Bundespresseamt in Berlin



Daten und Fakten

Standort: Reichstagufer 12/14, Dorotheenstraße 80-84, 10117 Berlin
Bauherr: Bundesrepublik Deutschland vertreten durch Bundesministerium für
Verkehr, Bau- und Wohnungswesen und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Architekt: KSP Engel und Zimmermann Architekten, Berlin-Braunschweig-
Köln-Frankfurt
Planungs- und Realisierungsdaten
EU-Auswahlverfahren 1995
Entwurfsplanung seit 1995
Baubeginn 1996
Fertigstellung: 10/ 1999
1. Bauabschnitt Oktober 1997
2. Bauabschnitt Oktober 1998
3. Bauabschnitt August 2000

Wettbewerb: 1995, 1. Preis
Auszeichnungen: 2002: 2. Bundesdeutscher Architekturpreis Putz - 2. Preis

Architekten

KSP Engel und Zimmermann Architekten
Berlin Braunschweig Köln Frankfurt
Kurfürstendamm 48/49
Tel.: 0 30 / 88 92 04 0
E-Mail: sekretariat@b.ksp-architekten.de
www.ksp-architekten.de

Projektteam
Thomas Rinne, Marc Volmerhaus

Bürophilosophie:
Architektur bedeutet für KSP Engel Zimmermann die Lösung komplexer Aufgaben. Grundlage ihrer Arbeit ist der partnerschaftlich geprägte Dialog mit dem Ziel, individuelle Lösungen für die einzelnen Bauherren und deren Bauaufgaben zu finden. Um dies zu gewährleisten, arbeiten die Architekten von Anfang an in interdisziplinären Teams. Ziel ist es stets, ganzheitliche Lösungen zu erarbeiten. Intelligentes Bauen bedeutet für KSP Engel Zimmermann den Einsatz von wenig Technik sowie Material und somit die Reduktion und Minimierung von Tragwerken. In einfachen, flexiblen und innovativen Strukturen liegt die Chance für zukunftsweisende Bauten. Um die Kommunikation zu stärken, werden von den Architekten Raumkonzepte entwickelt, die offen für verschiedene Aktivitäten sind und gleichzeitig den notwendigen Aufforderungscharakter besitzen, Bestehendes durch Ungewohntes und Neues aufzubrechen.

Fachplaner

Projektsteuerung
HPP Bau- und Projektmanagement GmbH, Düsseldorf

Landschaftsarchitekt
WES & Partner, Hamburg

Tragwerksplanung
CBF – Berlin Bauconsulting, Berlin

Technische Gebäudeausrüstung
IGH Ingenieurgesellschaft Höpfner GmbH, Berlin

Bau- und Raumakustik
Akustik Ing.-Büro Moll GmbH, Berlin

Bauphysik
Institut für Bauphysik Horst Grün GmbH, Mülheim a. d. Ruhr

Medientechnik
ADA Acoustic Design Ahnert, Berlin

Elektromagnetische Verträglichkeit
EES Euro EMC Service, Teltow

Lichtplanung
a.g Licht, Köln

Ökologie
GFÖB Gesellschaft für Ökologische Bautechnik Berlin mbH, Berlin

Denkmalpflege
Dr.-Ing. Helmut Maier, Freier Architekt BDA, Berlin

Energiebeauftragter der Bundesregierung
IEMB Institut für Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken e.V. an der TU
Berlin

Materialprüfung
BIB Berliner Institut für Baustoffprüfungen GmbH & Co. KG

Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure
Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Lucke, Dipl.-Ing. (FH) H.-Thomas Umpfenbach,
Beratende Ingenieure, Berlin

