Passiv-Reihenhäuser in Allensbach



Daten und Fakten

Standort: Prof.-Schmieder-Straße 8-8e, 78476 Allensbach
Bauherr: Bauherrengemeinschaft "Prof.-Schmieder-Straße"
Architekt: siedlungswerkstatt GmbH
Bauzeit: 2004
Wohn-/Nutzfläche gesamt: 945 qm
Bruttorauminhalt gesamt: 3.720 cbm
Baukosten gesamt:
1.135.000 €
Baukosten pro qm Wohn-/Nutzfläche: 1.201 €
 

Architekten

siedlungswerkstatt GmbH
Tenbrinkstraße 4
78467 Konstanz
Tel. 07531-917390
Fax 07531-917391
www.siedlungswerkstatt.de

Fachplaner

Tragwerk
Ing.-Büro für Baustatik Lothar Biehrer
Otto-Burger-Straße 8
79215 Elzach
Tel. 07682-909171

HLS-Planung
Ingenieurbüro Bernd Kunkel
Leipziger Straße 176
08058 Zwickau
Tel. 0375-2309224

HLS-Installation
Kästle Alexander
Eggenriedstr. 3/3
88682 Salem
Tel. 07554-9550

Bauphysik
Ing.-Büro Karlhans Schwarz
Hofäckerstraße 8
88696 Owingen
Tel. 07551-5843


Entwurfsaufgabe

Auf dem Gelände eines ehemaligen Umspannwerks in Allensbach entstanden sechs architektonisch anspruchsvolle Reihenhäuser im Passivhausstandard. Die Idee, auf dem Grundstück Reihenhäuser entstehen zu lassen, kam von einer der jetzigen Bewohnerfamilien: Für sie allein wäre das Grundstück zu groß gewesen. Gemeinsam mit den Architekten der siedlungswerkstatt in Konstanz suchten sie deshalb Mitstreiter für eine Baugruppe und entwickelten in intensiver Vorarbeit ein optimales Konzept für konfliktfreies und ökologisch basiertes Zusammenleben.

Das Grundstück liegt inmitten eines Wohngebietes mit Doppel- und Mehrfamilienhäusern aus den 50er und 60er Jahren. Von der ursprünglichen Nutzung des Grundstücks durch den regionalen Energieversorger waren noch ein Trafohäuschen und unterirdische Hochspannungsleitungen übrig geblieben. Auch die Lage unmittelbar südlich der viel befahrenen Bundesstraße B 33 zwischen dem Westende des Bodensees, der Autobahn A 81 nach Stuttgart und in der Nähe des städtischen Wertstoffhofs war auf den ersten Blick nicht eben traumhaft. Die Aufgabe der Architekten war es, kostengünstige, ökologische Reihenhäuser zu entwickeln, die den Lärm weitestgehend ausblenden und ein Maximum an Wohnqualität für jeden einzelnen Bewohner garantieren.



Projektbeschreibung

Der Entwurf für die Reihenhäuser ist stark geprägt von der viel befahrenen Bundesstraße auf der Nordostseite des tiefen Grundstücks. Fast parallel zur Bundesstraße verläuft die eigentliche Erschließungsstraße, durch die auch der Anlieferungsverkehr zum Wertstoffhof stattfindet. Der Lärmeintrag aus diesen beiden Straßen wird durch eine Wand minimiert, vor der die Carports platziert wurden. Das Grundstück selbst liegt dahinter und wird fußläufig erschlossen. Da möglichst wenig Fläche versiegelt werden sollte, blieb so ein Maximum an privater und begrünter Fläche zwischen den beiden Baukörpern erhalten. Je drei Reihenhäuser bilden zusammen einen Baukörper, dessen Gärten und Wohnräume nach Südwesten bzw. Süden orientiert sind. Der südliche Bau ist etwas gedreht, so dass sich das Ensemble nach Westen öffnet. Die Fassaden auf der Nordseite werden nur mit wenigen Fenstern durchbrochen, hier sind außerdem die Nebenräume angeordnet, die nochmals als Lärmpuffer zu den Wohnräumen wirken.

