Krankenhaus deckt Strombedarf bis zu 40 Prozentaus eigener Doppel-BHKW-Anlage im Container

Ständig steigende Kosten für Energie führten bei der technischen Leitung im Städtischen Krankenhaus Pirmasens zu Überlegungen über kurzfristige Einsparpotenziale. Bislang wurden Wärme und Strom über die Netze der Stadtwerke bezogen.

Städt. Krankenhaus Pirmasens gGmbH

Die Klinik leistet die Grund- und Regelversorgung mit Haupt- und Belegabteilungen für die Südwestpfalz. In den letzten Jahren wurde der Ausbau zu einem wichtigen diagnostischen, therapeutischen und pflegerischen Dienstleistungszentrum vorangetrieben.

Das Krankenhaus verfügt über 413 Betten und beschäftigt rund 900 Mitarbeiter. Neben der Wirtschaftlichkeit des Krankenhausbetriebs spielen vermehrt ökologische Kriterien eine Rolle. Etwa bei der Wahl von Verbrauchsmaterial aus Recyclingstoffen oder der Rückgewinnung von Wärme aus der Raumluft.

Rückseite des Containers mit Steuer- und Regeleinrichtungen (links). Die beiden Vitobloc 200 leisten je 140 kWel und 207 kWth.

Ein Container ist die Lösung

Die vom Planungsbüro FAMIS in Saarbrücken vorgeschlagene Lösung war ein Container mit zwei eingebauten Blockheizkraftwerken. Dafür wird Erdgas benötigt, möglich ist aber auch der Anschluss an eine regenerative Quelle wie eine Biogasanlage. Die Installation des Containers war nach wenigen Stunden erledigt. Per Kran schwebte die Box vom LKW auf das vorbereitete Fundament. Im Innern war die komplette Technik bereits ab Werk fix und fertig montiert und auf einwandfreie Funktion getestet. Lediglich Zu- und Ablufteinrichtungen auf dem Dach des Containers für die BHKWs sowie die Blitzschutzanlage und Zu- bzw. Ableitungen für Gas, Strom und Fernwärme mussten noch angeschlossen werden. Passend zur Fassade des Krankenhauses wurde der Container auf Wunsch des Kunden in einer entsprechenden Farbe lackiert.

Amortisation nach drei Jahren

Durch die für ein BHKW typische Kraft-Wärme-Kopplung wurde die Amortisation der Containeranlage mit drei Jahren berechnet. Die beiden Aggregate produzieren mit 2,1 GWh Leistung rund 40 Prozent des von der Klinik benötigten Stroms.

Die dabei kontinuierlich anfallende Wärme wird an den Rücklauf des Fernwärmenetzes der Stadtwerke Pirmasens abgegeben und bilanziell gutgeschrieben. Wärmemengenzähler weisen die Differenz zwischen Wärmebedarf des Krankenhauses und der eingespeisten Wärme aus.

Frontansicht des BHKW-Containers: Rechts ist genügend Platz zum Durchgang auf die Rückseite.

Zahlen, Daten, Fakten, Argumente

●  2 x Vitobloc 200 EM-140/207 Gesamtleistung: 280 kWel/414 kWth
●  Installation des Containers innerhalb weniger Stunden
●  BHKW-Technik war bereits ab Werk anschlussfertig montiert
●  Kurze Planungszeit und Realisierung

Kurze Planungszeit und Realisierung

Lediglich vier Monate von April bis Juli 2014 betrug die Planungs- und Lieferzeit der Containeranlage. Als praktisch hat sich dafür auch der zur Verfügung stehende Stellplatz auf dem Gelände der benachbarten Stadtwerke erwiesen, über das die Fernwärmeleitung verläuft. FAMIS ist bereits seit 2006 für das Städtische Krankenhaus tätig und auch für die technische Betriebsführung zuständig. Eine 24/7-Hotline und Vollwartungsverträge garantieren einen zuverlässigen Betrieb.

Markus Reuter, Projektleiter FAMIS

Markus Reuter, Projektleiter FAMIS

„Mit dem Städtischen Krankenhaus Pirmasens verbindet uns eine langjährige Zusammenarbeit. Ob beim Einsatz der Viessmann Blockheizkraftwerke, bei Ingenieurdienstleistungen oder Sanierungsmaßnahmen – die Steigerung der Energieeffizienz zum Vorteil des Kunden und der Umwelt steht für uns immer im Fokus. Dafür haben wir mit Viessmann einen wertvollen Partner zur Seite.“