SkyTower in Bukarest



Daten und Fakten

Standort: Bukarest
Projektentwickler: Raiffeisen evolution project development GmbH, Wien
Bauherr/Eigentümer: Raiffeisen Property International GmbH, Wien

Architekt: Hoffmann-Janz ZT GmbH, Wien

Bauzeit:
2008-2013
Fertigstellung: 2013

Energiestandard: Niedrigenergie
LEED-Zertifikat: Gold

Weitere Daten:
Höhe: 137 m
Nutzfläche: 50.400 m²
Geschosse: 37
Tiefgeschosse: 5
www.skytower.ro
 

Architekten

Hoffmann-Janz Architekten ZT GmbH
Friedensgasse 2/12
1020 Wien
Tel.: 0043 - 1 - 72020020
Fax: 0043 - 1 - 720200220
janz@e-hoffmann.at
www.hoffmann-janz.com

Geschäftsleitung:
Prof. Dipl.-Ing. Ernst Hoffmann
DI Franz Janz

Fachplaner

Statik:
Fröhlich & Locher Ziviltechniker Ges.m.b.H.
Schottenfeldgasse 78
1070 Wien
Tel.: 0043 - 1 - 52672700
Fax: 0043 - 1 - 526727031
office@flw.at
www.flw.at

Prüfstatik:
Schimetta Consult Ziviltechniker Ges.m.b.H.
Landwiedstraße 23
4020 Linz
Tel.: 0043 - 732 - 6722820
Fax: 0043 - 732 - 67228222
office@schimetta.at
www.schimetta.at

Örtliche Bauaufsicht:
Raiffeisen evolution project development GmbH
Ernst-Melchior-Gasse 22
1020 Wien
Tel.: 0043 - 1 - 717060
Fax: 0043 - 1 - 71706410
office@raiffeisenevolution.com
www.raiffeisenevolution.com

Technische Bauüberwachung
Bavaria Aircondition Engineering
Mladost 3/325b/4/16
1712 Sofia
Tel.: 00359 - 2 - 4167422
Fax: 00359 - 2 - 4174103
office@b-a-e.bg
www.b-a-e.bg

Technische Gebäudeausrüstung
ITGA Ingenieurbüro Brunner GmbH
Perfektastraße 55/7
1230 Wien
Tel.: 0043 - 2782 - 85170
Fax: 0043 - 2782 - 8517095
office@itga.at
www.itga.at

Fassade
Alukönigstahl GmbH
Goldschlagstraße 87-89
1150 Wien
Tel.: 0043 - 1 - 981300
Fax: 0043 - 1 - 9813034
office@alukoenigstahl.com
www.alukoenigstahl.com

Generalunternehmen
STRABAG S.R.L. Dir. NT
Calea 13 Septembre 90
050726 Bukarest
Tel.: 0040 - 21 - 4034331
Fax: 0040 - 21 - 4034330
office.ro@strabag.com
www.strabag.ro

Entwurfsaufgabe

Ein modernes Hochhaus zu entwerfen, bedeutet heutzutage vor allem auch, ökologische Aspekte von Beginn an bei der Planung zu berücksichtigen. Daher galt es bereits beim Entwurf durch das Wiener Architekturbüro Hoffmann-Janz Architekten ZT GmbH, die Maßgaben der LEED-Zertifizierung zu beachten.

137 Meter ragt der SkyTower nun seit seiner Fertigstellung 2013 in den Himmel von Bukarest. Der Büroturm ist repräsentativer Sitz vieler Firmen wie der Raiffeisen Bank Romania. Als höchstes Gebäude Rumäniens bereichert der SkyTower nicht nur als weithin sichtbares Wahrzeichen die Stadtsilhouette von Bukarest, sondern setzt durch das verliehene Pre-LEED-Zertifikat in Gold auch ein Zeichen für nachhaltiges Bauen.



Projektbeschreibung

Die Hauptstadt Bukarest als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum liegt im Südosten Rumäniens. Mit fast zwei Millionen Einwohnern ist Bukarest die mit Abstand größte Stadt des Landes. Seit dem Sturz des Ceausescu-Regimes im Jahre 1989 und mit dem Beitritt Rumäniens 2004 zur NATO und drei Jahre später zur Europäischen Union wächst die Wirtschaft. Fast alle großen rumänischen sowie im Land tätigen Dienstleistungsunternehmen, insbesondere Banken und Firmen des Finanzwesens, haben ihren Sitz in Bukarest.

