Passivhaus in Kirchheim



Daten und Fakten

Standort: Portugieserweg 1, 67281 Kirchheim
Bauherr: Dominik Kuss
Architekt: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Höll Architekturbüro für Passiv- und Nullenergiehäuser, Bad Dürkheim
Bauzeit: 2010
Wohnfläche: 136 qm

Energiestandart: Passivhaus

Energie-Daten (nach PHPP):
Energiebezugsfläche: 144 qm
Heizwärmebedarf: 15 kWh/(m²a)
Gebäudeheizlast: 12 W/(m²)
Primärenergiebedarf: 105 kWh/(m²a)
Luftdichtheit: n50= 0,4/h
 

Architekten

Stefan Höll Architekt
Architekturbüro für Passiv- und Nullenergiehäuser
Bruchstraße 9a
67098 Bad Dürkheim
Tel 06322-988838
Fax 06322-988839
hoell@hoell-architektur.de
www.hoell-architektur.de

Bürophilosophie
Bereits 2003 hat sich der Architekt Stefan Höll ganz auf energieeffizientes Bauen spezialisiert und seither etliche Passivhäuser geplant und gebaut. Für Festpreisgarantie und Kostensicherheit zu Gunsten der Bauherren sorgt dabei sein Tochterunternehmen „innovativ wohnbau“. Partner auf der Baustelle sind jeweils erfahrene Firmen aus der Region.

Seine Passivhaus-Kompetenz hat Stefan Höll stetig erweitert und eindrücklich nachgewiesen: Seit Sommer 2008 ist er der erste zertifizierte Passivhausplaner in Rheinland-Pfalz. Der Diplom-Ingenieur. ließ sich am renommierten Passivhaus Institut in Darmstadt ausbilden, wo neben passivhausgeeigneten Baukomponenten mittlerweile auch qualifizierte Planer zertifiziert werden. Die Bauherren von Stefan Höll haben so die Sicherheit, dass ihr Planer neben der langjährigen Erfahrung auch die notwendigen theoretischen Fachkenntnisse besitzt.

Fachplaner

Statik
Jürgen Pletscher Ingenieurbüro
Bahnhofstr. 9
67167 Erpolzheim
Tel. 06353-989440
Fax 06353-989441


Entwurfsaufgabe

Eine moderne Architektur und den energetischen Standard eines Passivhauses wünschte sich ein Bauherr für sein Einfamilienhaus im pfälzischen Kirchheim an der Weinstraße. Mit der Umsetzung dieser Aufgabe betraute der Bauherr den Architekten Stefan Höll, der in der Region als zertifizierter Passivhausplaner bereits mehrere ähnliche Projekte verwirklicht hat.

Für das idyllisch gelegene Baugrundstück am Ortsrand von Kirchheim entwickelte der Architekt unter der Auflage ein Satteldach zu realisieren, einen reduzierten Baukörper mit einer modernen Architektursprache. Energetisch wurde der Passivhausstandard mithilfe der massiven Bauweise und hochwärmedämmenden Elementen erreicht, so dass der Heizwärmebedarf nun bei 15 kWh/(m²a) liegt.



Projektbeschreibung

Am Rande der Metropolregion Rhein-Neckar liegt die infrastrukturell gut angebundene Ortsgemeinde Kirchheim an der Weinstraße im pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim. Das knapp 1.800 Einwohner zählende Kirchheim ist landschaftlich reizvoll zwischen den Weinbergen des Weinanbaugebiets Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße gelegen und markiert den nördlichen Beginn der touristischen Region Deutsche Weinstraße. Der Weinanbau ist das vorherrschende Thema in der Gegend und so verwundert es nicht, dass die Straßen im neu erschlossenen Baugebiet Riesling-, Silvaner- und Portugieserweg benannt wurden. In diesem Neubaugebiet im Südosten von Kirchheim entstand auch das Einfamilienhaus mit unverbautem Blick über die umgebende Landschaft.

Mit dem Wunsch nach einer modernen Architektursprache und der Entscheidung für den energetischen Standard eines Passivhauses, wandte sich der Bauherrn an den Architekten Stefan Höll. Als erster zertifizierter Passivhausplaner in Rheinland-Pfalz verfügte der im benachbarten Bad Dürkheim ansässige Architekt über langjährige Erfahrung auf dem Gebiet. So hat der Architekt in den letzten Jahren bisher 20 individuell geplante Passivhäuser in der Region verwirklicht.

