Verlagsgebäude in Marburg



Daten und Fakten

Standort: Am Schwanhof 17, 35037 Marburg
Bauherr: Stiftung Marburger Medien
Architekt: Deon AG, Dipl. Architekten ETH BSA SIA, Prof. Luca Deon, Luzern

Projektleiter: Martin Schuler

Bauzeit: 11/2006 - 03/2008
Baukosten: ca. 2 Millionen Euro

BGF: 867 m²
BRI: 3.024 m³
Fassadenfläche über Terrain: 535 m²
Anteil Glasfassade (ohne Deckenstirnen): 408 m²
Fassadenteile unter Terrain: 148 m²

Architekten

Prof. Luca Deon, Deon AG
Dipl. Architekten ETH BSA SIA
Pfistergasse 23
CH – 6003 Luzern
Tel. 0041 41-2421525
info@deonag.ch
www.deonag.ch

Fachplaner

Tragwerkskonzept
Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG
Limmatstrasse 275
CH – 8005 Zürich
Tel. 0041 44-4214300
Fax 0041 44-4214301
zuerich@luechingermeyer.ch
http://www.luechingermeyer.ch

Tragwerksplanung
Eisfeld Ingenieure AG
Bürgermeister-Brunner-Straße 4
34117 Kassel
Tel. 0561-50613020
Fax 0561-506130299
info@e3p.de
www.e3p.de

Lichtplanung
Ch. Keller Design AG
Feldlistrasse 31a
CH – 9000 St. Gallen
Tel. 0041 71-2783111
Fax 0041 71-2786077
admin@chdesign.ch
www.chdesign.ch

Energiekonzept/Gebäudeklima-Simulationen
Dipl. HLK-Ing. FH SIA Prof. Kurt Hildebrand
Hochschule Luzern – Technik & Architektur
Zentrum für Integrale Gebäudetechnik ZIG
Technikumstrasse 21
CH – 6048 Horw
www.hslu.ch

Fassadenplanung
Mebatech AG
Martinsbergstrasse 40
CH – 5400 Baden
Tel. 0041 56-2229905
info@mebatech.ch
www.mebatech.ch

Fassadenbau
Metallbau Schmidt
Brückenwiesenweg 25
76316 Malsch
Tel. 07246-2618
Fax 07246-5370
info@metallbau-schmidt.de
www.metallbau-schmidt.de

Landschaftsarchitektur
Fahrni Landschaftsarchitekten GmbH
Brünigstrasse 25
CH – 6005 Luzern
Tel. 0041 41-3600180
Fax 0041 41-3600187
mail@fahrnilandschaftsarchitekten.ch
www.fahrnilandschaftsarchitekten.ch


Entwurfsaufgabe

Das alte Verlagsgebäude der Stiftung Marburger Medien war für die wachsende Anzahl der Mitarbeiter mit den Jahren zu klein geworden. Daher entschied sich die Stiftung zum Bau eines neuen Medienhauses auf einem Grundstück  südwestlich der Marburger Innenstadt. Der Neubau sollte das Selbstverständnis der Stiftung von Offenheit, Modernität und Transparenz nach außen repräsentieren. Zudem führte die christliche Orientierung der Stiftung zu dem Wunsch nach einem nachhaltigen Konzept. Ziel war es, ein neues Medienhaus als langlebiges Gebäude mit ausgesuchten Materialien, niedrigen Unterhaltskosten und geringem Energieverbrauch entstehen zu lassen.

Diese Vorgaben löste das Architekturbüro Deon AG aus dem schweizerischen Luzern mit Bravour. Geschosshohe  Glasfassaden verleihen dem Medienhaus die gewünschte Offenheit. Mithilfe eines kompakten Gebäudevolumens,  einer dichten und gut wärmegedämmten Gebäudehülle und eines ausgefeilten Energiekonzepts gelang es, den Energieverbrauch im Vergleich zu einem ähnlichen Bürogebäude um 50 Prozent zu reduzieren.
 



Projektbeschreibung

Für den Neubau erwarb die Stiftung ein Grundstück unweit des bisherigen Verlagshauses. Südwestlich der Marburger Innenstadt wies das Areal mit seinem alten Baumbestand von Hainbuchen, Birken und Lärchen einen parkähnlichen Charakter auf. Als Entwurfsthema entwickelten die Architekten daher das Konzept des „Arbeiten im Park“ bzw. „Haus im Park“.