Nördlich des Stadtzentrums im Bezirk Floreasca erwarb die Raiffeisen evolution project development GmbH (RE) im Jahr 2005 ein circa 40.000 Quadratmeter großes Grundstück. Unter dem Arbeitstitel Floreasca City Centre entwickelte die RE für das Areal drei Projekte in Einem: neben dem Bürohochhaus SkyTower wurden in der Bauzeit von 2008 bis 2013 parallel das Bürogebäude FCC Office sowie mit dem Promenada eines der modernsten Einkaufszentren des Landes errichtet. Bereits während der Bauphase verkaufte die RE den SkyTower und das FCC Office an den heutigen Bauherren und Eigentümer, die in Wien ansässige Raiffeisen Property International GmbH.

Mit dem SkyTower entstand nach Plänen des Wiener Architekturbüros Hoffmann-Janz Architekten ZT GmbH in fünfjähriger Bauzeit das mit 137 Metern höchste Gebäude in Rumänien. Als neues Wahrzeichen innerhalb der Stadtsilhouette ist das Hochhaus weithin sichtbar. Der SkyTower ist fast doppelt so hoch wie das berühmte Hotel InterContinental im Stadtzentrum mit nur 77 Metern.

Ein entscheidender Aspekt bei der Planung des SkyTowers war die Erdbebensicherheit des Bürohochhauses, da Bukarest in einem der am meisten von Erdbeben betroffenen Gebiete Europas liegt. Aufgrund der geografischen Lage südlich des östlichen Karpatenbogens und der Vrancea-Zone zwischen der Schwarzmeer-Mikroplatte und der Moesischen Platte ist das seismische Risiko für starke Erdbeben in der Region recht hoch. Seit 1940 erschütterten vier starke Beben, zuletzt im Jahr 1990, die rumänische Hauptstadt und verursachten in Teilen der Stadt erhebliche Schäden. Aus diesem Grund wurde besonderen Wert auf eine erdbebensichere Konstruktion gelegt.

Von Beginn an war es ein wichtiges Ziel für alle am Entwurf des SkyTower beteiligten Planer, ein umweltfreundliches Gebäude zu entwickeln, das im Hinblick auf die Betriebskosten zudem sehr wirtschaftlich sein sollte. Als Richtmaß wurde daher bereits in der Planungsphase eine LEED-Zertifizierung angestrebt und der Entwurf entsprechend den LEEDRichtlinien stetig überprüft und bei Bedarf angepasst. Nach seiner Fertigstellung erhielt der SkyTower das LEED-Zertifikat in Gold.

Das Grundstück wird von zwei Hauptverkehrsstraßen, der westlich verlaufenden Calea Floreasca und der östlich angrenzenden Strada Barbu Vacarescu, eingefasst und ist infrastrukturell optimal angebunden. Bus-, Tram- und Metro-Haltestellen befinden sich in fußläufiger Entfernung und integrieren das Areal in das öffentliche Nahverkehrsnetz der Hauptstadt. Ins Stadtzentrum benötigt man mit der Metro sieben Minuten und per Auto je nach Verkehrlage circa zehn Minuten, der Henri Coanda International Airport kann in 20 Minuten mit dem Auto erreicht werden.

Die Architekten entschieden sich für eine elliptische Grundform, da sie die Ellipse als eine perfekte Kombination von Rechteck und Kreis ansehen. Das Hochhaus ist für eine Büronutzung konzipiert und verfügt insgesamt über 42 Geschosse. Auf fünf Tiefgeschossen stehen 518 Pkw-Stellplätze zur Verfügung. Weitere 21 Stellplätze befinden sich auf dem Außengelände.

Ein zweigeschossiger rechteckiger Vorbau bildet den Eingang des SkyTowers. Im Erdgeschoss befindet sich der Empfangsbereich des Büroturms. Eine großzügig gestaltete Lobby empfängt die Besucher und reguliert zudem über den Rezeptionstresen und die Sicherheitsschleuse den Zutritt zu den Aufzügen der oberen Geschosse. Die Cafeteria mit 380 Quadratmetern erstreckt sich als zweigeschossiges öffentliches Café über Teile des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses.

In den Geschossen zwei bis sieben sowie im benachbarten FCC Office befindet sich das Hauptquartier der Raiffeisen Bank Romania. Die 27 darüberliegenden Büroetagen sind bis einschließlich des 34. Stockwerks an verschiedene Firmen vermietet. Im 36. Stock ist ein Restaurant mit SkyBar vorgesehen, das einen unvergleichlichen Panoramablick über die rumänische Hauptstadt bietet. Das oberste, 37. Stockwerk ist ein reines Technikgeschoss und nicht öffentlich zugänglich.