Prüfingenieur für Baustatik
Dipl.-Ing. Dietrich Pilz, Berlin

Entrauchungsgutachter
sbg Sachverständigenbüro Goldmann, Berlin

Sanierungsgutachter
Barg Baustofflabor GmbH & Co. KG, Berlin

Entwurfsaufgabe

Der wichtigste Ort für die Begegnung zwischen Bundesregierung und Presse ist das Bundespresseamt. Nach dem Umzug von Bonn nach Berlin waren in der Nähe der Regierungszentrale 550 Mitarbeiter unterzubringen, Räume für Pressekonferenzen und andere Veranstaltungen mit bis zu 800 Personen zu schaffen und eine Bibliothek samt Archiv für 8 Millionen Zeitungsausschnitte und über 1,5 Millionen Fotos zu beherbergen. All diese Nutzungen sollten in einem Straßenblock zwischen Reichstagsufer im Norden und Dorotheenstraße im Süden untergebracht werden, auf dem sich bereits ein wildes Konglomerat verschiedener Altbauten befand, das in die Planung einbezogen werden musste. Die Architekten standen vor der schwierigen Aufgabe, das an der Spree gelegene ehemalige Postscheckamt aus dem Jahr 1917, das Kopfgebäude der ehemaligen Markthalle (1886) und einen Plattenbau vom Typ WBS 70 (1989) umzubauen und so zu erweitern, dass ein neues Ganzes entsteht.



Projektbeschreibung

Bundespresseamt - Neubauten

Um die einzelnen Gebäude des heterogenen Bestands zusammenzufassen, ersannen die Architekten einen über hundert Meter langen Büroriegel mit einer Lamellenfassade aus schwarz bedrucktem Glas, der sich vom Reichstagsufer über die gesamte Tiefe des Blocks bis zur Dorotheenstraße erstreckt. Er lehnt sich direkt an die Brandwand des ehemaligen Postscheckamts an und erspart dem Passanten den Blick auf eine kahle Mauerfläche. Wie ein Parasit nutzt er den Altbau: Da das vorhandene Gebäude einhüftig organisiert war – mit dem Flur zur Brandwand und den Büros zu den Innenhöfen – kann der Neubau auf Erschließungsflächen verzichten, indem er den Flur des Altbaus einfach mitnutzt, nachdem Durchbrüche in die Brandwand geschlagen wurden. Der Neubau besteht daher zu fast 100 Prozent aus Hauptnutzfläche. Der Riegel blickt auf einen Vorplatz, der zum Spreeufer liegt und mit einer breiten, sanft ansteigenden Rampe die Besucher in einen Flachbau – ebenfalls neu errichtet – locken soll. Dieser beherbergt die öffentlichen Teile des Presse und Informationsamtes. Ein Sheddach sorgt für Licht in den Foyers. Die Konferenzbereiche sind zu einem Kubus zusammengefasst, der als Haus im Haus konzipiert und einheitlich mit mikroperforierten Stahlblechen verkleidet ist. Die Farben Grau und Blau – politisch noch nicht besetzt – bieten in den Sälen einen neutralen Hintergrund für die Auftritte der Regierung.

Bundespresseamt - Umbauten

Die Bausubstanz des Postscheckamts und der Markthalle wurde erhalten, saniert und teilweise mit Rekonstruktionen ergänzt. Wer das Ensemble heute von der Dorotheenstraße aus betrachtet, erlebt ein spannendes Verwirrspiel: Was auf den ersten Blick alt wirkt, ist in Wirklichkeit eine Rekonstruktion der Markthallenfassade, die ein dringender Wunsch des Bauherrn war. Der siebengeschossige Neubau rechts daneben mit seinem auffälligen roten Anstrich dagegen entpuppt sich als alter Plattenbau, dem die Architekten ein völlig neues Gesicht gaben. Sie ließen ihn dämmen und fugenlos verputzen, entfernten das Mansarddach und vergrößerten das im Norden schon vorhandene oberste Geschoss auf die gesamte Gebäudefläche. Den Fensteröffnungen gaben sie umlaufende schlanke Stahlzargen, die messerscharfe Öffnungen tief in die Putzfläche schneiden.

Zwischen die rekonstruierte Markthallen- und die neu gestaltete Plattenbaufassade schiebt sich die schlanke Stirnwand des neu errichteten Riegels, der somit auch auf die Dorotheenstraße schaut. Auf diese Weise entsteht trotz einer einheitlichen Nutzung der Gebäude durch den gleichen Bauherrn dennoch das abwechslungsreiche Bild der kleinteilig parzellierten Stadt.