Das Architekturbüro siedlungswerkstatt hat im Sinne ökologischen und kostengünstigen Bauens in den letzten Jahren feste Standards für Wohnprojekte entwickelt. Die Baukörper sind immer schlicht und kompakt, die Grundrisse klar und zweckmäßig aufgeteilt. Die Wandaufbauten sind für sämtliche Bauten gleich definiert, mit einer Variante für Massiv- und einer für Holzhäuser. Gemeinsam ist Beiden die durchgängige Dämmebene, die von der Bodenplatte bis zum First das gesamte Haus umschließt.

Bei den Reihenhäusern in Allensbach entschied man sich für die Holzvariante. Die Holz-Großtafelelemente werden vorgefertigt auf die Baustelle geliefert und vor Ort durch Fenster und Türen komplettiert. Für die Fassadenbekleidung werden hinterlüftete Holzwerkstoffplatten eingesetzt, die Fenster sind aus einheimischem Kiefernholz gefertigt. Die grauen Fassadenflächen sind mit Tafeln in Rot und dunklerem Grau abgesetzt, die Dächer sind in dunkelgrauem Ziegel gedeckt. Die Fensterrahmen und ein mit Holzlamellen verkleideter, vorgesetzter Balkon an einem der Häuser setzen hellere Akzente in Kiefer, In den Innenräumen wurden in der Wirkung zurückhaltende, strapazierfähige Materialien eingesetzt. Außen- und Innenwände sind mit Gipsfaserplatten beplankt und mit Dispersionsfarbe gestrichen. Die Untersichten der Decken und des Daches sind mit Fichte-Dreischichtplatten verkleidet. Treppen werden standardmäßig als verzinkte Stahlkonstruktion ausgeführt und mit massiven, geölten Holzstufen belegt. Die Geländer sind ebenfalls verzinkt und bestehen aus einem umlaufenden Flachstahlrahmen mit Füllstäben.

Auch bei der Elektroinstallation wurde ökonomisch und zweckmäßig geplant: Im Untergeschoss sind die Leitungen auf Putz verlegt, in den Wohngeschossen verlaufen sie in den Wänden und Decken. Ein schlichtes, hochwertiges Schalterprogramm in Weiß ist Standard, für die Leuchten müssen die Bauherren selbst sorgen.

Die Wohn- und Nutzfläche von 160 qm verteilt sich auf sieben Zimmer über vier Geschosse, plus zwei große Abstellräume und einen Technikraum. Das Erdgeschoss ist offen und lichtdurchflutet konzipiert. Durch die Reduzierung der Verkehrsfläche auf das Notwendigste, entsteht viel Platz in den Individualräumen in den Obergeschossen. Auch die Räume im Untergeschoss haben durch die um das ganze Haus verlaufende Dämmschicht ein angenehmes Klima: trocken und luftdicht. Ein großzügig dimensionierter Aushub mit einem Verbau aus Natursteinmauerwerk ermöglicht die Versorgung dieser Räume mit Tageslicht durch große Fenster. Die Gartenterrasse ist etwa 7 qm groß und als Holzrost ausgeführt. Die privaten Grünflächen werden mit vorhandenem Humus angedeckt, Raseneinsaat und Pflanzarbeiten übernehmen die Bauherren in Eigenleistung.


Baukonstruktion

Tragwerk und Fassade

Die Architekten erreichen den Passivhausstandard, bei dem besonders luftdichte Fassaden erforderlich sind, durch die ganzheitliche Planung der Gebäudehülle. Dazu gehören in erster Linie ein geradlinig aufgebautes Tragwerk und eine Außenhaut ohne Durchdringungen.

Auf einem Kellergeschoss aus Stahlbeton stehen Holztafelelemente, die vom Holzbauer vorgefertigt auf die Baustelle geliefert werden – komplett mit Wind-, Regen- und Tauwasserschutz sowie mit Mineralwolle bzw. zum Teil mit Flachs gefüllt. Die Anschlüsse zwischen den Tafelelementen und an Fenster, Türen und eventuellen Balkonen oder Vordächer werden erst vor Ort ausgeführt, um die notwendige Qualität der Details gewährleisten zu können. Durch die vorgefertigten Elemente enthält die Fassade wesentlich weniger Fugen als ein vor Ort errichteter Skelettbau. Im BlowerDoor-Test unterschreiten diese Fassaden standardmäßig den Passivhaus-Grenzwert um ein Drittel.