Die vertikale Erschließung aller Geschosse erfolgt über zwölf Aufzüge. Zur optimalen Auslastung werden die Aufzüge über ein Verkehrsmanagement intelligent gesteuert. Bei fünf Aufzügen handelt es sich um Hochgeschwindigkeitsaufzüge, die eine Geschwindigkeit von sechs Metern pro Sekunde erreichen. Jedes Geschoss des SkyTowers verfügt über eine Fläche von 1.200 Quadratmetern. Auf den Büroetagen stehen den Mietern jeweils zwei Konferenzräume zur Verfügung. Zur Grundausstattung gehören außerdem zwei Sanitärbereiche mit Toilettenanlagen und zwei Teeküchen pro Stockwerk, die bei Bedarf um zwei weitere ergänzt werden können. Bei der Grundrissgestaltung und der Konzeption der Büroetagen profitieren alle Arbeitsplätze vom durch die umlaufende raumhohe Glasfassade einfallenden natürlichen Licht. Das Wärmeschutzglas lässt dabei nur Licht eindringen, nicht aber Wärme und UV-Strahlen.
 


Baukonstruktion

Bauweise

Bukarest liegt in einem der am meisten von Erdbeben betroffenen Gebiete in Europa. Aus diesem Grund sind die rumänischen Auflagen hinsichtlich der Erdbebensicherheit deutlich strenger als in anderen Teilen der Europäischen Union. Die Konstruktion des SkyTowers wurde in mehreren dynamischen Gebäudesimulationen am Computer überprüft, um die Standsicherheit des Büroturms im Falle eines Erdbebens zu gewährleisten.

Im März 2008 begannen die Bauarbeiten am SkyTower mit den Arbeiten am Fundament und der Gründung des Hochhauses. Unter den fünf Tiefgeschossen reicht die Gründung des SkyTowers über 50 Meter in den Untergrund. Eine Tiefe, die in etwa weiteren 16 Tiefgeschossen entspricht. Die Gründungsarbeiten dauerten zwei Jahre und wurden mit der 1,2 Meter starken Fundamentplatte im März 2010 abgeschlossen.

Der SkyTower ist in Stahlbeton-Skelettbauweise mit einer vorgehängten Elementfassade errichtet worden. Entsprechend der elliptischen Grundform sind die Stützen in einem umlaufenden Raster von 6,40 Meter um den aussteifenden Kern in der Gebäudemitte angeordnet. Je nach Belastung betragen die Maße der Stützen 1,15 mal 1,15 bzw. 0,70 mal 0,70 Meter. In der Rohbauphase erstellte das ausführende Bauunternehmen ein Standardgeschoss mit einer Fläche von 1.200 Quadratmetern in nur fünf Tagen.

Insgesamt wurden für den Bau des SkyTowers 12.000 Tonnen Bewehrungsstahl und 55.000 Kubikmeter Beton eingesetzt.

Fassade

Entscheidend für das Erscheinungsbild eines Gebäudes ist neben der Baukörperform die Fassade. Als neues Wahrzeichen der Hauptstadt und zugleich höchstes Gebäude Rumäniens kam der Gestaltung der Fassade eine wichtige Rolle zu.

Innerhalb der vorgehängten Glasfassadenkonstruktion wurden 150 Scheinwerfer, so genannte Wall-Washer, zur nächtlichen Illuminierung der Fassade installiert. Jede dieser Lampen verfügt über mehrere Lichtfarben und ist individuell steuerbar, so dass das Hochhaus in der Nacht in unterschiedlichsten Lichtchoreografien erstrahlen kann.

Die Fassadenfläche beträgt insgesamt 17.250 Quadratmeter. Für die Fassade wurden fünf unterschiedliche Typen von Fassadenmodulen entwickelt. Pro Geschoss wurden jeweils 80 solcher Elemente mit den Maßen von 2,10 mal 3,00 Meter eingebaut. Insgesamt kamen rund 2.100 Fassadenelemente zum Einsatz.

Das Fensterraster innerhalb der Fassade beträgt 1,06 Meter. Die Fassade sollte möglichst transparent wirken und viel Tageslicht für eine natürliche Belichtung der Büroetagen ins Innere lassen. Um eine Überhitzung zu vermeiden, wurde für die Fassadenelemente ein spezielles Sonnenschutzglas verwendet. So beträgt der U-Wert der Verglasung 1,1 bzw.