Baukonstruktion

Fassade

Der Riegel, der die Einzelgebäude miteinander verknüpft, erhielt eine nach Osten orientierte Ganzglasfassade, die das Gesicht des Ensembles maßgebend prägt. Sie besteht aus zwei Schichten und passt sich ständig den klimatischen Bedingungen an. Im Zusammenspiel mit den Bewegungen der Mitarbeiter, die vor allem abends bei eingeschalteter Innenbeleuchtung sichtbar werden, ergibt sich auf diese Weise ein abwechslungsreiches Bild. Die innere Schicht der Fassade bildet den Raumabschluss. Um die Behaglichkeit zu steigern, ist die Pfosten-Riegel Konstruktion als beheizte Fassade ausgeführt, wobei es sich anbot, die Stahlprofile zu nutzen. Die äußere Schicht besteht aus beweglichen Glaslamellen, die mit einem schwarzen Punktraster bedruckt sind. Sie reflektieren das direkte Sonnenlicht, lenken aber das diffuse Zenitlicht ins Innere des Gebäudes, so dass sich je nach Jahres- oder Tageszeit das Kunstlicht herunterdimmen und einiges an Energie sparen lässt, die für die Beleuchtung nötig ist, und gleichzeitig weniger gekühlt werden muss. Zusätzlich dienen sie als Wetterschutz, wenn die Fenster der inneren Fassade nachts für die natürliche Kühlung geöffnet bleiben. Die Lamellen setzen sich jeweils aus zwei Glasscheiben mit dazwischenliegender Bedruckung und Folie zusammen. Ein computergesteuerter elektrischer Antrieb bringt sie immer in die ideale Position. Ein begehbarer verzinkter Gitterrost, der in jedem Geschoss zwischen den beiden Fassadenschichten angeordnet ist, dient Reinigungs- und Wartungszwecken.

Technischer Ausbau

Heizung

Die Wärmeversorgung des Gebäudes übernimmt ein Fernwärmeanschluss. In den normalen Bereichen sind Plattenheizkörper eingesetzt, die Sonderbereiche wie etwa das Pressezentrum, sind klimatisiert, wobei Wärmerückgewinnungsanlagen den Energiebedarf senken. In den Räumen des neu errichteten Büroriegels stehen Oberflurkonvektoren vor der Doppelfassade, um eine individuelle Einstellung je nach Bedarf des Nutzers zu ermöglichen.

Beleuchtung

Um den Energiebedarf für die Beleuchtung zu senken, der einen bedeutenden Anteil am Gesamtenergiebedarf bei Verwaltungsbauten ausmacht, tüftelten die Planer ein aufwändiges Konzept aus. Die Glaslamellen der Doppelfassade lenken blendfreies Tageslicht in die Räume, während sie direktes Sonnenlicht aussperren. Kunstlicht wird nur in Abhängigkeit des Angebots an natürlichem Licht zugeschaltet. Der Nutzer kann die abgependelten Direkt-/Indirektleuchten, eine Spezialanfertigung für das Bundespresseamt, einmal aktivieren, danach übernimmt eine zentrale Steuerung das Kommando. Ein Sensor, der in die Pendelleuchten integriert ist, dimmt diese tageslichtabhängig herunter oder herauf. Ein ebenfalls integrierter Bewegungsmelder regelt die Beleuchtung je nach Anwesenheit der Mitarbeiter. Auf diese Weise lassen sich 15 Prozent der Energie einsparen, die für die Beleuchtung nötig ist. Wer mit dem Lichtangebot nicht zufrieden ist, kann bei Bedarf mit einem Infrarot-Handsender individuelle Korrekturen vornehmen.


Interview

mit Tobias Amme, Niederlassungsleiter KSP Berlin


Wie versucht das Gebäude, einen angemessenen Rahmen für die
Begegnung zwischen Bundesregierung und Presse zu schaffen?
Ein haushoher Riegel durchquert den gesamten Häuserblock als bindendes Glied des Ensembles. Dieses architektonische Rückgrat dient als Aushängeschild des Bundespresseamtes, das sich in Form und Material deutlich vom älteren Baubestand unterscheidet: Vor der schachbrettartig gegliederten Fensterfront liegt eine mit schwarzen Rasterpunkten bedruckte Lamellenwand als zweite Fassadenschicht. Sie dient als Klimahülle zur natürlichen Belüftung und Belichtung der Bürobereiche, in geschlossenem Zustand wirkt die dunkle Glasfläche allerdings wie eine riesige Leinwand, bereit für die Projektion der neuesten Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Die Medienfassade bleibt aber dunkel und verdeutlicht damit indirekt die Aufgabe des Bundespresseamtes: Statt auf Berieselung zu warten, sind die Bürger aufgefordert, selbst nachzuschauen und sich über die Geschehnisse im Regierungsviertel zu informieren.

