Passivhaus in Hannover



Daten und Fakten

Standort: 30619 Hannover
Bauherr: privat
Architekt:
Architekturbüro Peterburs,
Dipl.-Ing. Hiram Peterburs, Zertifizierter Passichausplaner, Langenhagen
Bauzeit: 2011
Bezug: Januar 2012
Weitere Daten:
Grundstücksfläche: ca. 1.300 m²
BRI: 1.119,6 m³
Energiedaten:
Energiestandard: Passivhaus
Jahresheizwärmebedarf (nach PHPP): 15 kWh/(m²a)
Gebäudeheizlast: 11 W/m²
Primärenergie (nach PHPP): 49 kWh/(m²a)
Blower-Door-Messung: 0,4 h-¹
Energiebezugsfläche: 226,8 m
 

Architekten

Architekturbüro Peterburs
Dipl.-Ing. Hiram Peterburs
Zertifizierter Passivhausplaner
Fuhrenkamp 23
30851 Langenhagen
Tel.: 0511- 4376104
Fax: 0511- 4376103
info@phs24.de
www.phs24.de

Bürophiliosophie:
Die Zusammenarbeit mit externen Sachverständigen ermöglicht die umfassende, flexible Betreuung der Bauherren von Beginn an. Unsere Leistung umfasst dabei alle Leistungsphasen der Architekten sowie der raumgestaltenden Architektur, für die federführend Tanja Peterburs zuständig ist. Welchen Teil unsere Bauherren davon auch wählen: Im Vordergrund stehen dabei die individuellen Bedürfnisse, unabhängig davon ob diese schlüsselfertig erstellt, klassisch frei vergeben oder mit Eigenleistungen erbracht und durch uns begleitet werden.
 

Fachplaner

Haustechnik
Dipl.-Ing. Hiram Peterburs
Zertifizierter Passivhausplaner
Fuhrenkamp 23
30851 Langenhagen
Tel.: 0511- 4376104
Fax: 0511- 4376103
info@phs24.de
www.phs24.de

Statik
Dipl.-Ing. Gerard Chéréstal
Lister Meile 34
30161 Hannover

Bauphysikalische Betreuung
Trinity Consulting
Schillerstraße 10
31311 Uetze
Tel.: 05173 - 690196
Fax: 05173 - 690 197
info@trinityconsulting.de
www. trinityconsulting.de


Entwurfsaufgabe

In einem Vorort von Hannover wollten sich die Bauherren aus persönlichen Gründen nach ihrer Pensionierung niederlassen. Der Wunsch an das neue Wohnhaus war eine barrierefreie Grundrisskonzeption mit moderner Gestaltung zu verbinden. Dabei stand für die Bauherren von Beginn an fest, dass das neue Haus dass das neue Haus ein nahezu energieneutrales Gebäude sein sollte, das dem aktuellen Stand der Technik entspricht.

Der ortsansässige Architekt Hiram Peterburs entwickelte aus den Vorgaben einen Baukörper angelehnt an die Bauhausarchitektur. Da die Bauherren einen Keller wünschten, aber nur eine eingeschossige Bauweise zulässig war, gelang es dem Architekt mithilfe eines Staffelgeschosses sowohl die Bauherrenwünsche als auch die vorliegenden Auflagen zu erfüllen. Die geforderte Barrierefreiheit wird dabei mit einem Fahrstuhl vom Keller- bis zum Obergeschoss sichergestellt.

Als zertifizierter Passivhausplaner konzipierte der Architekt Hiram Peterburs as Wohnhaus auf Basis eines ausgefeilten Energiekonzepts: Das Zusammenspiel aus einer Split Luft/Wasser-Wärmepumpe, einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und einer Photovoltaikanlage machen das neue Wohnhaus weitestgehend energieneutral.



Projektbeschreibung

Charakteristisch für den eher ruhigen Vorort im Nordosten der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover sind großzügige Vorstadtvillen. Auf dem Baugrundstück wurde zunächst ein bestehendes Wohngebäude abgerissen. Die anschließend zur Verfügung stehende Baulücke mit einem Grundstück von rund 1.300 Quadratmetern wies eine Breite von nur  21 Metern auf. In Längsrichtung ist das Grundstück nach Südwesten orientiert. Der Bebauungsplan sieht für das Gebiet nur eine eingeschossige Bauweise vor.

Der Baukörper des neuen Wohnhauses teilt sich in zwei Gebäudeteile auf: das zweigeschossige, unterkellerte Hauptgebäude zur Straße sowie der rückwärtige eingeschossige Wohnzimmertrakt. Den Wunsch der Bauherren nach einem Keller, obwohl nur eine eingeschossige Bauweise zulässig war, löste der Architekt Hiram Peterburs durch Errichtung eines Staffelgeschosses mit zum Garten orientierter Dachterrasse. Im Ergebnis entstand so eine auflagenkonforme eingeschossige Bauweise. Die einzelnen Gebäudeteile sind geometrisch gestaltet und mithilfe von übergreifenden Fensterflächen zu einer Einheit verbunden. Der weiße, kubische Bau ist dabei gestalterisch an die Architektur der Bauhausepoche angelehnt.

