adidas factory outlet




Daten und Fakten

Standort: Olympiaring 1, 91074 Herzogenaurach
Bauherr: adidas-Salomon AG
Architekt: wulf & partner, Freie Architekten BDA, Stuttgart
Bauzeit: Beginn 2003, Fertigstellung 2004
Preise: Anerkennung BDA

Nutzfläche
Hauptnutzfläche:
7.500 qm Hauptgebäude
12.000 qm Parkdecks

Bruttorauminhalt:
50.550 cbm Hauptgebäude
45.500 cbm Parkdecks

Baukosten
13 Mio. € Gesamtkosten
10,5 Mio. € reine Baukosten


Architekten

Wulf & partner, Freie Architekten BDA, Stuttgart
Tobias Wulf, Kai Bierich, Alexander Vohl
Charlottenstraße 29-31
70182 Stuttgart
Tel. 0711-2489170
Fax 0711-24891710
www.wulf-partner.de

Bürophilosophie
Das Ziel unserer Arbeit ist hochrangige Architektur. Wir begreifen diese als singuläre, individuelle Lösung einer Aufgabe. Auf dem Weg dorthin wird es immer wichtiger, die verschiedensten Einflüsse wie städtebaulichen, finanziellen und terminlichen Rahmen sowie die Beiträge der verschiedensten Fachleute zu koordinieren und in den Dienst eines umfassenden Architekturkonzeptes zu stellen. Jedes unserer Gebäude zeigt seine innere Logik, vor allem in seiner Struktur, dann in den Räumen, Formen, Materialien und Farben. Wir wollen uns hierbei nicht an Moden binden, sondern einen Stil verfolgen, der die bleibenden Qualitäten von Architektur beachtet. Das Freiheitliche, Klare, Humanistische, aber auch das Überraschende und Spannende zeigt sich in der Auswahl der architektonischen Mittel ebenso wie in unserer Arbeitsweise. Träume, Illusionen und Utopien sind Antrieb unserer Arbeit - ebenso wie der unbedingte Wille zur Realisierung.


Fachplaner

Fachplaner Tragwerk
Weischede, Herrmann & Partner
Curiestraße 2
70563 Stuttgart

Fachplaner Klima- und Energiekonzept
Transsolar
Curiestraße 2
70563 Stuttgart

Fachplaner HLS
Sowatec
Bahnhofstraße 28
92637 Weiden

Fachplaner Elektro
ProjektELT
Bahnhofstraße 28
92637 Weiden


Entwurfsaufgabe

Herzogenaurach ist der Stammsitz von adidas und die Heimatstadt des Firmengründers Adi Dassler. Diese Wurzeln trugen neben unternehmerischen Aspekten dazu bei, dass die Expansion des Sportartikelherstellers in der mittelfränkischen Stadt stattfand. 1992 räumte die amerikanische Armee ein großes Kasernengelände, die so genannte Herzo Base, die eine 1997 gegründete Grundstücksgesellschaft erwarb. 1999 gewann das Büro Angélil/Graham/Pfenniger/Scholl den städtebaulichen Wettbewerb mit einem Entwurf, der die landschaftlichen Qualitäten des Geländes in den Vordergrund stellt und der nach Überarbeitung 2002 die Grundlage für die nun umgesetzte Nutzung bildete. Die gemischte Nutzung des Geländes verteilt sich auf Wohnbebauung und Gewerbe, sowie öffentliche und Grün-Flächen. Mit einer Gesamtgröße von 37 ha belegt adidas mit der „World of Sports“ 35% der Fläche, zu der das factory outlet, ein konvertierter Kasernenbau als Verwaltungsgebäude, das Mitarbeiterrestaurant „Stripes“ sowie Außen- und Sportanlagen gehören. Das neueste Gebäude auf dem Gelände ist das Adi Dassler Brand Center.

Auch das adidas factory outlet war Ergebnis eines Wettbewerbs, den im Juli 2002 das Stuttgarter Büro wulf & partner für sich entschied. Nach nur neun Monaten Bauzeit wurde der Bau im November 2003 fertiggestellt. Im Vergleich zum bisherigen Unternehmenssitz sollten erhebliche Verbesserungen in den verschiedensten Bereichen umgesetzt werden: Infrastruktur- und Serviceeinrichtungen, Parkplatzsituation, Verkehrs- und Anliefersituation, Integration des Personalverkaufs. Insgesamt sollte erreicht werden, dass die Marke adidas in ihrer Gesamtheit erfasst wird: Ihre Hochwertigkeit sollte ebenso vermittelt werden wie die Anpassung an ein sich wandelndes Konsumentenverhalten und einen geänderten Wettbewerb, der über reinen Fabrikverkauf hinausgeht und den Erlebnischarakter des Besuchs betont.



Projektbeschreibung

Die Lage des Outlets am nördlichen Stadteingang von Herzogenaurach trägt viel zur Präsenz von adidas bei, ebenso verleiht es der Stadt ein repräsentatives Entrée. Durch die Vorgaben von Flächennutzungs- und Bebauungsplan ist die Erschließung übersichtlich und verkehrstechnisch exzellent. Der Besucher hat von der Straße einen guten Blick auf das Gebäude und erfasst die gesamte Anlage, indem er quer durch das Grundstück in die Tiefgarage geleitet wird. Die Parzelle hat die Form eines gerundeten V und wird vom Gebäude vollständig ausgefüllt.

