Austauschpflicht für Ölheizungen

Mehr als ein Viertel aller Wärmeerzeuger in Deutschland sind Ölheizungen. Vor allem im ländlichen Raum sind sie weit verbreitet. Denn bezahlbare Alternativen lassen sich dort teilweise gar nicht oder nur unwirtschaftlich realisieren. Trotz dieser Tatsache diskutieren Politiker, Umweltschützer, Energieexperten sowie Hausplaner seit Jahren über Modernisierungsmaßnahmen für diese Heiztechnik. Sie fordern immer wieder direkt und indirekt eine Austauschpflicht für alte Ölheizungen.

Vergessen werden dabei gerne die bereits vorhandenen Einschränkungen in einigen Gebieten. So schreibt beispielsweise das Hochwasserschutzgesetz vor, dass in Hochwassergebieten keine neuen Ölheizungen in Betrieb genommen werden dürfen. Der Grund dafür ist das durch Unwetter und Überschwemmungen ausgelöste, austretende Heizöl, das die Schäden erheblich in die Höhe treiben kann. Das Verbot ist aber nicht flächendeckend und lässt mehrere Ausnahmen zu. Wichtig ist dabei die Einteilung nach Gebieten:

  • In Risikogebieten dürfen Sie weiterhin neue Ölheizungen installieren lassen, wenn die Heizölanlage hochwassersicher errichtet ist.
  • In Überschwemmungsgebieten gilt dieselbe Anforderung. Allerdings müssen Sie als Anlagenbesitzer nachweisen, dass es keine Alternativen zu vertretbaren Kosten gibt.


Austauschpflicht nach Energieeinsparverordnung EnEV

Neben dem Hochwasserschutzgesetz gibt es noch die Energieeinsparverordnung EnEV, die den Einsatz einer Ölheizung auch außerhalb der Hochwassergebiete regelt. So dürfen neben Ölheizungen auch veraltete Gasheizungen unter bestimmten Bedingungen nicht mehr betrieben werden. Entscheidend dabei sind die verwendete Heiztechnik und das Datum der Inbetriebnahme.


Kessel über 30 Jahre müssen ausgetauscht werden

Moderne Heizkessel arbeiten effizienter als veraltete, in dem sie den zugeführten Brennstoff nahezu verlustfrei in Wärme umwandeln. Das entlastet insbesondere das Klima. Daher müssen Anlagenbesitzer ihre Ölheizung ersetzen, wenn es sich dabei um einen:

●  Konstanttemperaturkessel handelt und
●  der seit mehr als 30 Jahren in Betrieb ist

EnEV sieht zahlreiche Ausnahmen vor

Wie beim Hochwasserschutzgesetz gibt es auch hier zahlreiche Ausnahmen. So gilt die Austauschpflicht für Ölheizung nicht, wenn es sich dabei um einen Niedertemperatur- oder Brennwertkessel handelt. Auch Geräte mit einer Heizleistung von weniger als vier und mehr als 400 Kilowatt sind von der Pflicht ausgenommen. Wärmeerzeuger zur ausschließlichen Warmwasserbereitung oder Beheizung des Aufstellraumes sind ebenfalls nicht betroffen.

Der Energieausweis als Symbol für die EneV in Kombination mit der Austauschpflicht


Ausweitung der Austauschpflicht für Ölheizungen vorgesehen

Um das Klima weiterhin zu entlasten, wird die Austauschpflicht nach und nach ausgeweitet. Der Geltungsbereich soll sich nicht mehr nur auf Hochwassergebiete beschränken, sondern flächendeckend. Im Klartext bedeutet das: Das Klimapaket der Bundesregierung sieht vor, dass ab 2026 keine neuen Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen.

Es wird weiterhin Ausnahmen geben

Im ländlichen Raum kommen strukturbedingt oft nur Ölheizungen als bezahlbare Wärmeerzeugung infrage. Ein flächendeckendes Verbot hätte hier fatale Folgen für alle Bewohner. Aus diesem Grund wird es auch weiterhin Ausnahmen geben. Konkret bedeutet es, dass es zwar eine gesetzliche Regelung geben wird, wonach der Einbau von Ölheizungen nicht mehr gestattet sein wird. Allerdings nur in Gebäuden, in denen eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist. Letztere lässt sich in Form einer Hybridheizung realisieren, die Erneuerbare Energien einbindet. Im Umkehrschluss bedeutet das: Es gibt aktuell kein Verbot für Ölheizungen.


Ein Öl-Brennwertkessel bietet sich bei der Austauschpflicht besonders an

Wer seine Ölheizung austauscht, wird staatlich gefördert

Unabhängig von der Region und dem Alter des Heizkessels will der Bund den Ausstieg von einer Ölheizung finanziell fördern. Wenn Sie also Ihre vorhandene Ölheizung gegen einen umweltfreundlichen Wärmeerzeuger tauschen, erhalten Sie künftig hohe Zuschüsse für die Investitionskosten.


Ölheizung ersetzen - welche Alternativen haben Sie?