Das Kellergeschoss ist als wasserundurchlässige Wanne ausgeführt, um Schutz gegen drückendes Grundwasser zu bieten. Da die Reihenhäuser auch rechtlich wie Eigentumswohnungen behandelt werden, also wie zwei Häuser mit je drei Wohnungen, wurden keine doppelten Haustrennwände ausgeführt – das trägt zur Sicherheit gegen Druckwasser und Reduzierung der Kosten bei. Doppelte, schallentkoppelte Trennwände mit einem Schalldämmwert von ca. 64 dB gibt es ab dem Erdgeschoss in Holzbauweise. Während die Kellerwände aus 240 mm starken wasserundurchlässigen Stahlbetonscheiben und 180 mm Polystyroldämmung bestehen, sind die 120 mm starken Holztafeln doppelt gedämmt: zwischen den tragenden Balken und auf der Tafelkonstruktion mit einer zusätzlichen Mineralwolledämmung von 240 mm. Die Kellerdecke ist wie die Wände aus Stahlbeton, sämtliche darüber liegenden Decken und das Dach sind in einer Hohlkastenkonstruktion ausgeführt. Für das Dach sind die Elemente mit 140 mm Wärme¬däm¬mung gefüllt und zusätzlich mit einer Wärmedämmung von 300 mm gedeckt. Die U-Werte liegen zwischen 0,1 W/m²K für das Dach und 0,2 W/m²K für die Betonbauteile.

Durch die starke Dämmung wird auch der Lärmeintrag von der Bundesstraße ausgeblendet. Großen Anteil haben daran die dreifach isolierten Fenster. Sie sind in ihrer Größe der Himmelsrichtung angepasst: klein nach Norden, zur Bundesstraße, großflächig nach Süden, zum Kinderspielplatz bzw. zur Gemeinschaftsfläche. Die hochwertige Isolierverglasung bewirkt zusammen mit den Blend- und Flügelrahmen aus massiver Kiefer einen Uw-Wert von 0,8 W/m²K. Die Lichtdurchlässigkeit liegt bei 55%, wirkt also als Schutz vor Sonnen- und Wärmeeintrag. Zusätzlich sind die geschosshohen Verglasungen auf der Gartenseite mit außen liegenden Jalousien ausgestattet.


Interview

mit Dipl.-Ing. (FH) Jochen Czabaun, siedlungswerkstatt


Die Reihenhäuser in Allensbach kamen zustande, indem sich eine Gruppe potentieller Bauherren zu einer Baugruppe zusammengeschlossen hat. Wie unterscheidet sich das Arbeiten mit Baugruppen vom Bauen mit einem einzelnen Bauherrn?
Der Vorlauf ist intensiver, erfordert mehr Engagement und eine größere Disziplin – bietet aber auch die Chance auf eine hochwertigere Wohnumgebung. Die Bauherren lernen sich frühzeitig kennen und sind stärker am Planungsprozess beteiligt, z.B. durch die Festlegung individueller Qualitäten oder auch gemeinschaftlicher Quartiersbereiche. Das trägt zu einer deutlich höheren Identifikation bei, was gerade bei dichteren Bauformen sehr wichtig ist. Als Architekten haben wir bei Baugruppenprojekten die Möglichkeit, wichtige soziologische Aspekte in unsere Planung einzubeziehen. In Allensbach zum Beispiel entstand dadurch der „Quartiersplatz“ für diese Kleinstsiedlung.

Baut Ihr Büro nur mit Baugruppen?
Neben unserer „klassischen“ Architektentätigkeit haben wir in der Vergangenheit zahlreiche Passivhaus-Projekte mit Baugruppen entwickelt und realisiert. Wir führen bei diesen Projekten Bauinteressierte zusammen, denen wir ein sehr flexibles Architekturkonzept anbieten, so dass die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen berücksichtigt werden können. Das Bauen in der Gruppe bietet zudem Planungs- und Kostensicherheit, ist wirtschaftlich und ermöglicht dadurch die Realisierung hoher ökologischer und gestalterischer Standards.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Bauen mit Baugruppen gemacht?
Als Architekten haben wir die Chance, durch die Gestaltung der gemeinschaftlichen Bereiche, auf die Nachhaltigkeit des Quartiers wichtigen Einfluss zu nehmen. Auch ist die Resonanz seitens der Bewohner positiv, da viele in einer Baugruppe ihren Wunsch nach einer sozialen Nachbarschaft verwirklichen konnten. Zunehmend wird das „Baugruppen-Konzept“ von Kommunen oder Notaren unterstützt. Gerade bei komplexen Bauvorhaben besitzt das Modell mit Teileigentum große Vorteile. Aufwändige und kostenintensive Verfahren z.B. bei Grundstücksaufteilungen, Wege- oder Leitungsrechten können entfallen.