Das Sockelgeschoss des dreigeschossigen Baukörpers ist zu zwei Dritteln im Erdreich versenkt. In diesem Souterraingeschoss sind das umfangreiche Präsenzlager der Stiftung Marburger Medien sowie Technik- und Nebenräume untergebracht. Der Erschließung des Gebäudes erfolgt über einen schmalen Windfang mit siebenstufiger Treppe an der  Südostfassade des Gebäudes. Im großen Foyer bildet die expressive Treppenkonstruktion, die in seiner geschwungenen Form einer Schnecke gleicht, das Herz des Hauses. Das Geländer ist als umhüllendes Stabwerk ausgeführt. Über der gewendelten Treppe ist ein Oberlicht angeordnet, das einfallende Tageslicht beleuchtet das Zentrum des Hauses bis ins Foyer.

Im Erdgeschoss befindet sich neben dem großzügigen Foyer ein großer Besprechungsraum. Durch Verschieben der mobilen Glaswände kann der Konferenzraum mit dem Foyer zu einem großen Raum für Events und Vernissagen  verknüpft werden. Ist die Fassade ebenfalls geöffnet, kann der Raum zusätzlich in den Außenraum erweitert werden. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich eine Cafeteria, Büros, die Räume der Bestellabteilung und Sanitärräume. Im Obergeschoss sind Büros der Redaktion und der Geschäftsleitung sowie weitere Sanitärräume angeordnet. Eine  zentrale Begegnungszone bei der Wendeltreppe bietet Raum für kleine Pausen.

Umgeben von viel Grün wird der offene Charakter des Gebäudes auch im Inneren geprägt. Wie die Fassade, so sind auch die Innenwände komplett transparent gehalten. Die Arbeitsplätze – vorwiegend Zweierbüros – sowie die Sanitärbereiche gliedern sich alle entlang der Fassade. Die Arbeitsplatzatmosphäre sollte nicht dem klassischen Büro entsprechen, vielmehr sollte ein wohnlicher Charakter entstehen. An Schienen geführte und somit individuell verschiebbare Vorhänge erlauben trotz allem eine private Abschirmung.

Der Innenausbau ist mit Schränken und Regalen aus gerauchter Eiche hochwertig gehalten und harmoniert in der Farbigkeit mit den in sepiabraun pulverbeschichteten Aluminiumprofilen der Fassade. Der limonenfarbene Teppichboden korrespondiert mit den moosgrünen Gitterrosten im Außenbereich.


Baukonstruktion

Der Rohbau für das Medienhaus wurde in Stahlbeton-Skelettbauweise erstellt. Das Sockelgeschoss des dreigeschossigen Neubaus ist zu zwei Dritteln im Erdreich versenkt. Die oberirdische Fassadenfläche beträgt 535 Quadratmeter - davon sind 408 Quadratmeter als geschosshohe Glasfassade ausgeführt. Auf der Innenseite der Glasfassade bilden vertikale Quadratstahlrohre die Tragstruktur der Fassade. An den Stahlrohren sind die Fensterprofile aus stranggepresstem Aluminium befestigt. Davor verlaufen vertikale Lisenen. Die Fensterrahmenprofile sind im Farbton Sepiabraun pulverbeschichtet. Das durch Schaumverbund-Isolierstege hochwärmegedämmte System besitzt eine Grundbautiefe von nur 65 Millimetern.

Die Glasfassade ist eine Dreifach-Isolierverglasung. Die Verglasungen der Gebäudeecken sind ohne Metallprofile ausgebildet. Stufengläser sind hier mittels SSG-Verklebung aneinander befestigt. Daher weisen die Gläser der Übereckverglasung einen Ug-Wert von nur 0,5 W/m2K auf, um die geometrisch bedingte thermische Schwachstelle auszugleichen. Die restlichen Gläser verfügen über einen Ug-Wert von 0,7 W/m2K. Dies ergibt mit den Profilen zusammen einen absoluten Uw-Wert von 1,30 W/m2K. Der Gesamtenergiedurchlassgrad liegt dabei bei 33 Prozent und der Lichttransmissionsgrad bei 57 Prozent.

Die äußeren Bleche der mit Mineralwolle isolierten Blenden und Lisenen bestehen aus zwei Millimeter starkem Aluminium, welche im Farbton Braun passend zu den Fensterprofilen pulverbeschichtet sind. In der Mineralwolle konnten in  einigen Lisenen Regenwasserabflussrohre mit einem Durchmesser von 76 Millimetern versteckt untergebracht werden.

