroffen sind. Ausnahmen – und was es sonst noch zu beachten gibt – finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Austauschpflicht für Ölheizungen.

Wer über die Erneuerung der Heizungsanlage im Altbau nachdenkt, hat noch bis 2026 die freie Wahl unter allen Heiztechniken und Brennstoffen. Ab 2026 sind Neuinstallationen von Heizungsanlagen mit Öl nur noch als Hybridsysteme möglich, also unter Einbindung erneuerbarer Energien. So sieht es das Klimapaket der Bundesregierung vor, das im Herbst 2019 beschlossen wurde. Es sind aber Ausnahmeregelungen für Bestandsgebäude vorgesehen, sollte beispielsweise ein Gasanschluss nicht möglich sein.


Mit welchen Kosten müssen Sie bei der Heizungsmodernisierung im Altbau rechnen?

Da Altbauten je nach Baualtersstufe und Geschichte stark voneinander abweichen, sind im Einzelfall ganz verschiedene Arbeiten nötig. Um eine neue Heizung im Altbau sinnvoll unterzubringen und zu betreiben, müssen eventuell die Räumlichkeiten, die Abgasanlage sowie der Schornstein und die Wärmedämmung mit saniert werden. Genaue Angaben kann nur ein Heizungsbauer nach einer eingehenden Prüfung machen.

Wie können Sie die neue Heizung im Altbau fördern lassen?

Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet Zuschüsse für den Bereich erneuerbare Energien. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist für alle anderen Heizungsarten zuständig. Es lohnt sich, beide Förderangebote nach Bedarf und Möglichkeit zu kombinieren. Ihr Fachmann oder ein zertifizierter Energieberater informiert Sie ausführlich über Zuschüsse und Förderprogramme.

Falls Sie noch keinen Heizungsinstallateur haben, können Sie ihn über das Viessmann Installateursverzeichnis ganz einfach finden und bei ihm eine Fachberatung anfordern. Bei der Beantragung und der Berechnung möglicher Fördermöglichkeiten hilft Ihnen außerdem unser Förderprofi.


Welche neue Heizung kommt für Ihren Altbau in Frage?

Verwenden Sie noch einen Konstanttemperaturkessel für Öl oder Gas, können Sie ihn – im Falle einer Ölheizung – gegen einen leistungsstarken Öl-Brennwertkessel austauschen. Betreiben Sie eine Gasheizung, ist der Einbau eines effizienten Gas-Brennwertkessels zu empfehlen. Er kostet in etwa genau so viel wie ein Gas-Niedertemperaturkessel, läuft aber wesentlich sparsamer. Darüber hinaus wird er unter anderem durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in der Anschaffung gefördert.

Für einen generellen Umstieg auf erneuerbare Energieträger kommen folgende Heizsysteme in Frage:

●  Öl-Brennwertkessel in Kombination mit Solarthermie
●  Gas-Brennwertkessel in Kombination mit Solarthermie
●  Pelletheizung
●  Wärmepumpe
●  Mikro-KWK mit Brennstoffzelle
●  Gas-Hybridheizung


FAQ – Häufige Fragen zu Planung, Einbau und Betrieb

Sanierte Altbaufassaden aus der Gründerzeit

Worauf müssen Sie achten, wenn Sie eine neue Heizung für den Altbau planen? Wie müssen die Räumlichkeiten beschaffen sein, damit der Heizungsinstallateur die neue Heizung einbauen kann? Und welche Schritte gibt es nach der Installation zu beachten?

Hier finden Sie Antworten und nützliche Erfahrungswerte rund um das Thema Heizungsinstallation im Altbau.


Was muss ich beachten, wenn ich mich für die Brennwerttechnik entscheide?

Ein modernes Brennwertgerät benötigt eine angepasste Abgasanlage, die für niedrigere Abgastemperaturen ausgelegt ist. Darüber hinaus muss dafür gesorgt werden, dass das Kondensat, welches sich im Abgassystem sammelt, aufgefangen und abgeleitet wird. Hierfür reicht ein gängiger Abwasseranschluss in der Nähe des Kessels.

Entspricht mein Heizungskeller den Brandschutzbestimmungen?

Der Heizungskeller muss von einem Flur aus durch eine Brandschutztür erreichbar sein. Es dürfen darüber hinaus keine anderen Räume direkt angrenzen. Weiteres dazu klärt der Heizungsfachmann bei einer Ortsbegehung.

Kommt der Heizungsmonteur mit dem neuen Kessel durch die Tür?

Viele Türen in Altbauten sind noch nicht auf gängige 80 Zentimeter Breite genormt. Achten Sie darauf, dass Ihre Türen die nötige Breite aufweisen, damit die Anlage installiert werden kann. Bei kompakten Gasanlagen sollten entsprechend Küchen- oder Badtüren breit genug sein, je nachdem, wo die Gastherme installiert wird.

Wie wissen Sie, ob der Raum und die Tür hoch genug für den Einbau sind?

Achten Sie im Altbau darauf, das Kippmaß des Kessels zu beachten, also die Diagonale des Geräts, nicht bloß die Höhe. Denn der Heizungsinstallateur muss den Kessel für den Transport und das Aufstellen kippen. Das Kippmaß ist damit immer höher als die reine Aufstellhöhe. Dies lässt sich am besten einfach vor Ort beim Termin mit dem Heizungsbauer klären.

Wie schützen Sie den sanierten Altbau vor Schimmel?

Sie haben neben der Heizung auch Türen, Fenster oder die Fassade modernisiert, um ausreichend Wärmeschutz zu gewährleisten. Dies führt zu einer Veränderung der Luftzirkulation und  -feuchtigkeit im Altbau, da der natürliche Luftaustausch vermindert stattfindet. Um Schimmelbildung vorzubeugen, muss für den Austausch von Frischluft gesorgt werden. Es sollte daher auf regelmäßiges Lüften geachtet werden. Auch bietet sich hier eine dezentrale Wohnraumlüftung an. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zur Wohnraumlüftung.