Loftcube LGS in Neu-Ulm



Daten und Fakten

Momentane Standorte:
Landesgartenschau in Neu-Ulm (living)
Arnulfpark in München (office)
Haus am Waldsee (living and art)
Architekt: and8 Architekten, Hamburg
Konzept/Design: Werner Aisslinger, Berlin
Bauzeit: Erster Prototyp: 2003 in Berlin während des DesignMai, seriennaher Prototyp: August 2004 - Juni 2005, serienreifer Loftcube: seit Juli 2007

Entwicklungs- und Planungszeit:
Erster Prototyp: 2003 in Berlin während des DesignMai
Seriennaher Prototyp: August 2004 - Juni 2005
Serienreifer Loftcube: seit Juli 2007

Weitere Daten:
Maße innen: 6,25 x 6,25 m (LC39) oder 8,75 x 8,75 m (LC55)
Maße außen: 7,20 x 7,20 m oder 9,80 x 7,20 m
BRI: 130 cbm oder 176 cbm
Raumhöhe: 2,50 m
Gesamthöhe über Terrain: 4,80 m
Innenraum über Terrain: 1,50 m

Preise:
LC 39: 99.000,00 Euro
LC 55: 139.000,00 Euro
(jeweils ohne Innenausstattung)
 

Architekten

Konzept/Design/Interieur
Studio Aisslinger
Büro für Design
Heidestraße 46-52
10557 Berlin
Tel. 030-31505400
Fax 030-31505401
studio@aisslinger.de
www.aisslinger.de

Schwerpunkte
Produktdesign: modulare Bürosysteme, Lampen, Sitzmöbel, Liegen, Regalsysteme

Bürophilosophie
Das Büro hat sich dem anspruchsvollen Design verschrieben. Mit neuen Materialien, einem hohen Anspruch an neue Technologien, Modularität und Ästhetik versucht das Studio Aisslinger neue Wege im Objektdesign zu gehen. Heraus kommt eine gelungene Verbindung zwischen Emotion und Technik.

Für ihre Objekte des täglichen Gebrauchs wurde das Studio Aisslinger mit verschiedenen Designpreisen ausgezeichnet. Mehrere Museen, darunter das Metropolitan Museum in New York sowie das Vitra Design Museum in Weil am Rhein, haben einige der Objekte in ihre ständige Sammlung aufgenommen.

Fachplaner

Architektur
A. Aisslinger | A. Bracht
and8 ARCHITEKTEN
Amandastraße 60
20357 Hamburg
Tel. 040-4308811
Fax 040-4308887
office@and8.de
www.and8.de

Produktion/Vertrieb
Loftcube GmbH
CEO C. Friedrich
Maximilianstraße 35a
80539 München
Tel. 089-24218111
Fax 089-24218200
info@loftcube.net
www.loftcube.net

Tragwerksplanung
R. Stupperich + Partner
Herbert-Weichmannstraße 49
22085 Hamburg
Tel. 040-2201515

Haustechnik
Klusmann Planungsges. mbH
Lohkampstr. 146
22523 Hamburg
Tel. 040-57193068



Entwurfsaufgabe

Der Grundgedanke beim Entwurf des Loftcube von Werner Aisslinger war, einen mobilen Einraum zu entwickeln, der sich auf jegliches Flachdach der vielzähligen Nachkriegsbauten stellen lässt. Im dicht bebauten Großstadt-Dschungel soll so Wohnraum entstehen, der verschiedensten Nutzergruppen ein Leben und Arbeiten im Herzen der Stadt ermöglicht. Nach einer Erweiterung der Versorgungsanschlüsse Richtung Dach, der Absicherung des Daches mit einem Geländer und der Genehmigung für das Aufbringen eventuell zusätzlicher Lasten, ist das Dach für eine Inbesitznahme durch die Wohnmaschine vorbereitet. Erst einmal oben angekommen, warten ein Maximum an Sonnenlicht, ein 360 Grad Panorama auf die unter einem liegende Stadtlandschaft und ein Gefühl unendlicher Freiheit. Eine große Dachterrasse gibt es inklusive.