Die breiten Dachüberstände und Auskragungen der umlaufenden Balkone schützen die Glasscheiben der Fassade vor Schmutz und Verunreinigung. Auf diese Weise reicht es die Glasfassade nur alle ein bis zwei Jahre zu reinigen. Die Vordächer bestehen, außer in einem Teilbereich des Erdgeschosses, auf der Oberseite aus zu Reinigungszwecken begehbaren, blassgrünen Gitterrosten, welche im Farbton Moosgrün pulverbeschichtet sind. Die Untersichten der Vordächer und  Balkone sind mit Aluminium-Lochblechverblendungen im Farbton Weiß verkleidet. Als Motiv für die Ausstanzungen diente das Blatt als Vorbild. Der textile Sonnenschutz wird seitlich durch vorgespannte Edelstahlseile geführt und gehalten.


Interview

mit Dipl. Architekt FH Martin Schuler, Projektleiter bei der Deon AG


Welche Grund- bzw. Leitidee liegt dem Entwurf zugrunde?
Das Metathema war einen Ort zu schaffen, der als Oase der Ruhe inmitten eines städtischen Kontextes wirkt. Konzipiert wurde ein Haus der Arbeit und Begegnung – über dem Terrain schwebend, im stillen Dialog mit der unmittelbar umgebenden Natur. Auskragende Geschossplatten tragen und behüten ihren wertvollen Inhalt: arbeitende Menschen im Dienste Gottes. Die äußere Erscheinung des Hauses ist eine architektonische Umsetzung der Vision und des Leitbildes der Stiftung: Offenheit, Modernität, Transparenz. Ein textiler Sonnenschutz verändert je nach Tages- und Jahreszeit die äußere Erscheinung des Hauses. Von den umgebenden Blätterwerken der Laubbäume inspiriert, hüllt sich das Gebäude in ein schattenspendendes Kleid, das je nach Sonnenstand die Ansichten neu zeichnet.

Welche Auffassung zum Thema Arbeitsplatzgestaltung spiegelt sich in dem Entwurf wider?
Das Herz des Hauses ist eine geschwungene Treppe, um die herum die Büroräume angeordnet sind. Ein Geländer in Form eines Stabwerkes umhüllt sowohl die Treppenanlage als auch das von oben herabströmende Tageslicht. Die durch eine Lichtkuppel erhellte Begegnungszone um die exzentrisch angelegte Treppe stellt das kommunikative Zentrum des Gebäudes dar. Hier findet der kreative Austausch des Betriebs statt. Transparente Glaspaneele trennen die Einzelbüros von der Mittelzone, erlauben optische Nähe und zugleich akustische Distanz. Die äußere Verglasung des Konferenzraums lässt sich vollständig öffnen, sodass der Außenraum bei Bedarf mit einbezogen werden kann. Verschiebbare Glaswände erlauben es, diese Zone auch nach innen hin zu vergrößern. Der Farbklang der limonenfarbenen Teppiche scheint sich in den grünen Gitterrosten der Außenbereiche und schließlich im Grün der Natur fortzusetzen.

Welches Feedback auf das Projekt haben Sie bisher direkt von den Nutzern erhalten?
Die Konzeption und Planung des Projektes erfolgte in sehr enger Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit der aus Vertretern der Stiftung Marburger Medien gebildeten Baukommission. Nur so konnte gewährleistet werden, dass ein präzises und maßgeschneidertes Projekt entstehen konnte. Die Bauherrschaft respektive die Baukommission wie auch die diversen Nutzer waren vom Projekt vom ersten Tag weg in hohem Maße überzeugt. Das Gebäude schafft ideale  Bedingungen für die tägliche Arbeitstätigkeit und hat sich in den Jahren seit der Fertigstellung als in jeder Hinsicht sehr nachhaltig erwiesen.

