Grüne Dialyse – zwei Familienunternehmen setzen gemeinsam einen Meilenstein

„Grün“ – nicht nur ein Wort vielmehr eine Philosophie

Schon seit Jahrzehnten haben die beiden hessischen Familienunternehmen B. Braun und Viessmann den Umweltschutz und die Schonung des Klimas in ihren jeweiligen Nachhaltigkeitsstrategien fest verankert. Dokumentiert wird dies in den regelmäßigen Nachhaltigkeitsberichten; in zahlreichen Projekten wird an der Zielerreichung gearbeitet.

Für gewöhnlich fließt das warme Abwasser direkt nach der Blutwäsche ungenutzt in den Abfluss. Um Energieressourcen und Kosten zu sparen haben daher die B. Braun Avitum AG und die Viessmann Deutschland GmbH gemeinsam eine Produktlösung entwickelt, um die Energie-Effizienz im Prozess zu steigern: Dem kalten einfließenden Frischwasser wird durch zentrale Wärmerückgewinnung die Energie des abfließenden Dialysats zugeführt. Dies geschieht über die Installation von zwei hoch effizienten Wärmetauschern mit getrennten Wasserkreisläufen. Die Installation kann via Fernzugriff überwacht werden. Das System soll insbesondere bei Neubau- und Renovierungsprojekten in Dialysezentren installiert werden. Eine Nachrüstung in bestehende Anlagen ist ebenfalls möglich.

Verknüpft mit weiteren innovativen Heiz- und Kühlsystemen von Viessmann soll in der Zukunft in derartigen Dialysezentren mehr Strom und Wärme gewonnen werden als für die Dialyse benötigt wird.

Patienten mit chronischem Nierenversagen müssen in der Regel dreimal pro Woche eine Dialysetherapie in Anspruch nehmen, da sich die Urinproduktion und die Bestandteile des Urins – also Wasser und Abfallstoffe – im Körper ansammeln und ohne Therapie eine so genannte Harnvergiftung (Urämie) entstehen kann. Bei der Hämodialyse wird das gesamte Blut mit Hilfe eines speziellen Filters, eines sogenannten Dialysators, gereinigt. Prozessbedingt ist die Dialyse ein sehr energieaufwendiges Verfahren.  

Vorteile der Kooperation

●  Zentrale Wärmerückgewinnung in der Dialysetherapie.

●  Es soll in der Zukunft mehr Strom und Energie gewonnen werden als für die Dialyse benötigt wird.

●  Die Umwelt schonen und dabei Stromkosten sparen.

●  Wir bewegen uns einen großen Schritt auf die ökologische Dialysetherapie zu.


Zentrale Wärmerückgewinnung in der Dialysetherapie spart Stromkosten und schont die Umwelt

Die Dialyse ist ein sehr energieintensives Verfahren: Für eine Standardtherapie werden im Schnitt 150 Liter Wasser benötigt. Die Dialysierflüssigkeit muss dabei von einer Wassereingangstemperatur von 12 °C auf die übliche Körpertemperatur von 37 °C erwärmt werden. Allein dafür betragen die Stromkostenfür ein Dialysezentrum mit 30 Plätzen pro Jahrweit über 13 000 Euro*. Außerdem fließt das warme, Abwasser direkt nach der Blutwäsche ungenutzt in den Abfluss.

Die hohen Stromkosten und die im Abwasser enthaltene Energie gaben für die Familienunternehmen B. Braun Avitum und Viessmann Deutschland den Anstoß für ein einzigartiges gemeinsames Projekt: Die systemübergreifende Wärmerückgewinnung in der Dialysetherapie. Der Neubau oder die Sanierung von Dialysezentren bietet ideale Voraussetzungen, dieses bereits in der Praxis erprobte Konzept in die Realität umzusetzen. Das Prinzip zur Energieeinsparung ist verhältnismäßig einfach: Die im Abwasser enthaltene Restwärme wird zur Vorerwärmung des notwendigen Frischwassers genutzt.

Bis zu 17 Prozent Ersparnis pro Jahr

Mittels Wärmetauscher kann aus dem 37 °C warmen Abwasser Energie in Höhe von 16 °C entzogen und damit das 12 °C kalte Leitungswasser auf 28 °C vorerwärmt werden. Die bleibende Differenz von 9 °C leistet dann das integrierte Heizsystem des Dialysegeräts. Daraus ergeben sich deutlich niedrigere Stromkosten. Weitere Einsparmöglichkeiten bringt ein KWK-Heizsystem mit einer Photovoltaik-Anlage zur Erzeugung eigenen Stroms.

*Gerechnet auf ein durchschnittliches Dialysezentrum mit 106 Patienten und drei Therapien pro Woche pro Patient bei einem durchschnittlichen Strompreis in Deutschland von 0,22 Euro/kWh (Stand: 06/16).

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Zentrale Wärmerückgewinnung

Die Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser der Dialysetherapie (1–4) ist ein geschlossenes System. Eine weitere Energieersparnis bringt ein KWK-Heizsystem mit einer Photovoltaik-Anlage zur Erzeugung eigenen Stroms (5–9).