Innerhalb von zwei bis drei Tagen ist die Einraumwohnung aufgebaut. Auf Basis variabler Module wird die Fassade individuell den Bedürfnissen und Wünschen des Nutzers angepasst. Je nach Anwendung kann der zukünftige Bewohner zwischen geschlossenen oder transparenten Elementen, farbigen Glasscheiben, Verschattungselementen, Jalousien im Scheibeninneren und vielem mehr wählen. Aber nicht nur bei der Fassadengestaltung, sondern auch im Innenraum stehen dem Nutzer viele Möglichkeiten offen. Schlagwörter wie Erweiterbarkeit, Beweglichkeit, Veränderung und Umgestaltung sind Leitgedanken beim gesamten Design des Loftcube. Die Ansprüche des modernen Stadtnomaden und Bewohners des Loftcube an ein Maximum an Mobilität, finden sich in vielen kleinen Details des Wohncontainers wieder. Neue Materialien aus Acrylpolymer in kühlem, hochglänzendem Weiß (oder jeder anderen Wunschfarbe), erfüllen modernste Designansprüche.

Aber nicht nur auf Dächern im Herzen der Stadt ist die Mini-Wohneinheit denkbar. Ändern sich die Lebensumstände, der Arbeitgeber oder ist es einfach nur der Wunsch nach Abwechslung - der Loftcube ist nicht an einen Standort gebunden. Das mobile, auf Containermaße begrenzte Leichtgewicht lässt sich einfach per Mobilkran vom Dach heben und mit dem Lastwagen, dem Schiff oder der Bahn an den neuen Bestimmungsort transportieren. Ist der Mobilkran keine Option, kann der Loftcube leicht in seine Einzelteile zerlegt werden. Eine weitere Idee der Entwickler: den Transport des gesamten Loftcubes könnte ein russischer Schwerlast-Hubschrauber leisten. Leider wäre dies mit rund 275.000 Euro für die Flugstunde des Hubschraubers die zwar schnellste, jedoch auch teuerste Art des Umzugs.



Projektbeschreibung

Der wohl proportionierte Loftcube kommt angenehm leichtfüßig daher. Auf nur vier Stützen stehend, scheint der kleine Mini-Wohnwürfel zu schweben. Die weißen glasfaserverstärkten Kunststoff-Clips der Fassade verleihen dem Loftcube ein sehr reines, stylisches Äußeres, das an das Design der 70er Jahre erinnert. Kontraste zu den weißen, hochglänzenden glasfaserverstärkten Kunststoff-Elementen der Fassade bilden die Holzlamellen, die an den Außenseiten der Fenster als Sonnen- und Sichtschutzelemente angebracht sind. Zugang zum 1,50 Meter über dem Boden liegenden Innenraum erhält man über eine angedockte Treppe. Die Gangway ist 1,25 Meter breit und aus pulverbeschichtetem Stahl mit Holzstufen aus Bankirai. Bei einem Einsatz des Loftcube als Dachaufbau, ist ein Zugang von unten in den Loftcube ebenfalls möglich.

Der Innenraum überzeugt durch seinen offenen und großzügigen Raumeindruck. Erreicht wird dies durch konsequente Vermeidung ungenutzter Nebenflächen. Der Innenraum kann frei nach den Wünschen des Nutzers aufgeteilt und eingerichtet werden. Büronutzungen sind genauso denkbar wie die Nutzung als privater Wohnwürfel. Die verschiedenen Bereiche können zum einen durch Möbel, zum anderen durch Wandpaneele abgetrennt werden. Die doppelseitig nutzbaren Kunststoff-Wandpaneele bestehen aus einem Verbundstoff aus natürlichen Mineralien und Acrylpolymer. Sie kommen zur Abtrennung von Küche und Bad zum Einsatz und verbergen die komplette Ver- und Entsorgung der Nassräume. Ein kleines Highlight im Detail: die Wasserhähne sind durch die Paneele hindurch schwenkbar. Mit einem Wasserhahn bedient man somit die Spüle in der Küche, schwenkt man ihn durch das Paneel auf die andere Seite, wird er zum Wasserhahn für das Waschbecken im Bad. Das gleiche gilt für die Duschbrause - schwenkt man sie durch das Paneel, dient sie als „Gießkanne“ für den Pflanzkübel im Wohnraum. Weitere Trennwände werden auch in Glas oder Holz angeboten, grundsätzlich ist aber jeder Stoff einsetzbar.

Die Küche ist in Zusammenarbeit mit namhaften Küchenherstellern geplant und realisiert worden und lässt keine Wünsche offen. Vier verschiedene Größen stehen zur Auswahl. Sogar ein kleiner Weinkühler ist ab der zweiten Größe erhältlich. Dabei sind ein Geschirrspühler, ein Kaffeeautomat, eine Waschmaschine ebenso enthalten wie modernste Kochelemente. Es scheint, ein moderner Großstadtnomade kocht und isst gerne zu Hause - und kann mit dieser Küchenausstattung getrost viele Freunde einladen.