Welchen Stellenwert nehmen ökologische und energieeffiziente Überlegungen generell innerhalb ihrer Arbeit ein?
Überlegungen zu Ökologie und Energieeffizienz sind für uns ein integraler und selbstverständlicher Teil unserer Bauten. Wir arbeiten in allen unseren Projekten mit interdisziplinären Teams. Je nach Bauaufgabe stellen wir diese zu einem frühen Zeitpunkt aus den bestmöglichen Partnern zusammen. Am konkreten Beispiel Medienhaus Marburg lässt sich dies wie folgt umschreiben: Die großen, geschosshohen Fenster ermöglichen eine maximale Ausnutzung des einfallenden Sonnenlichts, wobei die Dachüberstände mitsamt den thermischen Pufferzonen zwischen Storen und Glasfassade vor Überhitzung schützen. Erdwärmesonden garantieren je nach Jahreszeit Heizung oder Kühlung; die für die  Wärmepumpe nötige Energie wird – ohne Rückgriffe auf fossile Energieträger – über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach bereitgestellt. Für die sommerliche Kühlung wird ein thermoaktives Bauteilsystem in den Decken genutzt. Das komplette Gebäudetechniksystem, das einen 50 Prozent niedrigeren Energieverbrauch als in einem üblichen Bürogebäude garantiert, wurde an der Hochschule Luzern entwickelt und in thermischen Simulationen optimiert – eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Mehrwert.

Welche entwurfsbestimmenden Aspekte kennzeichnen alle ihre Projekte?
Die Architektur der Deon Architekten AG ist schwierig einzuordnen. Unsere Bauten und Projekte sind vielfältig, ihre  gemeinsame Urheberschaft ist nicht offensichtlich. Der Grund dafür liegt darin, dass der Entwurfsprozess nicht von den Vorlieben der Architekten ausgeht, sondern vom Dialog mit der Bauherrschaft und im Team geprägt ist. Jedes unserer Projekte entwickeln wir von Grund auf neu und innovativ. Das Engagement und die Sorgfalt beim gesamtheitlichen Entwurf und bei der baulichen Umsetzung sind konstant auf hohem Niveau. Nebst der ästhetischen nimmt dabei auch die technische Nachhaltigkeit einen wichtigen Stellenwert ein. Wir planen und bauen interdisziplinär mit Menschen für Menschen.


Presseschau

Tageszeitungen

- Oberhessische Presse, Beitrag „Der Himmel kommt zur Erde“, 15. März 2008
- Oberhessische Presse, Beitrag „Stiftung handelt ökologisch und transparent“, 4. März 2008
- Oberhessische Presse, Beitrag „Eindrucksvolle Lichtspiele verändern die Räume hinter Glas stets neu“, 4. März 2008
- Oberhessische Presse, Beitrag „Stiftung weiht am 14. März gläsernes Medienhaus ein“, 4. März 2008
- Oberhessische Presse, Beitrag „Lichtkuppel und Glasfassaden sind Symbole für Transparenz“, 16. Juni 2007
- Oberhessische Presse, Beitrag „Mich freut, dass Neubau bessere Bedingungen für Stiftungs-Mitarbeiter schafft“,  3. Januar 2007
- Oberhessische Presse, Beitrag „Missionswerk baut neues Medienhaus am Schwanhof“, 3. Januar 2007
- Oberhessische Presse, Beitrag „Missionswerk baut neues Medienhaus“, 3. Januar 2007
- Marburger Zeitung, Beitrag „Neubau lässt Licht herein“, 16. November 2006

Fachzeitschriften

- tec21 42-43/2010, Beitrag „Haustechnik beeinflusst Architektur“
- AIT 2009, Beitrag „Arbeiten im Park“
- archithese 6/2009, Beitrag „Mission erfüllt“, S. 42-45
- Fassade 4/2009, Beitrag „Licht- und Schattenspiele“, S. 23-28
- bau beratung architektur (bba) 12/2008, Beitrag „Konsequent nachhaltig“, S. 46-49
- VISO 04/2008, Beitrag „Medienhaus in Marburg“, S. 66-73
- SWM 02/2008, Beitrag „Effiziente Schönheit“, S. 14-15

Energiekonzept

Von Beginn an war es für die Architekten und den Bauherrn wichtig, den Neubau des Medienhauses nachhaltig zu  planen und auszuführen. Ziel war, den Energieaufwand für die Schaffung eines angenehmen Raumklimas zu minimieren, über mehrere Jahre Renovierungskosten für die Außenhaut zu vermeiden und den Wartungs- und Pflegeaufwand gering zu halten. Mithilfe eines kompakten Gebäudevolumens, einer dichten und gut wärmegedämmten Gebäudehülle und eines ausgefeilten Energiekonzepts gelang es, den Energieverbrauch um 50 Prozent im Vergleich zu einem  Standardbau zu reduzieren. Das komplette Gebäudetechniksystem wurde an der Hochschule Luzern entwickelt und in thermischen Simulationen optimiert.

