Die Holzheizung im Neu- und Altbau

Im Prinzip lässt sich jedes Heizsystem in nahezu jedem Gebäude einsetzen, sofern ausreichend Platz vorhanden ist. Effizient ist dieser Schritt aber nicht. Damit der neue Heizkessel nicht nur zuverlässig, sondern auch wirtschaftlich arbeitet, sollte er möglichst exakt zum Objekt passen.

Zwar decken alle Holzheizungen von Viessmann ein großes Leistungsspektrum ab - in der Praxis haben sich jedoch einige Kombinationen als sehr effektiv und wirtschaftlich gezeigt.

Holzheizungen im Altbau

Altbauten sind häufig groß dimensioniert und verfügen nicht selten über Keller- bzw. Heizräume. Dieser Platz lässt sich im Falle eines Umstiegs von Heizöl auf Holzpellets gut als Lagerraum nutzen. Selbstverständlich lässt sich dieser Platz auch für die Lagerung von Holzhackschnitzeln oder Holzscheiten nutzen. Bei Letzterem muss darauf geachtet werden, dass der Raum ausreichend belüftet wird. Andernfalls kann das Scheitholz nicht trocknen und im schlimmsten Fall Schimmel verursachen. Eine Alternative sind verfeuerungsfertige Holzscheite. Diese sind allerdings teurer in der Anschaffung.

Ein saniertes Gebäude steht im Fokus beim Thema Holzheizung im Neu- und Altbau

Die Scheitholzheizung im Altbau

Abgesehen vom vorhandenen Kellerraum, der für die Lagerung der Holzscheite umfunktioniert werden kann, haben Altbauten einen größeren Wärmebedarf als Neubauten. Dieser kann entweder komplett durch einen leistungsstarken Scheitholzkessel gedeckt werden oder in Kombination mit dem vorhandenen Heizsystem.

Ein weiterer Vorteil der Scheitholzheizung im Altbau sind die recht hohen Fördermittel. So bekommen Sanierer mindestens 2.000 Euro, wenn sie eine Scheitholzheizung in Kombination mit einem Pufferspeicher in Betrieb nehmen. Bei der Verwendung eines Partikelabscheiders steigt die Fördersumme auf 3.000 Euro. Ausführliche Informationen zum Thema Förderung finden Sie im Abschnitt Förderung der Holzheizung.

Die Pelletheizung im Altbau

Pelletkessel werden sehr häufig im Altbau zur Modernisierung eingesetzt. Wie bereits angedeutet nutzen Sanierer dabei den vorhandenen Keller- bzw. Heizraum für die Lagerung und den Transport der Pellets. Aufgrund des hohen Energiegehalts benötigen die Pellets verhältnismäßig wenig Platz. Als Faustregel gilt, dass ein Lagerraum mit einem Volumen von circa 13,5 Kubikmetern ausreicht, um den Heizbedarf eines Einfamilienhauses von 15 kW zu decken. Dies entspricht in etwa neun Quadratmeter nutzbarer Fläche. Der Pelletkessel arbeitet, egal ob das Haus durch eine Fußbodenheizung oder Heizkörper beheizt wird, mit allen gängigen Systemen reibungslos zusammen. Der Brennstoff selbst ist im Vergleich zu Erdöl oder Erdgas günstiger.

Holzhackschnitzel- und Kombiheizung im Altbau

Holzheizungen in kleineren Leistungsbereichen, die sowohl Pellets als auch Holzhackschnitzel nutzen können, kommen durchaus im Altbau vor. Die Anschaffung ist im Vergleich zu anderen Holzheizungen verhältnismäßig kostenintensiv, weshalb viele Hausbesitzer lieber zur Pelletheizung greifen. Zudem wird mehr Platz zur Lagerung des Brennstoffs benötigt, da die enthaltene Energie im Vergleich zu Holzpellets geringer ist. Ein wirtschaftlicher Betrieb mit einer Holzhackschnitzel- bzw. Kombiheizung ist in der Regel nur dann möglich, wenn der Brennstoff sehr günstig erworben werden kann. In der Regel setzen Forstbetriebe Holzhackschnitzelkessel ein, um Wärme auf diese Weise sauber und kostengünstig zu erzeugen. Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie auch im Abschnitt Holzhackschnitzelkessel.


Holzheizungen im Neubau

Im Vergleich zu unsanierten Altbauten sind Neubauten sehr luftdicht und gut isoliert. Dadurch haben sie einen deutlich kleineren Wärmebedarf. Die meisten Scheitholzkessel sind für den Einsatz in einem Neubau überdimensioniert. Bei Holzhackschnitzel- bzw. Kombiheizungen spielen die gleichen Faktoren wie bei Altbauten eine Rolle. Auch hier hängt ein wirtschaftlicher Betrieb stark vom Brennstoffpreis ab.

Die Pelletheizung im Neubau

Nicht nur im Altbau, sondern auch im Neubau gehört die Pelletheizung zu den meist verwendeten umweltfreundlichen Heizungsarten. Dank ihrer hohen Modulationsmöglichkeit (ein Pelletkessel mit 12 kW kann bei Bedarf auf eine Leistung von 2 kW heruntergeregelt werden) und dem verhältnismäßig geringen Platzbedarf arbeitet sie im Neubau höchst effizient.

Weitere Gründe für die häufige Nutzung der Pelletheizung im Neubau sind die hohen Fördergelder und die ebenfalls hohen Anforderungen durch die Energieeinsparverordnung (EnEV). Letztere verlangt, dass Neubauten einen Teil ihres Primärenergiebedarfs durch regenerative Energie decken, was mit einer Pelletheizung problemlos möglich ist. Auch für das Erreichen eines KfW-Standards setzen viele Hausbesitzer auf den Einsatz eines Pelletkessels. Das wiederum ist mit höheren Fördergeldern verbunden.