Die Förderung der Wärmepumpe

Entscheiden sich Hausbesitzer für das Heizen mit Umweltwärme, können sie von der attraktiven Förderung der Wärmepumpe profitieren. Denn dank ihrer sauberen Heiztechnik und ihres wirtschaftspolitisch immens großen Potenzials gibt es zahlreiche finanzielle Kaufanreize vom Staat. Die zwei wichtigsten Förderer sind dabei das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
 

BAFA-Förderung der Wärmepumpe

Die Wärmepumpe-Förderung bleibt mit der Überführung in die BEG (Richtlinie der Bundesförderung für effiziente Gebäude, Start: Januar 2021) eine wesentliche Maßnahme der Bundesregierung, mit der sie das Heizen mit erneuerbaren Energien so attraktiv wie möglich gestalten möchte. Bis Jahresende 2020 noch unter dem Oberbegriff “Marktanreizprogramm” geführt, sind unter dem neuem Namen BEG auch weiterhin attraktive staatliche Fördermittel für Wärmepumpen verfügbar. Nur die technischen Mindestanforderungen haben sich verändert.

Konkret haben Anlagenbesitzer Anspruch auf finanzielle Unterstützung, wenn ihre Wärmepumpe zu mindestens 50 Prozent einem der folgenden Zwecken dient:

  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung oder nur Raumheizung
  • Bereitstellung von Prozesswärme und Wärme für Wärmenetze
  • Oder: zur Nachrüstung bivalenter Systeme mit einer Wärmepumpe.

Höhe der Fördersätze bei Wärmepumpen

Die Förderung für Wärmepumpen und Hybridheizungen (EE-Hybride) mit Wärmepumpe beträgt 35 Prozent. Wer seine Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, erhält zusätzlich die Austauschprämie für Ölheizungen in Höhe von zehn Prozent. Es ergibt sich also ein Fördersatz von 45 Prozent. Die BEG-Förderung 2021 eröffnet außerdem die Möglichkeit, einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) einzureichen und zusätzlich fünf Prozent Förderbonus zu erhalten. Insgesamt kann sich dadurch eine Förderquote von 50 Prozent ergeben.

Weitere grundlegende Anforderungen sind der Einbau eines Wärmemengen- und eines Stromzählers, die Anpassung der Heizkurve an das betreffende Gebäude sowie die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs. 

Einzelmaßnahme, Sanierung oder Neubau

Die BEG-Richtlinie fördert den Einsatz einer Wärmepumpe wahlweise mit Zuschüssen oder Krediten. Bei der Antragstellung ist zwischen einer sogenannten Einzelmaßnahme einerseits oder der Wärmepumpe als Komponente in Bestandsgebäuden beziehungsweise Neubauten zu unterscheiden. Anträge auf einen Zuschuss als Einzelmaßnahme laufen unter dem Stichwort “BEG EM” über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, BAFA. Eigentümer, die sich für eine Wärmepumpe als Teilkomponente ihrer Sanierung oder ihres Neubaus interessieren, wenden sich hingegen an die Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW. Dort lassen sich sowohl Zuschüsse als auch Kredite beantragen. Es handelt sich hierbei seit 2021 um eine sogenannte Effizienzhausförderung. Da dies höhere Standards mit sich bringt, sind die technischen Voraussetzungen höher als für Bestandsgebäude.

Technische Voraussetzungen: Raumheizungseffizienz statt Jahresarbeitszahl

Zum Start der neuen Richtlinie zur Bundesförderung (BEG) 2021 sind die technischen Mindestanforderungen für Wärmepumpen angepasst worden. Was dabei zu beachten ist, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

Seit 2021 ausschlaggebend: jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ƞs)

Bei der jahreszeitbedingten Raumheizungseffizienz muss zwischen gasbetriebenen und elektrischen Wärmepumpen unterschieden werden.

Für gasbetriebene Wärmepumpen ist die geforderte Raumheizungseffizienz ƞs immer gleich, unabhängig von der gewählten Energiequelle:

  • ƞs bei 35 Grad Celsius Heizwassertemperatur = 126 Prozent 
  • ƞs bei 55 Grad Celsius Heizwassertemperatur = 111 Prozent

Bei elektrischen Wärmepumpen entspricht die Mindestanforderung an die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz folgenden Werten:

Wärmequelle

ȠS bei 35 °C

ȠS bei 55 °C

Luft

135 % 

120 %

Wasser

150 % 

135 %

Erde

150 %

135 %

Sonstige (Ab- oder Solarwärme)

150 %

135 %

Besondere Anforderungen bei Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdsonden

Wer mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe heizen und dabei BAFA-Fördermittel in Anspruch nehmen möchte, muss Folgendes beachten:  

  • Die ausführende Bohrfirma muss nach den Qualitätsanforderungen der Technischen Regel DVGWW120-2 zertifiziert sein
  • Darüber hinaus müssen Anlagenbesitzer eine verschuldensunabhängige Versicherung zur Abdeckung bohrungsbedingter Sachschäden abschließen
  • Entsprechende Nachweise sind bei der Antragstellung vorzulegen

Für die Verlegung von Erdkollektoren gibt es keine besonderen Anforderungen.

