Wasserstoff in der Vitovalor 300-P 

Unter allen chemischen Elementen ist Wasserstoff das am häufigsten vorkommende Element im Universum. Im Periodensystem steht er an erster Stelle und hat die Ordnungszahl 1. Er ist Bestandteil von Wasser und der meisten organischen Verbindungen wie Erdgas, Öl und Zucker - und ist neben Sauerstoff und Erdgas der Brennstoff für die Vitovalor 300-P.
 

Wasserstoff als Brennstoff und Energiespeicher

Auf die Masse bezogen hat Wasserstoff von allen Brennstoffen mit 33,33 kWh/kg die höchste Energiedichte. Im Vergleich: Methan hat eine massebezogene Energiedichte von 13,9 kWh/kg, bei Benzin beträgt sie 12 kWh/kg. Ein Liter Wasserstoff enthält somit fast soviel Energie wie drei Liter Benzin. Zudem ist Wasserstoff das leichteste Gas. Seine volumenbezogene Energiedichte beträgt gerade einmal 3 kWh/Nm³, die von Benzin hingegen 8.800 kWh/Nm³. Das als Nm³ bezeichnete Normvolumen ist eine Maßeinheit für Gasmengen bei identischem Druck und Temperatur. Für die Nutzung als Treibstoff wird Wasserstoff daher entweder stark komprimiert oder verflüssigt. 

Anders als Erdgas, Erdöl und Kohle, die als Primärenergieträger gelten, wird Wasserstoff als Sekundärenergieträger genutzt. Schließlich kommt er in der Natur nicht in reiner Form vor, sondern muss zunächst erzeugt werden. Er unterscheidet sich auch in vieler Hinsicht von anderen Brennstoffen. Reiner Wasserstoff als Energielieferant ist unter anderem: 
 

  • Nicht explosionsfähig
  • Nicht selbstentzündlich
  • Nicht zerfallsfähig (wie. z. B. Acetylen)
  • Nicht oxidierend (brandfördernd)
  • Nicht giftig
  • Nicht ätzend
  • Nicht radioaktiv
Darstellung der Brennstoffzellenheizung - Wasserstoff in der Vitovalor 300-P

Wasserstoff in der Vitovalor 300-P

Seine Tauglichkeit als Energielieferant für Brennstoffzellen in Fahrzeugen und Schiffen hat Wasserstoff bereits mehrfach bewiesen. Auch im Wohnbereich kommt er immer häufiger zum Einsatz. Allein in Japan, wo die Technologie einen hohen Stellenwert genießt, ist die Verkaufszahl der Brennstoffzellen zur stationären Anwendung seit 2009 auf mehr als 200.000 gestiegen. Eines der Heizgeräte, die diese saubere und zukunftsweisende Technologie anwendet, ist die Vitovalor 300-P. Sie ist ein gemeinsames Produkt von Viessmann und dem japanischen Technikkonzern Panasonic. Der Wasserstoff wird mithilfe eines Katalysators innerhalb eines Gasreformers gewonnen. Ausgangsmaterial ist dabei der emissionsärmste fossile Brennstoff Erdgas.

In einem elektrochemischen Prozess wird der vom Ausgangsbrennstoff separierte Wasserstoff gespalten und zeitgleich Sauerstoff zugeführt. Dabei kommt es sowohl zur Strom-, als auch zur Wärmeproduktion. Eine Verbrennung wie bei konventionellen Brennwertgeräten findet nicht statt. Der elektrochemische Prozess wird auch als kalte Verbrennung bezeichnet. Aus Expertensicht ist CO2 einer der Hauptgründe für die globale Erwärmung. Wasserstoff hingegen setzt während des Prozesses in der Brennstoffzelle überwiegend Wasser frei und ist dadurch sehr klimaschonend. Seine Verwendung senkt zudem den Verbrauch begrenzt vorhandener fossiler Energieträger. Die staatliche Förderung für die Vitovalor 300-P ist daher außergewöhnlich hoch.

Wasserstoff als sicherer Brennstoff?

Wasserstoff lässt sich, wie im letzten Abschnitt bereits erwähnt, vielseitig einsetzen. Ob als Auftriebstoff für Zeppeline wie vor 100 Jahren oder als Energieträger beim Schweißen, wie es heute noch üblich ist: Vereinfacht gesagt gehen von Wasserstoff keine höheren Gefahren aus, als bei herkömmlichen fossilen Brennstoffen – im Gegenteil. Denn im Vergleich zu Gas und Öl zeichnet sich Wasserstoff durch seine sehr positiven Eigenschaften aus. Wasserstoff ist darüber hinaus nicht krebserregend und verbrennt rückstandsfrei.

Entgegen der Annahme in der Bevölkerung ist Wasserstoff nicht per se explosiv und somit auch nicht per se gefährlich. Dazu müssen sowohl ein Oxidator wie Sauerstoff als auch eine aktive Zündquelle vorhanden sein. Die Explosionsgefahr von Wasserstoff ist im Allgemeinen gering – erst recht in Verbindung mit der Vitovalor 300-P. Denn eine Brennstofflagerung wie bei konventionellen Heizgeräten liegt nicht vor. Stattdessen wird Wasserstoff „just in time“ und nur in der benötigten Menge vom Ausgangsbrennstoff Erdgas gelöst. Außerdem werden bei der kalten Verbrennung die Wasserstoffatome aufgespalten, was eine Knallgasreaktion von vornherein unmöglich macht. Der Wasserstoff in der Vitovalor ist sozusagen nicht gefährlicher als das handelsübliche Erdgas. Weitere Informationen zum Wasserstoff finden Sie auch im Abschnitt Ratgeber zur Vitovalor 300-P.

Wasserstofftankstelle - Wasserstoff in der Brennstoffzellenheizung Vitovalor 300-P