Die gewünschte Barrierefreiheit im Inneren wird mit einem Fahrstuhl vom Keller- bis zum Obergeschoss sichergestellt. Im Erdgeschoss legten die Bauherren großen Wert auf eine großzügige Eingangssituation mit großem Empfangsbereich, Garderobe und Gäste-Toilette. Der Zugang zum Fahrstuhl und die offene, einläufige Treppe ins Ober- bzw. Untergeschoss befinden sich ebenfalls in der Eingangshalle. Die Küche ist zentral im Erdgeschoss angeordnet und verfügt über einen zusätzlichen Zugang in den angrenzenden Wohnbereich. Bei der Grundrissgestaltung legte der Architekt großen Wert auf kurze Wege innerhalb der Raumaufteilung und der Räume zueinander. So gelangt man ebenfalls von der Garage über einen eigenen Eingang ins Haus direkt in den Vorratsraum, der wiederum nur wenige Schritte von der Küche entfernt ist. Der große Wohn-Ess-Bereich nimmt die ganze Gebäudebreite im Erdgeschoss zum Garten ein. Viel Licht fällt durch die großen raumhohen Fenster. Vom überdachten Freisitz ist der Schwimmteich im Garten direkt erreichbar.

Im Obergeschoss befindet sich neben einem Hauswirtschaftsraum der Schlaftrakt der Bauherren mit Bad und Ankleidezimmer. Des Weiteren ist ein separater Gästebereich, ebenfalls mit eigenem Badezimmer, vorgesehen. Das Untergeschoss beherbergt, neben einem Weinkeller und einem Abstellraum, die Haustechnik in einem separaten Technikraum.

Baukonstruktion

Das Wohnhaus in Hannover ist in Massivbauweise erstellt. Die Außenwände des Baukörpers sind als einschaliges Mauerwerk mit Wärmedämmverbundsystem konzipiert. Das 24 Zentimeter starke tragende Mauerwerk aus Gasbetonsteinen wurde mit einem 26 Zentimeter starken Wärmedämmverbundsystem versehen, das abschließend mit einem Gipsmaschinenputz weiß verputzt wurde. Die luftdichte, hochwärmegedämmte Außenwand weist einen passivhauskonformen U-Wert von nur 0,088 W/(m²K) auf. Das Kellergeschoss ist als weiße Wanne ausgeführt.

Die Fenster in der Fassade bestehen aus innen geölten Holzsandwichelementen mit einer pulverbeschichteten Aluschale. Der U-Wert der Verglasung (Ug) beträgt 0,6 W/(m²K), und der g-Wert liegt bei 63 Prozent. Als Verschattungselemente wurden elektrisch zu regelnde Raffstore-Elemente in vorgesetzten Kästen montiert.

Die repräsentative Hauseingangstür ist ebenfalls in Holzsandwichbauweise mit einem Alupaneel passend zu den Fensterrahmen ausgeführt. Der Ud-Wert der Eingangstür liegt bei 0,78 W/(m²K).


Interview

mit dem Architekten Dipl.-Ing. Hiram Peterburs, Langenhagen


Mit welchen Wünschen ist der Bauherr auf Sie zugekommen?
Mit der Pensionierung wollten sich die Bauherren wieder in Hannover niederlassen. Dementsprechend barrierefrei, aber modern und energieeffizient sollte das neue Wohnhaus sein. Eine zweigeschossige Bauhausarchitektur im Passivhausstandard entwickelte sich zur gewünschten Bauform. Da die Bauherren nicht auf einen Keller verzichtet wollten, aber nur eine eingeschossige Bauweise zulässig war, wurde ein Staffelgeschoss mit zum Garten hin orientierter Dachterrasse entwickelt. Die Barrierefreiheit wird mit einem Fahrstuhl vom Keller- bis zum Obergeschoss sichergestellt. Bei der Grundrissgestaltung wurde großer Wert auf eine großzügige Eingangssituation gelegt. Kurze Wege zeichnen die Raumaufteilung aus. Viel Licht und ein überdachter Freisitz bieten einen herrlichen Blick auf den parkähnlichen Garten mit einem Schwimmteich, der direkt von der Terrasse aus erreichbar ist. Im Obergeschoss befinden sich neben dem separaten Schlaftrakt mit Bad und Ankleidezimmer ein Hauswirtschaftsraum sowie ein Gästebereich, ebenfalls mit eigenem Badezimmer.

Aus welchen Gründen hat sich der Bauherr für ein Passivhaus entschieden?
Die Bauherren wollten ein nahezu energieneutrales Gebäude, das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Über die Datenbank der IG-Passivhaus haben sich die Bauherren über den Passivhausstandard informiert und sind aufgrund unserer Erfahrung in diesem Bereich auch unserem Planungskonzept gefolgt.

