Die Heizung macht Geräusche – Beispiele, Ursachen und Maßnahmen

Störungen, wie zum Beispiel Luft in der Hydraulik können dazu führen, dass die Heizung Geräusche macht. Ob Gluckern, Rauschen, Pfeifen oder Brummen, die gängigsten Heizungsgeräusche lassen sich recht leicht voneinander unterscheiden. Ein Fachmann erkennt anhand des Geräusches, welches Problem vorliegt oder kann zumindest die möglichen Ursachen eingrenzen. Wir erläutern in unserem Ratgeber, welche Ursachen es gibt und was Sie selbst tun können.


Was Sie bei Heizungsgeräuschen selbst tun können

Auffällige Heizungsgeräusche können darauf hindeuten, dass einzelne Komponenten der Heizungsanlage unzweckmäßig eingestellt sind oder nicht richtig funktionieren. Schlimmstenfalls handelt es sich um einen Schaden, der schnell repariert werden sollte. Innerhalb eines gewissen Rahmens sind Fließgeräusche und Wassergeräusche der Heizung allerdings normal. Schließlich bewegt sich heißes Wasser durch die Leitungen. Von daher ist es wichtig, einzuschätzen, ob überhaupt ein Problem vorliegt. Falls ja, ist die Expertise eines Heizungsbauers unerlässlich. Anlagenbetreiber sollten idealerweise erst einmal bei dem Fachbetrieb nachfragen, der den Einbau der Heizungsanlage durchgeführt hat.


Welche Geräusche macht die Heizung?

Damit Sie unbedenkliche Betriebsgeräusche von kritischen unterscheiden können, haben wir im folgenden Abschnitt die häufigsten Heizungsgeräusche aufgelistet. Die dazugehörigen Ursachen basieren auf Erfahrungswerten. Die Angaben sind ohne Gewähr zu verstehen. Im Zweifelsfall sollten Sie einen Fachmann zurate ziehen, der sich die Geräusche selbst einmal anhört.

Die Heizung gluckert, pfeift, piept oder plätschert

Bei diesen oder ähnlichen Wassergeräuschen befindet sich wahrscheinlich Luft im Heizungssystem. Der Heizkörper sollte entlüftet werden. Das lässt sich ganz einfach selbst erledigen, auch ohne einen Heizungsmonteur. Alles, was Sie dafür benötigen, ist ein Gefäß, um Wasser aufzufangen, einen Lappen oder ein Tuch, sowie einen Entlüftungsschlüssel. Letzteren können Sie im Baumarkt oder einem Fachgeschäft kaufen. Haben Sie alles beisammen, können Sie einfach der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung folgen, um Ihre Heizkörper zu entlüften.

Schritt für Schritt: Die Heizung richtig entlüften

1. Heizungspumpe ausschalten
2. Alle Thermostate aufdrehen
3. Lappen unterlegen oder umwickeln
4. Entlüftungsschlüssel am Entlüftungsventil ansetzen (meist auf der Seite gegenüber dem Thermostat) und Gefäß unterhalten
5. Langsam drehen und Luft entweichen lassen
6. Sobald Wasser austritt, das Entlüftungsventil schließen
7. Heizungspumpe wieder in Betrieb nehmen
8. Sicherstellen, ob der Wasserdruck ausreichend ist: Gegebenenfalls Heizungsfachbetrieb kontaktieren, der unter Beachtung der VDI 2035 die Anlage je nach regionaler Wasserbeschaffenheit nachfüllt


Die Heizung rauscht

Bei auffälligem Heizungsrauschen ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Umwälzpumpe zu hoch eingestellt. Das heißt, es fließt sehr viel Wasser durch das System. Entsprechend lauter ist das Rauschen in den Leitungen. Welche Einstellung passend ist, unterscheidet sich je nach Bedarf der Heizungsanlage. Deshalb sollte hier grundsätzlich immer der Fachmann kontaktiert werden.

Hydraulischer Abgleich kann Strömungsgeräusche minimieren

Sie haben Sanierungsmaßnahmen durchgeführt? Wenn sich dadurch der Wärmebedarf Ihres Hauses verändert hat, führt der Heizungsbauer in aller Regel einen hydraulischen Abgleich durch. Bei einem Heizungsabgleich prüft der Heizungsbauer die gesamte Heizungsanlage hinsichtlich der Wärmeverteilung im Haus. Störende Strömungsgeräusche können dadurch mit beseitigt werden.

Die Heizung klopft oder knackt

Ein Klopfen oder Knacken in den Heizkörpern oder in der Wand wirkt auf viele Menschen im ersten Moment beunruhigend. Tatsächlich ist die Ursache häufig auf die Halterungen der Heißwasserleitungen zurückzuführen. Leitungen dehnen sich durch Heißwasser aus. Haben sie dafür nicht genügend Platz in ihren Wandhalterungen, kann dies unheimliche Geräusche verursachen. In diesem Fall sollte ein Heizungsbauer die Halterungen austauschen und/oder die Wasserleitungen neu isolieren.

