Heizöl als fossiler Brennstoff

Noch heute gehören Ölheizungen in Deutschland zu den meist verwendeten Heizsystemen. Ob mit der Heizwert- oder Brennwerttechnik: Ein Ölkessel zeichnet sich durch seinen wirtschaftlichen Betrieb, seine bewährte Technik und nicht zuletzt durch seinen energiereichen Brennstoff aus.


Wie aus Erdöl Heizöl wurde

Erdöl ist ein Stoffgemisch aus mindestens 500 Komponenten. Aus dem Rohöl (bereits gefördertes Erdöl) lassen sich unter anderem Kerosin, Benzin, Diesel und natürlich auch Heizöl herstellen. Bis das Rohöl als Heizöl in die Brennkammer einer Heizung kommt, muss es zuvor mehrere Verfahren durchlaufen. Experten teilen diesen Prozess in Destillation, Konversion und Raffination auf. Bei der Destillation wird das Rohöl in verschiedene Produktgruppen zerlegt, die sich durch ihre unterschiedlichen Siedebereiche gekennzeichnet sind. Im zweiten Schritt geht es darum, die Kohlenwasserstoffe in größere, kleinere oder anders strukturierte Moleküle umzuwandeln. Das ist notwendig, da der Bedarf an “leichten” Produkten stetig zunimmt. Und weil Rohöl einen hohen Schwefelgehalt hat, der bei der Verbrennung giftiges Schwefeldioxid freisetzen würde, wird es im letzten Schritt, der Raffination, entschwefelt.

Die unterschiedlichen Sorten von Heizöl

Heizöl ist nicht gleich Heizöl. Hierzulande ist dieser Brennstoff genormt. Die DIN 51603-1 und DIN SPEC 51603-6 unterteilen das Heizöl in:

  • Standard Heizöl EL
  • Schwefelarmes Heizöl EL 
  • Bio-Heizöl

Ersteres wird in Deutschland nicht mehr hergestellt. Nahezu alle privaten Haushalte verwenden stattdessen das schwefelarme Heizöl EL. Ursprünglich wurde es für die Brennwerttechnik entwickelt. Dank seiner zahlreichen Vorteile wie der sauberen und nahezu geruchsneutralen Verbrennung und der Reduzierung des Schwefelgehalts um etwa 20 Prozent hat sich das schwefelarme Heizöl EL mittlerweile aber etabliert. Das Kürzel EL steht hierbei für “extra leichtflüssig”. Öl-Brennwertkessel, die ausschließlich schwefelarmes Heizöl EL verbrennen, müssen mit einem grünen Füllrohrverschluss-Deckel versehen werden.

Neben schwefelarmem Heizöl EL gibt es noch Premium-Heizöl sowie Bio-Heizöl. Ersteres enthält im Vergleich zu “Standard Heizöl EL” spezielle Zusätze, die beispielsweise die Lagerdauer verlängern oder die Ablagerungen reduzieren. Bio-Heizöl wird hingegen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Raps, Sonnenblumen oder Soja hergestellt und dem schwefelarmen Heizöl EL beigemischt. Der Brennwert von Heizöl beträgt circa 45,5 MJ/kg. Das entspricht 10,74 Kilowatt pro Liter. Im Vergleich dazu hat Erdgas einen Brennwert von etwa 36 bis 50 MJ/kg. Je nach Sorte kann der Öl Brennwert jedoch leicht variieren. Bei einer Bestellung geben die Lieferanten neben dem Brennwert von Öl oft auch den Heizwert an.

Heizöl lässt sich auch regenerativ herstellen, zum Beispiel mithilfe von Rapspflanzen.

Heizöl lässt sich auch regenerativ herstellen, zum Beispiel mithilfe von Rapspflanzen

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Der Öltank als wichtige Komponente einer Ölheizung

Damit das Heizöl automatisch und wohldosiert in die Brennkammer gelingen kann, muss es bevorratet werden. Der hierfür benötigte Tank besteht in der Regel meist aus Metall oder Kunststoff. Um die Dichtigkeit zu erhöhen, sind viele Tanks doppelwandig gebaut und verfügen ferner über Sicherheitskomponenten wie den Grenzwertgeber oder andere Messinstrumente. Ersterer verhindert, dass das Heizöl bei Überfüllung ausläuft und ins Grundwasser oder Erdreich gelangt.

Das Bild zeigt verschiedene Kunststofftanks für den Brennstoff Heizöl.

Ober- oder unterirdische Lagerung möglich

Das Heizöl lässt sich entweder oberirdisch oder unterirdisch bevorraten. Für die oberirdische Variante kommen der standortgefertigte und der Batterietank infrage. Ersterer wird direkt vor Ort zusammengebaut und richtet sich nach dem vorhandenen Platz. Batterietanks bestehen aus einzelnen Modulen, die sich zu einer Einheit verbinden lassen. Ist innerhalb des Gebäudes kein freier Raum vorhanden, können Anlagenbesitzer das Heizöl auch unterirdisch lagern. Der sogenannte Erdtank ist in der Anschaffung und Verlegung kostenintensiver als seine oberirdischen Pendants. Dafür nimmt er innerhalb des Gebäudes keinen Raum in Anspruch und lässt sich nahezu unsichtbar “vergraben”.

Öltanks in Hochwassergebieten

Unabhängig von der Art seiner Aufstellung muss jeder Öltank hohe Sicherheitsstandards erfüllen. Diese sind in der “Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen” (VAwS) fest verankert. Demnach sind Behälter mit einem Fassungsvermögen von mehr als 5.000 Litern in einem eigenen Raum aufzustellen. Auch der Aufstellraum selbst muss bestimmte Voraussetzungen entsprechen und beispielsweise über eine selbstschließende Tür oder eine Feuerwiderstandsklasse verfügen. Steht der Tank in einem Hochwassergebiet, so muss die komplette Anlage hochwasserfest gemacht werden. Grundsätzlich gilt: Sowohl die Installation als auch die Demontage eines Öltanks dürfen nur von einem Fachmann erfolgen.