Welche Haustechnik kommt hier zum Einsatz?
Für die Heiztechnik wurde eine Luft/Wasser-Wärmepumpe der Firma Viessmann in Splitbauweise gewählt, die das Gebäude mit Wärme und Warmwasser versorgt. Dabei erfolgt die Wärmeabgabe über eine Fußbodenheizung. Zusätzlich wurde eine Photovoltaikanlage installiert, um den Stromverbrauch zu kompensieren und das Gebäude nachhaltig mit Energie zu versorgen. Die Vorgabewerte des Passivhausstandards werden nachweislich eingehalten.

Warum haben Sie sich für eine Qualifizierung zum zertifizierten Passivhausplaner entschieden?
Als Architekt spreche ich heute oft mit sehr gut informierten Bauherren, die die geforderten Qualitätsstandards insbesondere im Passivhausbau kennen und zu schätzen wissen. Dabei wird neben der Qualitätssicherung auch vom Planer ein hohes Maß an Fachkompetenz erwartet. Mit der Zertifizierung zum Passivhausplaner erfülle ich die Anforderungen an das notwendige Know-how, denn leider gibt es gerade im Passivhausbau zu viele schwarze Schafe. Für unsere Kunden ist mit dem Zertifikat die Gewissheit verbunden, dass fundiertes Wissen und Praxiserfahrung in die Realisierung ihres Bauprojekts einfließt.

Welche Aspekte sind Ihnen bei Ihrer Arbeit als Architekt besonders wichtig?
Ich habe das Ziel, bei der Lösung der Bauaufgabe ein möglichst harmonisches Gleichgewicht zwischen Design, energetischer Optimierung und Wirtschaftlichkeit zu finden. Dieser Entstehungsprozess stellt eine besondere Phase des Schaffens dar, denn hierbei gilt es ein Ergebnis zu erzielen, das sowohl dem eigenen, gestalterischen Anspruch gerecht wird als auch die Identifikation der Nutzer mit dem Objekt ermöglicht. Erst wenn all diese Elemente harmonisch zusammenpassen und ein individuelles, zeitgemäßes Gebäude entstanden ist, sehe ich meine Aufgabe erfüllt.


Technischer Ausbau

Als zertifizierter Passivhausplaner übernahm der Architekt Hiram Peterburs ebenfalls die Planung und Dimensionierung der Haustechnik. Das Energiekonzept für das Passivhaus basiert auf einer Luft-Wasser-Wärmepumpe in Splitbauweise, die das Gebäude mit Wärme und Warmwasser versorgt. Der geringe Jahresheizwärmebedarf des Passivhauses von nur 15 kWh/(m²a) wird über das Haustechnikkonzept vollständig abgedeckt. Zusätzlich wurde eine Photovoltaikanlage installiert, um den Stromverbrauch zu kompensieren und das Gebäude nachhaltig mit Energie zu versorgen.

Lüftung

Das Lüftungskonzept beruht auf einem zentralen Lüftungssystem mit bis zu 98 Prozent Wärmerückgewinnung. Das hochwärmegedämmte Rohrleitungssystem der Lüftungsanlage besteht aus Kunststoffnormteilen und zentralen Steuereinheiten für den Volumenstrom. Die vertikale Verteilung erfolgt hinter den Trockenbauwänden und ist in der horizontalen Verteilerebene in den Installationsaufbau der Fußbodenheizung integriert. Die Luftauslässe sind in den Boden und die Decke bündig eingelassen.

Heizung und Warmwasser

Das Herzstück des Haustechnikkonzepts ist eine eine Split Luft/Wasser-Wärmepumpe Vitocal 200-S von Viessmann. Die wetterfeste Außeneinheit des Splitgeräts ist auf dem Garagendach installiert, die restlichen Anlagenkomponenten sind im Technikraum des Kellergeschosses aufgestellt. Die Inneneinheit der Wärmepumpe beinhaltet die notwendige Hydraulik, den Wärmetauscher, eine Hocheffizienz-Umwälzpumpe entsprechend Energielabel A und ein 3-Wege-Umschaltventil zur komfortablen Versorgung mit Heiz- und Trinkwasser. Aufgrund des modulierenden Betriebs reduziert die Vitocal 200-S das ständige An- und Ausschalten und ist somit sehr leise im Betrieb. Dazu tragen auch der drehzahlgeregelte Ventilator und Verdichter bei.

Ein Heizwasser-Pufferspeicher der Typs Vitocell 100-E speichert die überschüssige Wärme aus der Luft/Wasser-Wärmepumpe. Für geringe Wärmeverluste sorgt die hochwirksame Rundum-Wärmedämmung aus Polyesterfaservlies. Ergänzt wird die Anlage durch einen Speicher-Wassererwärmer Vitocell 100-V. Sein Speicherbehälter aus Edelstahl Rostfrei sorgt für sicheren, anhaltenden Schutz vor Korrosion und eine hygienische Trinkwasserversorgung.

Autorin: Katharina Ricklefs

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