Sollten die Leitungen überdies nicht spannungsfrei gelagert sein, kann es zu einem Knacken der Heizung kommen. Die oftmals schwierige Aufgabe, die betreffende Stelle ausfindig zu machen, sollte ein Heizungsbauer übernehmen. Er kennt im Idealfall auch die nachhaltige und effektive Lösung für das “knackige” Problem.

Ist das Überströmventil der Auslöser?

Wenn die Heizung klopft, kann auch ein fehlendes oder unzweckmäßig eingestelltes Überströmventil die Ursache sein. In älteren Anlagen kann es dafür verantwortlich sein, dass der Druck im Heizsystem zu hoch ist. Lassen Sie einen Heizungsbauer kommen. Er wird sich das Ventil, welches über der Umwälzpumpe angebracht ist, näher anschauen und gegebenenfalls neu einstellen.

Die Heizung brummt oder quietscht

Ein brummendes Heizungsgeräusch tritt oft direkt am Heizkörperthermostat auf. In dem Fall arbeitet die Heizungspumpe wahrscheinlich zu hoch und erzeugt nach dem Aufdrehen des Thermostats die brummenden Geräusche. Wenn die Anlage durch einen hydraulischen Abgleich gut eingestellt ist und die Heizung trotzdem brummt, kann das an einer alten Heizungspumpe liegen. Ein Heizungsbauer wird die genaue Ursache ermitteln und veraltete oder verunreinigte Komponenten austauschen oder säubern.


Technische Fehler verursachen Geräusche – und Kosten!

Sind Heizungsgeräusche allein einfach nur störend, können die zugrundeliegenden technischen Fehler reale Kosten verursachen. Eine defekte oder unzweckmäßig eingestellte Heizungsanlage verbraucht mehr Energie als nötig. Das treibt nicht nur die Heizkosten in die Höhe, sondern vergeudet Ressourcen. Deshalb sollten mögliche Ursachen in jedem Fall überprüft und abgestellt werden.


Ein Heizungsbauer arbeitet mit dem Schraubenschlüssel an einem Heizkörper.

Kostspieligen Reparaturen durch Wartung vorbeugen

Noch besser ist es natürlich, Fehlfunktionen von vornherein auszuschließen und es gar nicht erst zu seltsamen Pfeif-, Brumm- oder Knackgeräuschen der Heizungsanlage kommen zu lassen. Dafür bietet es sich an, die Heizung regelmäßig einmal im Jahr warten zu lassen. Eine gründliche Inspektion und Wartung, die der Heizungsbauer jährlich durchführt, beugt Schäden vor. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass alle Parameter zweckmäßig aufeinander abgestimmt sind.


Angaben in der Bedienungsanleitung beachten

Ein unsachgemäßer Betrieb der Heizungsanlage kann mittel- bis langfristig zu Schäden führen. Oft lassen sich simple Bedienfehler durch einen Blick in die Bedienungsanleitung vermeiden. Für Ihre Viessmann Heizung stehen im ViBooks Portal sämtliche Bedienungsanleitungen zu allen Modellen als Download zur Verfügung. Am einfachsten lässt sich die korrekte Anleitung finden, wenn Sie die Herstellnummer oder die genaue Bezeichnung des Modells kennen und in das Suchfeld eingeben.


Wenn die Heizung gar keine Geräusche macht

Sanfte Betriebsgeräusche gehören zu jeder Heizung dazu. Schließlich bewegt sich Wasser durch einen Heizkreislauf. Auch das Einschalten eines Brenners geht nicht vollkommen lautlos vonstatten. Sollte beispielsweise Ihre Gastherme völlig stumm bleiben, kann dies darauf hindeuten, dass die Anlage nicht läuft oder sich nicht in Betrieb nehmen lässt. Dies zeigt sich spätestens daran, dass die Heizung nicht warm wird. In aller Regel meldet das System auch eine entsprechende Störung auf dem Display. In jedem Fall sollten Sie unbedingt einen Heizungsbauer kontaktieren, damit die Heizungsanlage überprüft und repariert werden kann.


Tipps für Mieter beim Auftreten von Heizungsgeräuschen

Für Sie als Mieter sind die meisten Maßnahmen, die gegen Heizungsgeräusche helfen, vermutlich nicht durchführbar. Der Zugang zum Heizkessel ist in den meisten Mietwohnungen nicht gewährleistet. Deshalb wenden Sie sich als Mieter am besten an den Vermieter, sollten die genannten Heizungsgeräusche auftreten. Um die Ursachen zu beheben, ist dieser wiederum auf die Beobachtung, Protokollierung und Dokumentation durch seine Mieter angewiesen. Auch der Zugang zur Wohnung für Handwerker sollte in Absprache mit dem Mieter möglich sein.