Das Passivhaus in Kirchheim verfügt über 136 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Geschossen und ist nicht unterkellert. Der Bebauungsplan sah ein Satteldach vor. Deshalb entwickelte der Architekt einen Baukörper, dessen reduzierte Formen wie vom Bauherr gewünscht eine klare, moderne Architektur widerspiegeln. An der Nordseite grenzt die Garage direkt an das Einfamilienhaus. Über den Hauseingang an der westlichen Giebelseite gelangt man in die Diele, die direkt in den großen Wohn- und Essbereich mit offener Küche übergeht. Innerhalb der Südfassade ist ein zweigeschossiger Flachdacherker mit großzügiger Verglasung integriert. Hier befindet sich der Essplatz der Familie. Die große Verglasung gewährleistet optimale passive solare Wärmegewinne. Außen hebt sich das Volumen von der weißen Fassade mit dunklem Putz deutlich ab. Im Inneren verbindet der Erker über einen Luftraum das Erdgeschoss mit dem Dachgeschoss. Die raumhohe Übereckverglasung der südöstlichen Gebäudeecke im Wohnbereich gibt den Blick über die angrenzenden Felder frei. Die Terrasse im Osten und Süden des Hauses bietet von morgens bis abends einen Platz in der Sonne.

Eine skulptural anmutende Stahl-Holz-Treppe führt vom offenen Wohn-Ess-Kochbereich im Erdgeschoss auf die Galerie im Dachgeschoss. Der offene Luftraum über dem Essbereich verbindet die beiden Geschosse und erlaubt Blickbeziehungen innerhalb des Hauses. Die großen Glasflächen bringen viel Licht ins Haus, zudem wird der Ausblick über die angrenzende Landschaft gerahmt und betont. Im oberen Geschoss gehen von der Galerie neben dem Elternschlafzimmer zwei Kinderzimmer ab. Aus dem großen Badezimmer mit Dusche und separater Badewanne bietet sich ebenfalls ein reizvoller Ausblick auf die umliegenden Weinberge.


Baukonstruktion

Das Passivhaus in Kirchheim an der Weinstraße entwickelte der Architekt Stefan Höll nach der Auflage des Bebauungsplans mit einem Satteldach, aber als klares Volumen und in der Gestaltung angelehnt an die Formensprache der Moderne.

Der Bauherr hatte sich unter anderem an den Architekten Stefan Höll gewandt, da dieser als erster zertifizierter Passivhausplaner in Rheinland-Pfalz über langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Planung und Umsetzung von Passivhäusern verfügt. Um den vom Bauherr gewünschten energetischen Standard eines Passivhaus mit einem Jahresheizwärmebedarf ? 15 kWh/m² zu erreichen, ist eine hervorragende thermische Gebäudehülle notwendig. Die gewählte Konstruktion sollte einen Wärmedurchgangskoeffizienten, den so genannten U-Wert, von < 0,15 W/(m²K) aufweisen.

Das Einfamilienhaus ist nicht unterkellert. Die 25 Zentimeter starke Bodenplatte ist gegen das Erdreich mit einer 12 Zentimeter Schicht XPS gedämmt und zusätzlich mit einer weiteren Wärmedämmung von 12 Zentimeter extrudiertem Polystyrol versehen. Als Untergrund für den Fußbodenbelag wurde ein schwerer Estrich eingebracht. Der Aufbau der Bodenplatte verfügt über einen U-Wert von 0,148 W/(m²K).

Das Passivhaus wurde in Massivbauweise errichtet. Für das einschalige Mauerwerk der Außenwände kamen Kalksandsteine zum Einsatz. Kalksandstein eignet sich aufgrund seiner Eigenschaften gut als Baustoff für Passivhäuser. Als massiver, schwerer Mauerstein mit hoher Rohdichte stehen für den sommerlichen Wärmeschutz hohe Speichermassen zur Verfügung. Für den winterlichen Wärmeschutz sind allerdings ergänzende Wärmedämmschichten notwendig. So übernimmt vor dem 17,5 Zentimeter starken Mauerwerk aus Kalksandstein ein 30 Zentimeter starkes Wärmedämmverbundsystem aus Neopor den Wärme- und Witterungsschutz. Mit diesem Wandaufbau liegt der U-Wert passivhauskonform bei 0,112 W/(m²K).

Um optimale passive solare Wärmegewinne auch über die Fensterelemente mit ihren großflächigen Verglasungen zu erreichen, kamen hochwärmedämmende Passivhaus-Holz-Fiberglasprofile zum Einsatz deren Uw-Wert nur 0,75 W/(m²K) betrug. Ausgestattet mit einer dreifach Wärmeschutzverglasung und Argon als Füllgas liegt der Ug-Wert bei 0,54 W/(m²K) und der g-Wert bei 52 Prozent.