[1] Grauwasser-Wärmetauscher
[2] Plattenwärmetauscher
[3] Osmoseanlage
[4] Dialysezentrum
[5] Photovoltaik-Anlage
[6] Heizwasser-Pufferspeicher
[7] Blockheizkraftwerk
[8] Gas-Brennwertgerät
[9] Wechselrichter

Hier finden Sie unser Factsheet zur "Grünen Dialyse". Es beschreibt die Systemlösung und enthält Informationen zu den Viessmann Produkten.


Animation

In dieser Animation erleben Sie die Abläufe innerhalb des Dialysezentrums. Sie verdeutlicht Energieflüsse, Einsparpotenziale sowie die beteiligten Komponenten.


Sie interessieren sich für unsere Lösung. Dann sprechen Sie uns gerne an:


Viessmann Deutschland GmbH

Rüdiger Salamon
Key Account Manager Gesundheits- und Sozialwesen
Mobil: +49 1511 5168750
E-Mail: SalR@viessmann.com

B. Braun Avitum AG

Martin Kuhl
Vice President Sales & Marketing Water Treatment Systems
Telefon: +49 5661 713069
Mobil: +49 170 9174265
E-Mail: martin.kuhl@bbraun.com


Komplettangebot

Das Viessmann Komplettangebot bietet individuelle Lösungen mit effizienten Systemen und Leistungen von 1,5 bis 120000 Kilowatt für alle Anwendungsbereiche und alle Energieträger. Im Zusammenhang mit dem Projekt "Grüne Dialyse" möchten wir insbesondere auf die folgenden Produktgruppen hinweisen:

Blockheizkraftwerk erzeugt Strom und Wärme

Kompakte Blockheizkraftwerke (BHKW) Vitobloc 200 liefern dezentral Wärme und Strom mit Gesamtwirkungsgraden bis zu 95 Prozent. Im Vergleich zur getrennten Energieversorgung werden bis zu 30 Prozent Primärenergie eingespart.

Wärmepumpe nutzt kostenlose Wärme

Wärmepumpen Vitocal mit einer hohen Vorlauftemperatur bis 72 °C sind die erste Wahl für hohen Warmwasserkomfort in größeren Wohnhäusern, gewerblich und sozial genutzten Immobilien. Zur Beheizung eines Diaylsezentrums kann beispielsweise eine Wasser/Wasser-Wärmepumpe das 28 °C warme Abwasser als primäre Energiequelle nutzen.

Gas-Brennwertgerät deckt Spitzenlast ab

Kompakte wandhängende und bodenstehende Gas-Brennwertgeräte wandeln die Energie zu 98 Prozent in Wärme um. Sie sind hocheffizient und besonders sparsam. In gewerblichen Heizungsanlagen sorgen sie häufig für die Abdeckung von Spitzenlasten, wenn bei besonders tiefen Temperaturen die Erzeugung von Heizenergie oder die Bereitstellung von Warmwasser durch den Hauptkessel (BHKW oder Wärmepumpe) nicht ausreichen sollte.

Speichersysteme für eigenen Strom

Viessmann Batteriesysteme Vitocharge zur Speicherung von selbst erzeugtem Strom steigern den Eigenverbrauch und damit die Effizienz einer Photovoltaik- oder KWKAnlage. Wird kein Strom benötigt, lädt das System die Batterie auf. Ist der Speicher voll und kein angeschlossener Verbraucher aktiv, geht der Strom ins öffentliche Netz und wird vergütet.


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Vitobloc 200 Blockheizkraftwerke

Elektrische Leistungen: 6 bis 530 kWel, thermische Leistungen: 15 bis 600 kWth, Kraftstoff: Erdgas, Biogas, Flüssiggas

Produktinfos Blockheizkraftwerke
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Vitocal Wärmepumpen

Sole/Wasser-Wärmepumpen, Leistungen: 2,4 bis 1128 kW, Luft/Wasser-Wärmepumpen, Leistungen: 11,3 bis 50,0 kW, Wasser/Wasser-Wärmepumpen, Leistungen: 116 bis 290 kW, Großwärmepumpen bis 2000 kW

Produktinfos Wärmepumpen
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Vitodens 200 Gas-Brennwertgeräte

Leistungen: 2,4 bis 150 kW, 10 Jahre Garantie auf Edelstahl-Wärmetauscher, automatische Verbrennungsregelung Lambda Pro Control Plus, optionale Regelung per App

Produktinfos Vitodens 200

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Vitovolt 200 Photovoltaik-Module

Monokristallin: Max. Leistung bis 280 Wp, polykristallin: Max. Leistung bis 265 Wp, Vitovolt 300 (schwarzes Design), monokristallin: Max. Leistung bis 270 Wp, polykristallin: Max. Leistung bis 260 Wp

Produktinfos Photovoltaik-Module
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Vitocharge Stromspeicher-System

Nutzbare Speicherkapazität: 2,5 bis 10 kWh, Batterietechnologie: Li-Ionen, Zyklenfestigkeit: 6000, Lebensdauer: 20 Jahre, kaskadierfähig (ein-, dreiphasig)

Produktinfos Vitocharge