Demonstrativ wurde hierzu das würfelförmige Presse- und Besucherzentrum wie ein großes Schubfach aus dem Haus herausgezogen und liegt weithin sichtbar vor einer großen Lamellenfassade. Auf diese Weise konnte der öffentliche Bereich offen, großzügig und einladend gestaltet werden. Die Anforderungen der Behörde wurden so mit einer unaufdringlichen Bildhaftigkeit der Architektur verbunden.

Welche technischen Bedingungen waren dabei zu erfüllen?
Das Presse- und Besucherzentrum war insgesamt fernsehgerecht auszugestalten mit hohen Anforderungen an die Nachhallzeit, fernsehgerechte Beleuchtung, die farbliche Gestaltung der Wände ("Fernsehblau") sowie die Körnung der Texturen ("Flimmereffekt").

Wie entstand das innovative Klimakonzept für die Büroräume?
Vor die unansehnliche Brandwand des Bestandes, setzten wir einen haushohen sieben Meter tiefen Riegel. Dieser tangiert und verbindet nun die Flügel der historischen Substanz, minimiert damit die Verkehrswege und dient  als bauliche und ästhetische Klammer des gesamten Komplexes. Zusätzlich zum Thema „Medienfassade“ ließ sich klimatisch ein Nutzen aus dem langgestreckten Körper mit Glasfassade ziehen. Eine innere, individuell bedienbare Schicht bildet den Raum- und Klimaabschluss, während eine äußere Schicht die direkte Sonneneinstrahlung reflektiert, das Tageslicht ins Innere der Räume lenkt und nachts den für die (natürliche) Kühlung notwendigen Wetterschutz bietet. Integrativer Bestandteil des Konzeptes ist die nächtliche Auskühlung der Räume, die zur Reduktion der Kühllasten beiträgt und in Kombination mit einer stillen Kühlung eine energieintensive Klimatisierung überflüssig werden lässt. Das Klimakonzept wurde in enger Zusammenarbeit des Architekten mit den beratenden Ingenieuren für die technische Gebäudeausrüstung sowie insbesondere unter Mitwirkung des Energiebeauftragten der Bundesregierung entwickelt.

War es schwierig, das unkonventionelle Klimakonzept mit einem öffentlichen Bauherrn zu verwirklichen?
Im Gegenteil: Die Umsetzung des Energiekonzeptes wurde durch den Bauherrn maßgeblich unterstützt und gefördert.

Nach der allgemeinen Doppelfassadeneuphorie der letzten Jahre häufen sich inzwischen kritische Stimmen, weil die raumklimatische Wirklichkeit sich oft nicht an die Werte halten will, die während der Planung simuliert wurden. Wie sehen beim Bundespresseamt die Erfahrungen nach den ersten Betriebsjahren aus?
Die raumklimatischen Bedingungen werden als sehr angenehm empfunden, die Erfahrungen des Betriebs sind hier sehr positiv. Bei der Steuerung des Tageslichteinfalls durch die vorgehängten Glaslamellen treten hingegen teilweise Unstimmigkeiten zwischen übergeordneter Steuerung und individueller Bedienung auf.


Kühlung/Lüftung

Für den neu errichteten Verwaltungsriegel entwickelten die Planer ein Energiekonzept, bei dem Altbau und Neubau intelligent zusammenspielen. Die Herausforderung war, mit den Zwängen umzugehen, die sich aus dem Ensemble der zu integrierenden Altbauten und aus der städtebaulichen Situation ergaben, etwa mit der Ausrichtung der Büros nach Osten (Blendung und unerwünschte solare Gewinne durch die flachstehende Sonne). Weil das Gebäude nicht unter Idealbedingungen auf der grünen Wiese gebaut werden konnte, wo man durch die Orientierung der Räume nach den günstigsten Himmelsrichtungen den späteren Energiebedarf des Gebäudes relativ leicht steuern kann, war Erfindungsreichtum gefragt.