Seit Juli 2007 ist der Loftcube inklusive komplettem Interieurprogramm in Serie gegangen. In der Grundausstattung gibt es den Loftcube ohne Innenausstattung. Der Käufer kann den Loftcube entweder selbst ausbauen oder den Innenausbau mit der Loftcube GmbH planen. Gefertigt wird auf Kundenauftragsbasis, da jeder Loftcube eine individuelle Lösung mit eigener Nummer ist. Die Produktion dauert acht bis zwölf Wochen - in der gleichen Zeit erhält man wahrscheinlich nicht einmal die neuen Möbel.

Den Loftcube kann man in zwei Größen haben: die kleinere Version mit quadratischem Grundriss misst 36 Quadratmeter. Die größere, rechteckige Version 55 Quadratmeter. Verbindet man mehrere Grundmodule über Brücken miteinander, können ganze Wohnlandschaften entstehen. Auf Dächern der Großstadt können sich so ganze Communities zusammenschließen. Hoch über der Stadt, genießen sie die Abgeschiedenheit und den Ausblick von ihrem privaten Rückzugsort - müssen aber auf die Nähe zur Stadt nicht verzichten, denn die liegt ihnen zu Füßen.


Baukonstruktion

Die Außenhaut des Loftcube besteht aus vakuumgeformten, glasfaserverstärkten Kunststoff-Clips in RAL 9010 (weiß). Die Clips werden auf das Stahltragwerk aufgesteckt und mit Schnellverschlüssen befestigt. Boden- und Deckentragwerk sind aus wärme- und schalldämmenden Holzsandwichkassetten. Das Dach schützt eine transparente, teilkristalline und thermoplastische Membran aus Polyvinylidenfluorid.

Der gesamten Planung des Loftcube liegt ein Rastermaß von 1,25 Meter zugrunde. Die Führungsschienen für die festen und beweglichen Paneele im Innenausbau liegen genauso im Rasterabstand von 1,25 Meter wie die gesamte Holzfassadenkonstruktion. Varianten sind bei Terrassentüren um ein 1,5-faches Rastermaß möglich. Durch die strikte Elementierung ist ein schneller Aufbau innerhalb von zwei bis drei Tagen inklusive Innenausbau möglich. Gleichzeitig wurde bei den Größen der Elemente darauf geachtet, dass ein Transport mit Standard-Logistikträgern wie LKWs oder 40 Fuss Overhight Containern möglich ist.

Die eingesetzte Fassade besteht aus einer Holzkonstruktion, in die Glaselemente (Wärmeschutzglas) und geschlossene Paneele eingebaut werden. Zusätzlich können vor die Gläser Holzverschattungselemente (Louvers) gesetzt werden. Sie sind ein typisches Merkmal des Loftcube und wurden vom Studio Aisslinger entwickelt. Die eingesetzte Fassadenlösung sieht neben raumhohen, öffenbaren und festen Fensterflächen auch Glaslamellenfenster vor, die sich zur natürlichen Lüftung besonders gut eignen. In der Regel werden zwei der Lamellenfenster eingesetzt, um eine gute Querlüftung zu garantieren. Weitere Fenster kommen aus ästhetischen Gründen nicht zum Einsatz.

Tragwerk

Der feuerverzinkte Stahlrahmen sowie die Holzwabenmodule der Decken- und Bodenelemente sind mit glasfaserverstärkten Kunststoffelementen verkleidet und an keiner Stelle des Loftcube sichtbar. Das Tragwerk wiegt lediglich zehn Tonnen und steht beim kleinen Modell LC 39 auf vier Stützen. Die Stützenweite beträgt in Querrichtung 3,75 Meter und in Längsrichtung 3,125 Meter. Beim nächstgrößeren Modell LC 55 bleiben die Abstände der vier Stützen gleich, es kommen jedoch zwei weitere Stützen hinzu.

Der Loftcube wird für eine Festinstallation auf 1,30 Meter breite Fundamente gesetzt und verankert. Damit wird die Versiegelung des Bodens auf ein Minimum reduziert. Für den temporären Aufbau ist dies je nach Untergrund nicht immer erforderlich. Der Loftcube steht dann auf schweren Stahlplatten, die mit Steinen oder Rasen abgedeckt werden.

Die Lasten des LC 39 betragen neun bis maximal zweiunddreißig Tonnen netto. Beim nächstgrößeren Modell LC 55 steigt das Gewicht auf elf bis maximal vierzig Tonnen netto.