Wenn Sie Ihre Ölheizung ersetzen möchten, haben Sie heute, sofern nicht strukturbedingt eingeschränkt, eine große Auswahl an Heizsystemen. Unabhängig davon, für welchen Wärmeerzeuger Sie sich am Ende entscheiden: Mit einem neuen, modernen Modell tragen Sie Ihren Beitrag zum Klimaschutz bei.

Öl-Brennwertkessel gegen alten Ölkessel

Eine naheliegende Lösung ist der Umstieg von einem veralteten Ölkessel auf einen hocheffizienten Öl-Brennwertkessel von Viessmann. Dieser wandelt bis zu 98 Prozent des eingesetzten Heizöls in nutzbare Wärme um und hält somit die Heizkosten langfristig auf einem niedrigen Niveau. Aktuell erhalten Sie vom Bund noch Fördermittel in Höhe von bis zu 3.000 Euro nach KfW 430. Nach Beschluss des Klimaschutzprogramms läuft die Förderfähigkeit allerdings nur noch bis Ende 2019. Wenn Sie wechseln möchten, dann jetzt!

Was darüber hinaus für den Kauf einer Ölheizung spricht, lesen Sie auf der Seite “Vorteile der Ölheizung”.

Öl-Brennwertkessel mit Solarthermie gegen alten Ölkessel

Wenn Sie weiterhin mit Öl heizen möchten, sollten Sie den Einsatz einer Solarthermieanlage in Betracht ziehen. Denn in dieser Kombination (Öl-Brennwertkessel + Solarthermieanlage) entlasten Sie nicht nur die Umwelt. Sie können auch bis zu 35 Prozent Heizenergie einsparen. Möglich macht das die reibungslose Zusammenarbeit beider Systeme, die ab Werk aufeinander abgestimmt sind.

Pelletkessel gegen alten Ölkessel

Wollen Sie langfristig umweltschonend heizen, dann greifen Sie am besten zu einem Pelletkessel. Dieser verbrennt die meist regional hergestellten Pellets und erzeugt dadurch Wärme für Haus und Warmwasser. Der ohnehin vorhandene Aufstellraum für das Heizöl können Sie optimal in einen Lagerraum für die kleinen Pellets umbauen lassen.

Heizungsbauer hilft bei Planung und Umsetzung

Damit die Modernisierung des vorhandenen Ölkessels reibungslos verläuft, ist die Hilfe eines Fachhandwerkers unverzichtbar. Mit Viessmann finden Sie in wenigen Schritten den für Sie passenden Heizungsbetrieb in Ihrer Nähe. Mehr dazu finden Sie auf der Seite “Fachpartner vor Ort”.


Wie ist der aktuelle Stand zum Thema Austauschpflicht?

Die Bundesregierung möchte das vorgestellte Klimaschutzpaket noch im Jahr 2019 in Gesetzesform gegossen haben. Viele der darin vorkommenden Maßnahmen betreffen den Einsatz von Ölheizungen. Im Folgenden haben wir für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema zusammengefasst.

Gibt es ein sofortiges Verbot von Ölheizungen?

Nein. Ein generelles Verbot von Ölheizungen ist nicht geplant. Bestehende Anlagen dürfen weiterhin betrieben werden. Diskutiert wird allerdings ein Verbot des Einbaus von neuen Ölkesseln ab 2026. Das bedeutet: Bis Ende 2025 dürfen Ölheizungen weiterhin eingebaut und in Betrieb genommen werden.   

Dürfen Ölheizungen ab 2026 grundsätzlich nicht mehr eingebaut werden?

Die Eckpunkte des Klimapakets müssen erst einmal das Kabinett durchlaufen und als Gesetz verabschiedet werden. Bis dahin können sich einzelne Bestimmungen aber noch ändern. Sollte das Verbot des Einbaus von Ölheizungen ab 2026 in Kraft treten, wird es nicht flächendeckend sein. Denn ausgenommen vom geplanten Verbot sind Gebäude, in denen keine alternative Wärmeerzeugung zu Öl möglich ist, beispielsweise in Regionen ohne flächendeckende Gasversorgung. In diesem Fall sieht das Klimaschutzpaket Ausnahmeregelungen vor und es dürfen Ölheizungen auch über das Jahr 2026 hinaus eingebaut werden.

Was bedeutet das Klimapaket für Besitzer von Ölkesseln?

Das Klimaschutzpaket hat zunächst keine direkte Auswirkung auf den Betrieb einer Ölheizung. Allerdings ist das Signal eindeutig: Künftig werden Heizsysteme für erneuerbare Energien wie Pelletkessel oder Wärmepumpen verstärkt gefördert. Der Einsatz von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas sollte hingegen reduziert werden.

Gibt es noch staatliche Fördermittel für die Brennwerttechnik?

Ja. Wenn Sie bis Ende 2019 Ihren alten Heizwert- oder Konstanttemperaturkessel gegen einen Viessmann Öl-Brennwertkessel tauschen, erhalten Sie weiterhin Fördermittel vom Staat. Konkret handelt es sich dabei um Investitionszuschüsse von bis zu 15 Prozent durch die KfW. Wichtig ist, dass Sie den Antrag zusammen mit einem Energieberater stellen müssen - und das vor Ablauf des Jahres 2019 und vor Beginn der Einbauarbeiten. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie auf der Seite “Förderung der Öl-Brennwertkessel”.