Im Gegensatz zu den Doppelfassaden anderer zeitgenössischer Gebäude, die thermische Gewinne erzielen sollen, dient die zweischichtige Fassade am Neubau des Bundespresseamts allein der Lichtlenkung und Belüftung. Denn in modernen, gut gedämmten Bürobauten fressen Kühlung und Beleuchtung den Löwenanteil an Energie, weil durch Computer so hohe interne Wärmelasten anfallen, dass kaum noch geheizt werden muss.

Um auf eine konventionelle Klimaanlage verzichten zu können, musste eine effektive nächtliche Auskühlung sichergestellt sein, welche die Doppelfassade gewährleisten soll. Die Fenster der inneren Schicht können die ganze Nacht geöffnet bleiben, weil die Lamellen der äußeren Schicht vor Regen schützen. Kühle Außenluft kann ins Gebäude eindringen, massive Bauteile können die Temperatur speichern. Als besonders geschickt erwies sich die direkte Andockung des Verwaltungsriegels an den Altbau. Dessen massive ehemalige Außenwand, die nach dem Umbau zur Flurwand der neuen Büros wurde, bietet besonders viel Speichermasse.

Außerdem erhielten die neuen Büros durch das Andocken eine überdurchschnittliche Raumhöhe, wie sie eben bei Altbauten typisch ist. Dies unterstützt die „stille Kühlung“: Die Raumluft wird von Kühlregistern, die an der Flurwand angebracht sind, abgekühlt, fällt zum Fußboden, quillt zur Außenwand und steigt dort durch die Erwärmung wieder nach oben, so dass ein Kreislauf entsteht, der umso besser funktioniert, je höher ein Raum ist. Weil die Kühlregister in die Wand integriert wurden, konnte die Decke freigehalten werden und lässt sich als Speichermasse heranziehen.

Die Kühlregister werden mit Kaltwasser aus einer solar-thermisch betriebenen Absorptionskältemaschine gespeist, die mit Heißwasser von 75 bis 95 Grad arbeitet. Das Heißwasser wiederum kommt aus Hochleistungsvakuumröhrenkollektoren des Typs Vitosol 200 von Viessmann. Sie sind auf dem Flachdach montiert. Auch bei bedeckten Himmel erzielen sie noch eine so hohe Leistung, dass die Kältemaschine effektiv arbeiten kann. Der Clou bei dieser Technik ist, dass die Kollektoren genau dann die meiste Wärmeenergie erzeugen, wenn die meiste Energie zum Kühlen benötigt wird – im Hochsommer. In der Übergangszeit lässt sich überschüssige Energie an anderer Stelle im Gebäude nutzen und etwa in die Niedertemperaturheizung einspeisen.

Da die Absorptionskältemaschine mit sehr heißem Wasser betrieben wird, sind Vakuumröhrenkollektoren die optimale Wärmequelle. Bei deren Betriebstemperaturen (ca. 90 Grad Celcius) ist der Wirkungsgrad etwa doppelt so hoch wie bei Flachkollektoren. Dies liegt u.a. daran, dass das Vakuum in den Röhren Transmissionswärmeverluste minimiert.

Um den Kühlenergiebedarf des Gebäudes reduzieren zu können, mussten die Planer ein Maßnahmenbündel entwickeln, bei dem alle Bestandteile ineinandergreifen: Durch die Kombination eines wirksamen Sonnenschutzes mit nächtlicher Lüftung und der Beschränkung des Kunstlichteinsatzes auf das Notwendige konnten die Kühllasten so stark gesenkt werden, dass eine klassische energiefressende Klimaanlage zu entbehren war. Und die Energie, die nötig ist, um den stark gesenkten Kühlbedarf zu decken, stammt aus umweltfreundlicher Quelle, von der Sonne.

> Produktinfos Vakuum-Röhrenkollektoren Vitosol