Interview

mit C. Friedrich von der Loftcube GmbH


Herr Friedrich, Sie produzieren und vertreiben den Loftcube in der eigens dafür gegründeten Loftcube GmbH. Was war der Grund für diese Vermarktungsstrategie?

Nach dem sensationellen Feedback aus dem Markt in 2003 und dem Beschluss, den Loftcube zu industrialisieren und weltweit zu vermarkten, war es eine logische Konsequenz dem Loftcube auch ökonomisch einen adäquaten Rahmen zu geben, um den Zugang für Investoren zu ermöglichen.

Was für Profile stecken hinter den Abnehmern? Wer ist am Kauf eines Loftcube interessiert?
Für den Loftcube interessieren sich private und auch Geschäftskunden. Geschäftskunden primär aus den Bereichen Hotel/Ferienparks/Golfclubs, aber auch Firmen und Projektentwickler. Gewünscht werden in erster Linie Suiten, Büroinstallationen sowie Bar- und neuerdings sogar Wellnesslösungen. Hier sind wir involviert in ein spannendes Projekt in Berlin, das in ein bis zwei Jahren real werden kann.

Bei privaten Kunden verwenden wir das Modell der Sinus Milieus. Hier sind es vor allem die Zielgruppen Modern Performer, Experimentalisten, Etablierte und Intellektuelle. Somit in erster Linie Endkunden, die zukunfts- und gegenwartsorientiert sind. Gewünscht werden hier Wochenendcubes, Floating Homes, Rückzugscubes in den Bergen bis hin zu temporären Häusern für zwei bis drei Jahre. Eine dritte Gruppe ist die Gruppe der Agenturen und Firmenkunden, die den Loftcube für Veranstaltungen mieten.

In welche Teile der Welt haben Sie den Loftcube schon liefern dürfen und welches ist der ungewöhnlichste Platz, an dem einer Ihrer Loftcubes steht oder zum Einsatz kam?
Zum Start haben wir uns auf den deutschsprachigen Raum konzentriert. Der bisher spektakulärste war sicherlich die Installation auf dem Universalhaus an der Spree. Momentan planen wir die Installation auf dem Dach des Hotel Daniel in Graz, Österreich. Hier wird der Loftcube als Hotelsuite zum Einsatz kommen. Unsere letzte Installation in München, ein Büro für den großen französischen Projektentwickler ICADE, war für uns von den Rahmenbedingungen die bisher spannendste, da wir innerhalb von nur acht Wochen, die komplette Planung, Herstellung Installation und Genehmigung realisiert haben, um das Büro zur Einweihungsfeier der Grundsteinlegung für den Bürokomplex im Arnulfpark sicherzustellen. Dies war für alle Beteiligten eine echte Herausforderung.

Weitere Projekte in der Planung: das Designhotel in Sizilien, CAOL ISHKA, die Pinewood Studios UK, wo auch Teile der James Bond Filme gedreht werden. Das wohl entfernteste ist momentan eine Planung in Kapstadt. Die USA beliefern wir momentan noch nicht, da wir hierzu eine lokale Produktion installieren. Die Planungen für den Markteintritt in den USA sind allerdings in vollem Gange, da wir hier ein sehr hohes Marktpotenzial sehen.

Welche Verkaufsziele hat sich die Loftcube GmbH gestellt? Wo werden uns im Jahr 2020 Loftcubes begegnen?
Wir sind bescheiden, da wir uns sehr bewusst sind, dass wir in einer Nische anbieten, die bisher nicht bedient wird und die durch den Loftcube als Vorreiter erst geschaffen wurde. Momentan genießen wir noch einen Marktvorsprung, wir gehen aber davon aus, dass weitere Hersteller auf den Geschmack kommen, um dieses interessante Segment zu bedienen.

Unsere Planungen gehen davon aus, dass der Loftcube bis 2020 weltweit vertrieben wird und wir weitere Kundensegmente erobern. Hierzu arbeiten wir bereits an neuen Ideen. Eine davon ist, den Loftcube noch „grüner” und so autark wie möglich anzubieten. Hierzu gibt es spannende Entwicklungen zum Beispiel in Bezug auf den Einsatz von Bambus. Dies beobachten wir bereits seit der Gründung in 2004 und geben unsere Anregungen weiter und stimmen uns regelmäßig mit dem potenziellen Hersteller ab. Da ein wichtiges Element des Loftcubes die 360 Grad-Aussicht ist, verfolgen wir weiter unser Leitmotiv, Loftcubes an schönen Orten mit spektakulären Aussichten zu installieren, sei es für einen Moment oder auch für länger.