Auf Ihrer Homepage definieren Sie ganz genau die Bauweisen Ihrer Passivhäuser. Dabei gibt es jeweils einen festgelegten Standard für Holzbau- und Massivbauweise – mit dem Hinweis darauf, dass diese Aufbauten geändert werden können, um stets dem Stand der Technik zu entsprechen.
Wir haben dadurch die Möglichkeit, recht kurzfristig auf die jeweilige Situation zu reagieren, also die Häuser in Massiv- statt in Holzbauweise auszuführen oder umgekehrt. Man weiß genau, auf welche Detailpunkte man in der Ausführung achten muss. Das gibt den Bauherren Sicherheit – und uns als Architekten genauso. Wir arbeiten außerdem mit einem festen Stamm von Firmen zusammen, die haben entsprechende Erfahrung mit unseren Anforderungen.

Ein wichtiger Aspekt Ihrer Passivhäuser ist die konsequente Komplettdämmung rundherum. Wenn das Haus inklusive Keller gedämmt ist, entsteht kein Gewölbeklima. Was sagen Sie Bauherren, die einen Weinkeller wollen?
Wir empfehlen einen speziellen Weinschrank. Dies hat den Vorteil, dass die Abwärme wiederum genutzt werden kann und dem Energiekreislauf des Gebäudes zugeführt wird. Generell jedoch bietet ein Warmkeller mehr Vorteile. Durch großzügige Fenster haben die Bewohner zusätzlich die Möglichkeit, wohltemperierte Gäste- oder Arbeitszimmer darin vorzusehen und die oberen Geschosse zu entlasten. Für den „guten Tropfen“ bleibt dabei trotzdem noch genug Raum.


Presseschau

Web

www.passivhausprojekte.de

Technischer Ausbau

Klimakonzept

Die Kleinstsiedlung ist ganzheitlich ökologisch geplant. Durch die Anordnung der Carports an der Straße und die Erschließung der Häuser durch reine Fußwege beschränkt sich die Versiegelung der Flächen auf einen geringen Bruchteil der Gesamtfläche. Im Sommer kühlt sich die Luft in diesem Kleinklima schneller ab, Regenwasser versickert im Boden, statt in der Kanalisation zu verschwinden. Auf den Verkehrsflächen sorgen Rigolen für die Versickerung des Regenwassers.

Die Häuser sind als Passivhäuser definiert und verbrauchen nur 112 kWh Primärenergie pro Jahr und Quadratmeter beheizter Nutzfläche. Damit liegen sie 20% unter dem Grenzwert für Passivhäuser von 140 kWh/m²a. Diese Werte erreichen die Häuser durch passive, bauliche Maßnahmen in Kombination mit aktiven, haustechnischen Einbauten. Eine dicke Rundumdämmung, dreifach isolierte Fenster und Türen und die Ausführung der Holzkonstruktion der Fassade mit fugenreduzierten, luftdichten Großtafelelementen sorgt für Wärmeverluste nahe Null. Im Blower-Door-Test wurde eine Luftwechselrate n50 von 0,39/h gemessen. Damit liegt die Luftdichtheit der Gebäude um 30% unter der für Passivhäuser verbindlichen Marke von 0,6 Luftwechseln pro Stunde, gemessen bei einem Unterdruck im Haus von 50 Pascal.

