Dezentrale Wohnraumlüftung im Alt- bzw. Bestandsbau

Die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden wird von der Wohnungswirtschaft aufgrund der kontinuierlich steigenden Energiekosten stetig vorangetrieben. Der alte Bestand wird umfassend modernisiert und bietet seinen Bewohnern neuen Komfort: etwa durch neue, energieeffiziente Fenster und Türen sowie Fassadendämmung oder ein neues Heizsystem mit komfortabler Warmwasserversorgung.

Allerdings bringt diese Sanierung mit sich, dass auch ältere Wohnungen so dicht sind, dass kein ausreichender Frischluftaustausch mehr stattfindet. Die Folge ist eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen, die gerade in fassadengedämmten Häusern zu Schimmelbildung führen kann. Gefährdete Stellen sind insbesondere Raumecken, die an Außenwänden liegen und in denen die Feuchtigkeit kondensiert. Eine dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist hier die geeignete Lösung.
 

Die Besonderheit der dezentralen Wohnraumlüftung

Eine dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung sichert nicht nur den notwendigen Mindestluftwechsel. Indem die Wärme in der Abluft zurückgewonnen und auf die kalte, hereinströmende Außenluft übertragen wird, muss weniger Heizenergie aufgewendet werden. Das wiederum senkt die Heizkosten und entlastet die Umwelt. Schließlich wird Energie auf eine sehr effiziente Weise genutzt.

Zu den Besonderheiten der dezentralen Wohnraumlüftung gehört ihr verhältnismäßig einfacher Einbau. Dezentrale Lüftungsgeräte können gezielt in einzelnen Räumen installiert werden. Eine Verlegung des Luftverteilsystems ist nicht erforderlich. Zur einfachen Installation ist lediglich ein Mauerdurchbruch bzw. eine Kernbohrung durch die Außenwand des jeweiligen Zimmers und ein Elektroanschluss notwendig. Für Wohneinheiten lassen sich mehrere Geräte unabhängig voneinander einsetzen. Auch eine Kombination aus zentraler und dezentraler Wohnraumlüftung ist möglich. Welches System für welches Objekt am ehesten infrage kommt, zeigt der Abschnitt die passende Wohnraumlüftung finden.

Ein Wohnzimmer mit Blick auf das Meer kann ebenfalls über eine dezentrale Wohnraumlüftung verfügen

Sehr vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Dezentrale Wohnungslüftungs-Systeme bieten Hausbesitzern und Sanierern sehr vielfältige Einsatzmöglichkeiten, da sie sich einfach in die Außenwand installieren lassen. Sie sind somit ideal, um durch die kontrollierte Luftzufuhr ein behagliches Raumklima herzustellen. Diese Geräte haben einen Wärmerückgewinnungsgrad von bis zu 90 Prozent. Welche Vorzüge die dezentrale Wohnraumlüftung noch hat, erklärt der Abschnitt Vorteile der dezentralen Wohnraumlüftung.

Richtige Beratung und Planung sind sehr wichtig

Im Vergleich zu der zentralen Wohnraumlüftung ist der Planungsaufwand bei einer dezentralen Lüftungsanlage geringer. Für einen effizienten und geräuscharmen Betrieb ist jedoch die Expertise eines Fachbetriebs unerlässlich. Ein erfahrener Installateur erkennt schnell, wie groß die Lüftungsanlage ausgelegt sein muss und wo die optimale Platzierung für die Luftauslässe ist. Er hilft auch bei der Auswahl der passenden Geräteart. Denn je nach räumlicher Situation kommt entweder ein Lüftungsgerät mit eingebautem Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher oder eines mit einem einzigen Ventilator und einem keramischen Wärmespeicher infrage.

Dezentrale Wohnraumlüftungsgeräte mit einem Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher werden als Permanentlüfter bezeichnet. Zwei eingebaute Ventilatoren fördern gleichzeitig Frischluft in den Raum und Abluft aus dem Raum. Die Wärmerückgewinnung findet im Gegenstrom-Wärmetauscher statt.

Die Betriebsweise wird im regelmäßigen Rhythmus umgekehrt

Daneben gibt es Geräte, die lediglich einen Ventilator und einen Wärmespeicher besitzen. Bei diesen Modellen korrespondieren immer zwei Geräte miteinander. Im ersten Schritt saugt der Ventilator die warme Raumluft an und führt sie zum Speicherkern. Nachdem die Raumluft ihre Wärme an den Speicherkern abgegeben hat, wird sie ins Freie geblasen. Gleichzeitig saugt das zweite Lüftungsgerät frische Außenluft an und führt sie zu dem vorher erwärmten Speicherkern. Erst nachdem die Luft die Wärme des Speicherkerns aufgenommen hat, wird sie an den Raum weitergeleitet. Nach circa 70 Sekunden ändern die Ventilatoren ihre Drehrichtung und der Prozess wird umgekehrt. Damit ändert sich auch die Richtung des Luftvolumenstroms. Weitere Informationen zur Funktion des dezentralen Wohnungslüftungs-Systems finden Sie auch im Abschnitt Funktionsweise der dezentralen Wohnraumlüftung.