Presseschau

Print:

„best designed modular houses”, Katharina Feuer, Av Edition GmbH, 2005
„New studio design”, Anja Llorella, Daab Köln, 2006
„The New Apartment - Smart Living in Small Spaces”, Montse Borras, Universe, 2007
„Habitat. Rooftop Living”, Dorkmagazine.press, January 31, 2006
„Extensions”, Adam Mornement, Laurence King Publishing, 2007

Web:

www.boulevard.ARD.de
www.hausamwaldsee.de
www.loftcube.net

Technischer Ausbau

Lichtkonzept

Während der Planungsphase des Loftcube werden die zukünftige Ausrichtung und die damit verbundene Fassadengestaltung festgelegt. Das Ziel ist, über den Tag verteilt von möglichst viel Tageslicht im Innenraum zu profitieren. Diese Planung wird mit dem Funktionsschema des Innenraumes abgeglichen.

Die künstliche Belichtung des Innenraumes übernehmen in den Boden eingelassene und mit Acrylglas abgedeckte 18 Watt Up-Lights. Die Lampen befinden sich in der Fassadenebene und sind entweder fix steuerbar oder werden durch eine EIB Steuerung in raumspezifischen Gruppen zusammengefasst. Durch den Einsatz einer Lackspanndecke besteht zudem die Möglichkeit einer Deckenhinterleuchtung. Alternativ können jederzeit klassische Hängelampen angeschlossen oder mobile Leuchten über die Bodentanks eingesteckt werden.

Heizung

Um einen Loftcube aufzustellen, muss das auserwählte Dach mit allen gewünschten Versorgungsanschlüssen (Strom- und Wasserversorgung, Kommunikationseinrichtungen) bis zum Cube vorbereitet werden. Ähnlich dem Abstellen des Wohnmobils auf dem Campingplatz kann der Loftcube dann ganz einfach angedockt werden. Die Zuleitung erfolgt über eine der Stützen unterhalb des Loftcube und wird im Boden des Cube bis zur Verbraucherstelle im Innenraum geführt.

Die gesamte Haustechnik ist im Wohnmodul bereits vorgefertigt. Die Ver- und Entsorgung ist in den Stützen und im Inneren des Cube in den jeweiligen Trennwänden / Paneelen des Bads, der Küche oder im Boden bzw. der Fassade versteckt. Größere Anlagen werden, wenn erforderlich, außerhalb der Loftcubes platziert.

Beim Heizsystem kann der zukünftige Bewohner des Loftcube zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen. Zur Wahl stehen je nach Anforderung eine elektrische Bodenheizung, eine Gasheizung oder eine Klimaanlage als Deckensystem. Auf das Aufstellen herkömmlicher Heizkörper vor den Fensterflächen wird aus funktionalen und ästhetischen Gründen verzichtet. Das Design des Loftcube lebt von der Klarheit des Raumes, weswegen alles versteckt wird, was diese Klarheit stören könnte.

Noch bis Oktober ist auf dem Gelände der Landesgartenschau in Neu-Ulm (Gelände Glacis) der Loftcube der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm als Infopavillon zu sehen. Zur Versorgung des Cubes hat die Firma Viessmann die Luft/Wasser-Wärmepumpe Vitocal 300-A bereitgestellt. Auf einer minimalen Stellfläche von 86,3 x 77,7 Zentimetern steht das Gerät im Außenbereich neben dem Loftcube.

Die Vitocal 300-A Luft/Wasser-Wärmepumpe ist ein neues Gerät von Viessmann und läuft auf der Landesgartenschau zu Testzwecken. Das Gerät nutzt die von der Sonne erwärmte Außenluft und gibt sie an den Heiz- beziehungsweise Warmwasserkreislauf ab. Da bei niedrigen Lufttemperaturen der Wärmebedarf steigt, wird in diesem Fall die Geothermie als zweiter Wärmeerzeuger hinzugeschaltet.

Die Entwickler des Loftcube sind bestrebt die Wohneinheit noch „grüner“ zu machen, um möglichst unabhängig von vorhandenen Versorgungsanschlüssen zu sein. Mit der Wärmepumpe von Viessmann kommt man diesem Ziel ein Stück näher. Andere Tests gehen in Richtung Regenwassernutzung oder den Einsatz einer Dachmembran mit integrierter Photovoltaik.

Autor: Mirjam Marbach

> Produktinfos Luft/Wasser-Wärmepumpen Vitocal