BEG-Förderung für Wärmepumpen kombiniert mit anderen Systemen – Hybridheizung

Wird die Wärmepumpe zusammen mit einem Wärmeerzeuger installiert, der ebenfalls erneuerbare Energien nutzt (z.B. Solarthermieanlage oder Biomasseanlage), fällt sie unter die Kategorie EE-Hybridheizung. Hier beträgt der Fördersatz ebenfalls 35 Prozent beziehungsweise bis zu 50 Prozent. Wichtig ist, dass beide Systeme die entsprechenden technischen Voraussetzungen erfüllen müssen. Sollte die neue Wärmepumpe eine bestehende Gasheizung unterstützen, fällt sie unter die Kategorie Gas-Hybridheizung. Für den Betrieb dieser Hybridlösung gibt es maximal 30 Prozent Zuschuss beziehungsweise bis zu 45 Prozent (inklusive Austauschbonus und fünf Prozent für iSFP). Wichtig ist, dass die Wärmepumpe in dieser Kombination mindestens 25 Prozent der gesamten Heizlast des versorgten Gebäudes übernimmt. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Seite "Förderung der Hybridheizung". 

Antragstellung vor Beginn der Maßnahme

Um Fördermittel zu erhalten, müssen Förderanträge immer vor Beginn der Maßnahme, und zwar ausschließlich über das elektronische Antragsformular, an das BAFA übermittelt werden. Als Vorhabensbeginn gilt seit Anfang 2021 der abgeschlossene Leistungs- oder Liefervertrag mit dem Fachbetrieb.


KfW-Förderung der Wärmepumpe

Voraussichtlich zum 01.07.2021 wird es über die KfW eine Kreditförderung entsprechend der BAFA-Zuschüsse geben. Ab Juli wird hier auch der BEG-Kredit mit Tilgungszuschuss verfügbar sein. Die KfW-Förderung berücksichtigt die Effizienzhaus-Klassen. 

Für Anträge vor 2021 aktuell: Die Jahresarbeitszahl (JAZ)

Ein entscheidendes Anforderungskriterium im Programm “Energieeffizient Sanieren” der KfW war bis Jahresschluss 2020 die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Anlage. Sie ist eine Kennzahl für die Effizienz einer Wärmepumpe. Die JAZ ist eine dimensionslose Kennziffer, die alle innerhalb eines Jahres zu- und abgeführten Energiemengen einer Wärmepumpe miteinander ins Verhältnis setzt. Als Nachweis ist die Berechnung der JAZ nach VDI 4650 Teil 1 im Antragsverfahren notwendig.

Darüber hinaus wird die Effizienz einer Wärmepumpe mit der Leistungszahl, dem Coefficient of Performance (COP), angegeben. Der COP steht für das Verhältnis von eingesetzter Antriebsenergie zu erzeugter Nutzwärme unter genormten Bedingungen. Er stellt allerdings nur eine Momentaufnahme dar.

Alternativen zur Bundesförderung

In einigen Fällen bieten auch einzelne Bundesländer, Stadtwerke und Energieversorger Förderprogramme an, die allerdings finanziell und zeitlich sehr begrenzt sind. Um die bestmögliche Unterstützung zu erhalten, ist es ratsam, einen Fachmann vor Ort zu kontaktieren. Er kennt die laufenden Förderprogramme und sorgt mit dafür, dass die Anträge korrekt und vollständig eingereicht werden.


Förderung

*Hinweis zur Fördermittelabfrage

Die über die Online-Anfrage veröffentlichten Informationen und Angaben sind mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Fehlerfreiheit und Vollständigkeit der Angaben kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein maßgeblich sind die jeweils gültigen Gesetze, Verordnungen und Richtlinien - rechtsverbindliche Angaben erhalten Sie bei den jeweils genannten Institutionen.

Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. Ausnahmen können sich aus gesetzlichen Regelungen ergeben wie z.B. für die Einspeisevergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz und das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz.

Bewilligungen werden im Übrigen ausschließlich im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel von der jeweiligen Bewilligungsstelle erteilt.

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