1,0 W/m²K. Bei einem g-Wert von nur 0,27 und einem hohen Lichttransmissionsgrad gelangen die Lichtstrahlen ins Gebäudeinnere, während die Wärme- und UV-Strahlung abgehalten wird.
 


Interview

mit Andreas Pusch, Produktmanagement Industriekessel bei Viessmann


Welche Anforderungen stellen große Gebäude wie der SkyTower und Industrieanlagen an Heizzentralen?
In großen Heizzentralen und Industrieanlagen sind die sichere Bereitstellung von Heißwasser und Prozesswärme von großer Bedeutung. Je nach Anlagenanforderung sind verschiedene Konzepte mit unterschiedlichen Wärmeerzeugern möglich. Die speziellen Herausforderungen sind: Netze mit weiten Wegen und großem Wasserinhalt, hohe Gebäude und dadurch hohe Drücke im System, gegebenenfalls starke Schwankungen der Abnahme und die erforderliche Versorgungssicherheit. Viessmann bietet hierfür energetisch und wirtschaftlich optimale Lösungen an. Im Falle des SkyTowers steht die Bereitstellung von Heißwasser für das komplette Gebäude im Fokus. Die Sicherstellung erfolgt mit drei Niederdruck-Heißwassererzeugern vom Typ Vitomax 100-LW M148. Die Warmwasserversorgung muss über 37 Etagen mit einer geodätischen Höhe von 137 Metern erfolgen. Die Abnahmeschwankungen werden ebenfalls über die Wärmeerzeuger und das ausgewählte Zubehör abgefangen.

In einem Bürogebäude wie dem SkyTower ist der Wärmebedarf an Werktagen und Wochenenden unterschiedlich hoch. Wie lässt sich eine Großkesselanlage darauf einstellen, um möglichst wirtschaftlich zu arbeiten?
Bei Vitomax-Kesseln vom Typ M148 handelt es sich um Großwasserraumkessel, die aufgrund ihrer spannungsarmen Gestaltung mit großem Wasservolumen unkritisch auf unterschiedliche Wärmeabnahmen reagieren. Neben dem optimalen Kesselverhalten spielt auch die Regelung und Kesselausrüstung eine wesentliche Rolle, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Hier wurde ein Konzept entwickelt, das optimal auf die Anforderungen des SkyTower abgestimmt ist. Die Total-abschaltung einzelner Kessel ist bei Erreichen des unteren Regelbereiches möglich. Im Extremfall bleibt nur noch ein Kessel im Standby, so dass eine schnelle Reaktion bei erneuter Anforderung möglich ist.

Welche Vorteile bietet der Vitomax 100-LW?
Der Kessel bietet die typischen Viessmann Vorteile, wie hohe Effizienzen und eine sehr hohe Produktqualität, die eine hohe Betriebs- und Versorgungssicherheit gewährleistet. Zudem ist der Kessel sehr servicefreundlich. Zudem ist der Kessel sehr servicefreundlich und durch sein Konstruktionsprinzip sehr kompakt, was die Einbringung und den Transport erleichtert. Die thermischen Belastungen des Kessels sind aufgrund seiner spannungsarmen Gestaltung sehr gering, was wiederum die Langlebigkeit erhöht.

Was muss hinsichtlich Montage und Wartung beachtet werden?
Die Kessel sind hydraulisch einfach in Anlagen einzubinden. Zusätzliche Umwälzpumpen sind bei diesem Naturumlaufkessel für die Betriebssicherheit nicht erforderlich. Die Kessel sind sehr montage- und wartungsfreundlich. Die belastbare Abdeckung auf der Oberseite gehört zum Lieferumfang. Sie erleichtert die Montage und Wartung von Ausrüstungskomponenten und schützt zugleich die Wärmedämmung vor einer Beschädigung. Eine große und leicht zu öffnende Revisionstür mit Links- oder Rechtsanschlag erleichtert die Reinigung sämtlicher Rauchrohre sowie des Flammrohres.

Wie lässt sich eine Großkesselanlage mit regenerativen Energienquellen verknüpfen?
Großkessel sind befeuerte Komponenten die einen Brennstoff oder eine Abhitzequelle zur Wärmeerzeugung benötigen. Hier setzt die Verknüpfung der Großkessel mit regenerativen Energiequellen, z. B. mit der Verbrennung von Biogasen oder Bioölen aus nachhaltigem Anbau an. Auch die Nutzung von Solarenergie spielt in Zukunft eine wichtige Rolle. In einem Forschungsprojekt mit Industrial Solar und der DLR wurde die solare Dampferzeugung bei Viessmann vorangetrieben bzw. entwickelt. Großkessel kommen aber sehr häufig in multivalenten Anlagen mit „reinen" regenerativen Wärmeerzeugern, wie Wärmepumpen zum Einsatz. Vitomax tragen somit schon heute zur Energieeinsparung und Umweltschonung bei.
 