Die Nordseiten der Gebäude sind relativ geschlossen ausgeführt, um Wärmeverluste (und Lärmbelästigung) zu vermeiden, während die nach Süden orientierten Wohnräume mit raumhohen Fensterelementen ausgestattet sind. Da wenig Speichermassen im Haus vorhanden sind, bestand die Gefahr der Aufheizung im Sommer. Dies hätte einen erhöhten Energiebedarf für Kühlung zur Folge gehabt. Um dies zu vermeiden, wurden Sonnenschutzgläser mit einem Lichttransmissionsgrad von 55% gewählt. Zusätzlich sorgen außen liegende Jalousien für Verschattung und Abschirmung heißer Sommerluft.

Für die Versorgung mit kühler Luft im Sommer und warmer Luft im Winter wurde der speziell für Passivhäuser entwickelte Compact-Energy-Tower Vitotres 343 von Viessmann eingesetzt, der ohne Wärmebrücken angeschlossen wird und für die Ergänzung durch thermische und photovoltaische Solaranlagen ausgelegt ist. Eine gemeinschaftliche Photovoltaikanlage mit 2x6 kWp ist angeschlossen und sorgt dafür, dass Heizung und Brauchwassererwärmung energieneutral erzeugt werden.

Heizung und Lüftung

Die technische Ausstattung für Heizung und Lüftung beschränkt sich in den Reihenhäusern auf das hoch entwickelte und kompakte Komplettgerät Vitotres 343. Es zeichnet sich durch seine Kompaktheit aus und vereint auf einer geringen Grundfläche von nur 60 x 67 cm eine Abluft/Wasser-Wärmepumpe, kontrollierte Wohnungslüftung und einen Speicher-Wassererwärmer mit 250 l Inhalt. Für den Einsatz in Passivhäusern mit ihrer dichten Gebäudehülle sind die Anschlüsse der Lüftungskanäle ohne Wärmebrücken konzipiert. Die Regelung CD 70 enthält alle Regelungsfunktionen für einen witterungsgeführten Heizbetrieb mit Solarkreislauf. Steuerbar ist der Vitotres 343 per Fernbedienung.

Das Lüftungsgerät basiert auf dem Lüftungs-System Viessmann Vitovent 300 mit Wärmerückgewinnung zur bedarfsgerechten Wohnungslüftung mit gereinigter und erwärmter Außenluft. Ein Erdkanal von etwa 25 m Länge ist dem Gerät vorgeschaltet und liefert frische, 8°C warme bzw. kühle Luft. Ein Filter vor der Ansaugöffnung verhindert das Eindringen von Pollen. Über ein Kanalsystem wird die Luft – je nach Jahreszeit und Anforderung temperiert – in sämtliche Wohnräume eingeblasen, die verbrauchte Luft wird in Küche und Bad wieder abgesaugt und in den Vitotres 343 zurückgeführt. Auch hier ist ein Filter zur nochmaligen Reinigung der Luft angeordnet. 90% der in der Abluft enthaltenen Wärme wird über einen Wärmetauscher wieder an die frische Zuluft übertragen. Den Rest bereitet die ins Gerät integrierte Wärmepumpe mit einer Leistung von 1,5 kW für die zusätzliche Nacherwärmung von Zuluft und Trinkwasser auf. Bei warmem Wetter läuft die Wärmepumpe automatisch in umgekehrter Funktion: Mit 1 kW unterstützt sie dann die Kühlung der Innenraumluft.

An den Vitotres 343 können thermische und fotovoltaische Solaranlagen angeschlossen werden. Die elektrische Unterstützung ist für die Nacherwärmung von Wasser und Zuluft über einen Heizstab mit den Stufen 2, 4 und 6 kW vorgesehen. Außerdem sind Strom sparende Ventilatoren eingesetzt, die für einen gleichmäßigen Luftvolumenstrom bei reduziertem Energieverbrauch sorgen.

Der Viessmann Vitotres 343 wurde auch gewählt, weil er für die Integration einer thermischen Solaranlage ausgelegt ist. Bei Bedarf lassen sich außerdem die Kollektoren nachrüsten, da hydraulische Anschlüsse, Solarkreispumpe und Regelungselemente bereits vorhanden sind.

Für die Ergänzung der Lüftungsheizung durch ein hydraulisches Heizsystem, etwa für separate Badheizkörper, bietet der Vitotres 343 ebenfalls einen integrierten Anschluss.

Autor: Dagmar Ruhnau

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