Belichtung, Verschattung und Klima

Das durch die geschosshohe Verglasung einfallende Tageslicht verringert den Anteil und die Dauer der künstlichen  Beleuchtung. Auf diese Weise kann der Stromverbrauch reduziert werden. Aufgrund des niedrigeren Sonnenstands in den Wintermonaten können die Sonnenstrahlen direkt durch die Verglasung in die Räume scheinen. Im Sommer hingegen verhindern die auskragenden Balkonplatten bei höherem Sonnenstand den direkten Lichteinfall und beugen so  einer Überhitzung der Innenräume vor. Zudem verlaufen vertikale textile Sonnenstores mit jeweils unterschiedlichen Zwischenräumen vor der Verglasung. Diese wirken als klimatische Pufferzone. So ist das Arbeiten im Schatten bei sehr effizienter Abführung der Absorptionswärme möglich.



Lüftung

Eine Lüftungsanlage sorgt zusätzlich für ein angenehmes Raumklima und optimale Arbeitsbedingungen. Im Untergeschoss regelt ein zentrales Lüftungsgerät die Zu- und Abluft. Ein Pollenfilter säubert die Frischluft von allergenen Stoffen. Die Zuluft wird in einer zentralen Steigzone zur Dachdecke geführt, dort verteilt und versteckt über die Einbauschränke in den Bürogeschossen eingeblasen. Im Bereich der Nassräume wird die Abluft abgesaugt. Die Abluft wird über einen Wärmetauscher geleitet, so dass eine Wärmerückgewinnung stattfindet

Heizung, Kühlung und Warmwasser

Die Wärme für den Neubau wird über Erdwärmesonden gewonnen und über eine Wärmepumpe im Gebäude verteilt. Die Erdwärmesonden übernehmen je nach Jahreszeit Heizung oder Kühlung. Der nötige Strom zum Betrieb der  Wärmepumpe wird über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Medienhauses gewonnen.

Die einstufige Wärmepumpe des Typs Vitocal 300-G der Firma Viessmann entzieht über die Erdwärmesonden dem  Erdreich Wärme. Ausschlaggebend für die Effizienz der Wärmepumpe ist der Verdichtungsprozess. Herzstück der Vitocal 300-G ist ein leistungsstarker Compliant Scroll-Verdichter. Er überzeugt durch hohe Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit. In Verbindung mit den groß dimensionierten Wärmetauschern und der integrierten Kältemittel-Verteileinrichtung erreicht die Vitocal 300-G hohe Leistungszahlen und Vorlauftemperaturen bis 60 Grad Celsius. Besonders leiser Betrieb und große Leistung müssen dabei kein Widerspruch sein. Das beweist die Vitocal 300-G eindrucksvoll: Durch das hermetisch abgedichtete Gehäuse und eine besonders geschickte Gerätekonstruktion wird eine Schallreduzierung erreicht, welche die Erwartung in diesem Leistungsbereich übertrifft. Ein weiteres Plus: Das RCD-System der Wärmepumpe. RCD steht für Refrigerant Cycle Diagnostic. Das System übernimmt die permanente Überwachung des Kältekreises und sorgt in Verbindung mit dem elektronischen Expansionsventil für höchste Effizienz in jedem Betriebspunkt.

Die in den Erdwärmesonden gewonnene Wärme sorgt dafür, dass ein bei geringer Temperatur siedendes Kältemittel verdampft. Das dabei entstehende Gas wird vom Scroll-Verdichter komprimiert und damit erwärmt. Das so erwärmte Gas gibt die Wärme im Kondensator an den Heizwasser-Pufferspeicher ab. Im Medienhaus übernimmt diese Funktion ein Viessmann Heizwasser-Pufferspeicher Vitocell 100-E Typ SVP.

Die Wärmeverteilung erfolgt im Erd- und Obergeschoss über eine Fußbodenheizung mit Bauteilaktivierung. Im Untergeschoss verteilen Heizkörper die nötige Wärme. In den Sommermonaten verläuft dieser Prozess in umgekehrter  Reihenfolge: über die thermoaktive Bauteilaktivierung werden die Innenräume gekühlt, die Fußbodenheizung nimmt die vorhandene Wärme auf und leitet diese über die Wärmepumpe an die Erdsonde ins Erdreich ab. Die Regelung  erfolgt über eine Viessmann Vitotronic 200.

Autorin: Katharina Ricklefs

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