Interview

mit Stefan Höll, Architekturbüro für Passiv- und Nullenergiehäuser, Bad Dürkheim


Was zeichnete diese Bauaufgabe aus?
Eine moderne Architektur trotz Auflage des Bebauungsplans, ein Satteldach zu realisieren.

Mit welchen Wünschen hinsichtlich der Gestaltung sind die Bauherren an Sie herangetreten?
Im günstigen Kostenrahmen eine moderne Architektur als Passivhaus zu verwirklichen.

Das Einfamilienhaus wurde als Passivhaus konzipiert. War dies der Wunsch der Bauherren oder kam die Idee von Ihnen als Planer?
Als Idee kann ich das nicht bezeichnen. Der Bauherr hatte den Wunsch nach einem Passivhaus geäußert, da er wusste, dass ich mich als Architekt darauf spezialisiert habe.

Als erster zertifizierter Passivhausplaner in Rheinland-Pfalz - welchen Stellenwert nehmen ökologische und energieeffiziente Überlegungen innerhalb ihrer Arbeit ein?
Diese Überlegungen sind für meine Arbeiten immanent wichtig. Sie gehören zu meiner stoischen Ethik bei der Entwicklung meiner Arbeiten sowie zu der Heranführung meiner Auftraggeber an dieses Thema.

Welche Entwurfsprinzipien kennzeichnen alle ihre Projekte?
Meine entwurflichen Grundprinzipien unterwerfen sich alle unter der Ausrichtung des Lichtes und dem Verlauf der Sonne, was nicht unbedingt immer für eine Südausrichtung spricht. Hinzu kommen die Parameter der Ausrichtung und Planung der ins Blickfeld zu rückenden Symbole. Als Symbol verstehe ich in dieser Terminologie Blickrichtungen zu Hügel. Bergen, Horizonte, Kulturlandschaften sowie auch anthropologische Symbole wie beispielsweise Kirchtürme. Ich versuche jedem Projekt den Genius loci zu spenden, das bedeutet dass der Ort erst durch das gebaute Objekt im Sinne des philosophischen Ansatzes von Martin Heideggers „Phänomenologie des Wohnes“ entsteht.


Presseschau

Web

www.passivhausprojekte.de

Ausstellung

Teilnahme am Tag des Passivhauses 2011

Energiekonzept

Mit dem Wunsch, sein Einfamilienhaus im Energiestandard eines Passivhauses zu verwirklichen, trat der Bauherr an den Architekten Stefan Höll heran. Als erster zertifizierter Passivhausplaner verfügt der Architekt über das Wissen und die langjährige Erfahrung im Bau von Passivhäusern. Das Zusammenspiel aus einer hochwärmegedämmten Gebäudehülle, einer kontrollierten Be- und Entlüftung mit passiver Wärmerückgewinnung und solaren passiven Wärmegewinnen reduziert den Energiebedarf auf das energetische Niveau eines Passivhauses. Mit einem Heizwärmebedarf von nur 15 kWh/(m²a) erfüllt das Wohnhaus den geforderten Passivhausstandard.

Heizung und Warmwasser

Die Gebäudeheizlast des Passivhauses beträgt nur noch 12 W/(m²). Für die Heizungsunterstützung und zur Warmwassererzeugung fiel die Wahl auf ein Gas-Brennwert-Wandgerät Vitodens 200-W der Firma Viessmann.

Der Wärmeerzeuger verfügt über eine Nennwärmeleistung von 3,2 bis 35 kW. Bei einem Wirkungsgrad von 98 Prozent wird die eingesetzte Energie praktisch verlustfrei und effizient in Wärme umgewandelt. Dabei wird selbst den Abgasen der darin enthaltene Wasserdampf durch Kondensation entzogen und die noch verbleibende Restwärme dem Heizkreislauf zugeführt. Der MatriX-Zylinderbrenner zeichnet sich aufgrund seines Edelstahl-MatriX-Gewebes durch eine hohe Nutzungsdauer aus, da das Gewebe unempfindlich auf hohe Temperaturbelastung reagiert. Dank der integrierten Verbrennungsregelung Lambda Pro Control ist das Gerät bereits für künftige Standards ausgelegt, da es mit unterschiedlichen Gasarten und zugemischtem Bio-Gas befeuert werden kann.

Besonders angenehm ist der leise Betrieb durch eine niedrige Gebläsedrehzahl, da die Aufstellung der Haustechnik in dem nicht unterkellerten Gebäude im großen Hauswirtschaftsraum im Erdgeschoss erfolgte. Die Bedienung erfolgt über die Regelung Vitotronic 200 von Viessmann mit intuitiver Klartext- und Grafikanzeige.

> Produktinfos Gas-Brennwert-Wandgerät Vitodens 200-W