Energiekonzept

Für alle beteiligten Planer war es ein wichtiges Ziel, ein grünes, umweltfreundliches Gebäude zu entwickeln, das zudem sehr wirtschaftlich in den Unterhaltskosten sein sollte. Breits in der Entwurfsphase wurden die Planungen stets hinsichtlich einer LEED-Zertifizierung nach der Fertigstellung überprüft und bei Bedarf angepasst. LEED ist als System zur Klassifizierung für ökologisches Bauen im Jahre 1998 vom U.S. Green Building Council entwickelt worden. Die Klassifizierung erfolgt über Punktvergabe für das Erreichen bestimmter Standards für umweltfreundliches, ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen. Je nachdem, wie viele Punkte ein Gebäude erreicht, erhält es ein LEED-Zertifikat von certified, Silber, Gold bis Platin. Nach seiner Fertigstellung erhielt der SkyTower das LEED-Zertifikat in Gold.

Alle energetischen sowie haustechnischen Komponenten sind über ein intelligentes Building Management System (BMS) verknüpft und können auf diese Weise überwacht und reguliert werden.

Sonnenschutz

Die umlaufende Glasfassade bringt viel natürliches Tageslicht zur Belichtung der Arbeitsplätze ins Gebäudeinnere. Je nach Sonnenstand kann es allerdings insbesondere an den Computerarbeitsplätzen zu Blendeffekten kommen. Aus diesem Grund wurde ein manuell zu bedienender innenliegender Sonnenschutz angebracht, der den Lichttransmissionsgrad auf maximal acht Prozent beschränkt.

Lüftung

Das Lüftungssystem wurde mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Für ein optimales Raumklima ist die Anlage zudem mit der Heizung und Kühlung verknüpft. Für einen energiesparenden Betrieb wurden außerdem in den Konferenz-und Besprechungsräumen Bewegungsdetektoren installiert und mit dem System gekoppelt. Die Lüftungsanlage läuft somit nur, wenn die Räumlichkeiten wirklich genutzt werden.

Da es sich beim SkyTower um ein Hochhaus handelt, gelten besondere Vorschriften, um im Notfall eine sichere Evakuierung zu ermöglichen. Dazu zählt auch, dass die Lüftungsanlage in den Fluchtgängen und -treppenhäusern sowie im Schacht des Feuerwehrfahrstuhls für einen stetigen Überdruck sorgt, um diese Bereiche im Brandfall rauchfrei zu halten.

Heizung und Kühlung

Für eine energiesparende und schadstoffarme Bereitstellung von Wärme nutzt der SkyTower ein Heizsystem basierend auf einer Kaskadenanlage mit drei Niederdruck-Heißwassererzeugern des Typs Vitomax 100-LW von Viessmann. Eingebunden in das intelligente BMS-System arbeitet die Heizungsanlage in Abhängigkeit von dem angeforderten Wärmebedarf. Auf diese Weise konnte der Gasverbrauch optimiert werden. Die eingesetzten Vitomax 100-LW verfügen über einen Heizkessel mit Umkehrbrennraum und niedriger Brennraumbelastung, der eine schadstoffarme Verbrennung mit niedrigen Stickoxid-Emissionen erlaubt.

Als Heißwassererzeuger für zulässige Vorlauftemperaturen bis 110 Grad Celsius und für den Betrieb mit angehobener Kesselwassertemperatur überzeugt der Vitomax 100-LW durch einen sparsamen Kesselwirkungsgrad von 91,5 Prozent. Über den Schaltschrank Vitocontrol können alle kesselspezifischen Regel- und Steuerungseinrichtungen reguliert und dem Bedarf angepasst werden.

Die Wärmeverteilung auf den Etagen erfolgt über Niedrigtemperatur-Heizkörper. Insgesamt sorgen im SkyTower 498 solcher Heizkörper für ein konstantes Raumklima von 22 bis maximal 25 Grad Celsius. Über in die abgehängten Balken der Büroetagen integrierte Kühlelemente wird den Räumen gekühlte Zuluft zugeführt.

Autor: Katharina Ricklefs

> Produktinfos Niederdruck-Heißwassererzeuger Vitomax