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Smart Metering im Stromsektor

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(Bild: © Aon Khanisorn / Shutterstock.com)

Smart Metering beschreibt das Messen, Speichern und Übertragen von Verbrauchsdaten für Wasser, Strom, Gas oder andere Güter. Es hilft, Stoff- sowie Energieströme bedarfsgerecht zu lenken und soll unter anderem im Stromsektor zur Energiewende beitragen. Verbraucher können Einsparpotenziale mit einem intelligenten Zähler besser identifizieren und nutzen. Wir informieren über Smart Metering sowie die geplante Pflicht in Deutschland.

Was ist Smart Metering und wie funktioniert es?

Geht es um den Stromverbrauch, ließ sich dieser lange nur mit konventionellen Ferraris-Zählern messen. Diese laufen mit jeder Kilowattstunde etwas weiter und zeigen den Gesamtverbrauch seit ihrem Einbau auf dem analogen Zahlenfeld an. Haushalte lesen die Werte einmal im Jahr ab, um den Jahresverbrauch zu erfahren und an ihren Versorger zu übermitteln. Wann der Stromverbrauch am höchsten war und woran das liegen könnte, lässt sich jedoch nicht erkennen.

Anders beim Smart Metering: Hier erfassen moderne Messeinrichtungen den Verbrauch in kleinen Schritten. Smart Meter Gateways, mit denen die modernen Zähler zu intelligenten Zählern oder Smart Metern werden, übertragen die gesammelten Daten anschließend an den zuständigen Versorger, der diese zum Beispiel in einem Onlineportal zur Verfügung stellt. Zudem kann er die Verbrauchsdaten mit Erlaubnis seiner Kunden auswerten, um die Stromerzeugung und -verteilung zu optimieren.

Größter Nutzen der intelligente Zähler im Stromsektor

Smart Meter eignen sich neben dem Messen von Strom auch für andere Güter und Stoffe. So zum Beispiel für Wasser oder Gas aus der Leitung. Im Stromsektor haben sie aber einen besonders großen Nutzen, da sie hier ein modernes Energiemanagement ermöglichen. Dabei geht es darum, Energiemengen bedarfsgerecht zu verteilen und Verbrauchsgeräte entsprechend zu steuern. Ist das Netz beispielsweise stark belastet und regenerative Energien sind knapp, können Versorger mithilfe der Technik Geräte wie Wärmepumpen vorübergehend abschalten. Auf diese Weise sinkt der Bedarf an konventionell erzeugtem Strom und die Versorgung ist sicherer.

Was bieten die intelligenten Zähler? 

Smart Metering Stromzähler ermöglichen den Aufbau smarter Netze, die zahlreiche Vorteile bieten. Dazu gehört die erhöhte Netzstabilität und die Möglichkeit, regenerative Energien besser einzusetzen. Vorteilhaft sind die intelligenten Zähler aber auch für Verbraucher selbst. Denn diese erfahren transparent, wann sie wie viel verbraucht haben. Sie können Einsparpotenziale aufdecken und mit dem Verbrauch im Blick die Stromkosten senken. Ganz einfach wird dies mit dem Viessmann Energy Management. Es fasst online verbundene Geräte wie Vitocal Wärmepumpen, Vitovolt Photovoltaik-Module, Vitocharge VX3 Stromspeicher sowie elektrische Haushaltsgeräte zu einem thermisch-elektrischen Gesamtsystem zusammen und bildet alle Energieflüsse im Haus in Echtzeit ab. Verfolgen lassen sich diese über die Viessmann ViCare App, die auch als Steuerzentrale des Systems dient. 

Datenschutz und Smart Meter Kosten

Smart Metering Stromzähler sammeln eine große Menge Daten, die Rückschlüsse auf das Verhalten ihrer Nutzer zulassen. Verbraucherschützer sehen darin einen der größten Angriffspunkte. Denn die Transparenz geht zulasten der informationellen und persönlichen Autonomie. Es wird angemerkt und kritisiert, dass Hacker die Daten auslesen oder manipulieren könnten. Sie könnten Informationen über einzelne Haushalte sammeln oder die Stabilität ganzer Netze gefährden. Um möglichen Risiken vorzubeugen und eine hohe Datensicherheit zu gewährleisten, schafft Viessmann optimale Voraussetzungen. Alle Viessmann Server befinden sich in der Europäischen Union. Die Datenkommunikationssysteme werden permanent überprüft und sind VDE-zertifiziert. Ein DSGVO-konformer Umgang mit den Daten ist selbstverständlich.

Kosten durch Fördermittel senken

Ein wichtiger Punkt sind auch die Smart Meter Kosten. Während die jährlichen Ausgaben gedeckelt sind (bei Verbrauchern mit weniger als 6.000 Kilowattstunden Strom zum Beispiel auf 20 Euro), gibt es keine Deckelung bei den Ein- oder Umbaukosten. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass sowohl die smarten Messsysteme als auch notwendige Elektroarbeiten für die Installation förderfähig sind. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) lassen sich die förderfähigen Kosten um 20 Prozent reduzieren. Erfolgt der Einbau als Maßnahme eines individuellen Sanierungsfahrplans, steigt der Fördersatz um fünf Prozentpunkte. 

Smart Metering in Deutschland bald Pflicht?

Deutschland plant den flächendeckenden Einbau der Smart Metering Stromzähler bis 2032. Hintergrund ist das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), welches intelligente Zähler für verschiedene Verbrauchergruppen zur Pflicht macht. Betroffen sind dabei seit 2017 Anschlüsse mit einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden. Das Gleiche gilt für Verbraucher mit eigenen Energieerzeugungsanlagen (zum Beispiel Photovoltaik) mit einer Leistung von mindestens sieben Kilowatt. Seit 2020 sind darüber hinaus auch Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden von der Smart Metering Pflicht betroffen. Alle anderen erhalten bis 2032 eine moderne Messeinrichtung ohne Smart Meter Gateway. Smart Metering Stromzähler sind hier freiwillig.

Wichtig zu wissen: Energieverbraucher bekommen mindestens drei Monate vor der geplanten Umrüstung auf Smart Metering Stromzähler Bescheid. Sie haben dann die Möglichkeit, zu einem anderen Messstellenbetreiber zu wechseln, wenn die von diesem ein besseres Angebot bekommen.

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