Tiefgarage und Outlet-Gebäude gehen ineinander über und umschließen einen Platz, der forumartig mit flachen Sitzstufen gestaltet ist. Wie im Masterplan von Angélil/Graham/Pfenniger/Scholl als Grundgedanke vorgegeben, verwandelt das Gebäude „die Dynamik, die in den landschaftlichen Elementen verborgen liegt, ... in dynamische Baustrukturen“. Das Parkdeck beschreibt einen raumgreifenden Schwung entlang der Grundstücksgrenzen. Dabei bezieht es das Verkaufsgebäude durch einen umlaufenden Balkon mit ein, der von der Straße über eine Freitreppe erschlossen wird und sich auf die obere Ebene des zentralen Platzes öffnet. Damit vollzieht der Balkon die Bewegung nach, die das bumerangähnlich geformte Verkaufsgebäude beschreibt: Es schraubt sich um seinen Mittelpunkt von eingeschossiger auf zweigeschossige Höhe. Dieses Zentrum fixiert ein Turm, der über das Gebäude herausragt und mit adidas-Logo und Bildprojektionen die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Fassade des Gebäudes besteht aus Profilglas, das tagsüber eine matte, grünblaue Oberfläche zeigt und nachts eindrucksvoll nach außen leuchtet.

Im Innern des Gebäudes setzt sich die Dynamik der Gesamtanlage fort. Deutlich wahrnehmbar während des Durchschreitens ist die langsame Aufweitung von einem auf zwei Geschosse. Der breite Aufgang und die geschwungene Galerie haben ihre Entsprechung draußen auf der anderen Seite der Fassade: als umlaufender Balkon und dessen Erschließungstreppe. Diese Elemente erzeugen den Impuls, das Gebäude in seiner Gänze zu durchwandern – quasi in einer dreidimensionalen Schlaufe. Wie draußen der Balkon, endet die Galerie an der obersten der Sitzstufen, die sich auch von außen nach innen fortgesetzt haben und drinnen als Schauregal für die Produkte dienen.

Mit dem Outlet wollte adidas sowohl den Wünschen der Kunden nach günstigem Vor-Ort-Einkaufen gerecht werden als auch sein Profil als Hersteller hochwertiger Sportbekleidung schärfer herausstellen. Umgesetzt wurden diese beiden Anforderungen durch die Gestaltung des Gebäudes mit industriellen Materialien, die eine exquisite Raumwirkung entwickeln. Sichtbeton, Profilglas und Industrieestrich verleihen den Räumen einen schlichten, rohen Hintergrund, der durch die sorgfältige und detailgenaue Verarbeitung der Materialien aber trotzdem eine fast edle Atmosphäre erzeugt.

Wesentlich für die Raumwirkung sind die großzügigen, fein proportionierten Abmessungen in der Höhe und Tiefe des Raums, die verhältnismäßig weiten Abstände der schlanken, kelchförmigen Stützen und die Lichtsetzung. Gegen diesen Hintergrund wurden hochwertigere Materialien bei den Treppen, den nach innen gezogenen Stufen und der Möblierung gestellt.

Zentrales Thema des Entwurfs ist die Bewegung. Dies spiegelt sich in der Ausstattung der gesamten Anlage wieder. So sind zwischen den Profilglasebenen der äußeren Hülle stellenweise Glaslamellen eingebaut, die so bedruckt sind, dass sich aus einer bestimmten Perspektive das Bild eines Läufers ergibt. Verändert man seine Position, scheint sich der Läufer zu bewegen. Ebenso erzeugen die mit einer Punktrasterfolie beklebten Acrylelemente, die von der Decke hängen bzw. dem Betonkern des Gebäudes vorgeblendet sind, durch ein mit der Bewegung des Betrachters entstehendes Moiré den Eindruck, als würden sie sich ebenfalls bewegen.

Bewegung und Sport sind auch das zentrale Motiv des Leitsystems, das den Besucher durch das gesamte Gebäude führt. Bereits die Zufahrt auf dem Gelände und der Boden eines der zwei Parkdecks sind als Fußballplatz grün beschichtet, mit weißen Markierungen. Auf die Sichtbetonwände aufgemalte Linienrichter weisen den Weg zur Ausfahrt. Die Verbindung zum Gebäude schaffen mehrere Durchgänge zwischen den Sitzstufen, durch die man auf den zentralen Platz heraustritt. Von dort zeigen rote Markierungsstangen die Richtung an. Er wird von in den Boden eingelassenen runden Vitrinen begleitet, in denen Fußbälle verschiedener Epochen ausgestellt sind. Diese Bälle gehören zu einem umfassenden Designkonzept mit dem Titel „Moments“, das besondere Ereignisse in der Geschichte des Sports mittels verschiedener Techniken in Erinnerung ruft. Zu dem Konzept gehören auch die auf den Boden aufschablonierten Schrittfolgen von Fußball- oder Basketballspielen, samt exakter Nachzeichnung siegreicher adidas-Schuhsohlen.

Wichtiger Bestandteil des Konzepts sind außerdem Film- und Tondokumente im Gebäude. Die Filmausschnitte werden auf Bildschirmbändern gezeigt, die den Betonkern des Verkaufsgebäudes umlaufen. Eine Besonderheit sind die aus der Decke wachsenden Röhren aus Acrylglas. Sie enthalten Beamer für die Projektion von Bildern auf den Boden, etwa von Olympischen Spielen, und Lautsprecher für die Wiedergabe z.B. von legendären Fußballübertragungen. Selbstverständlich ist die mediale Ausstattung nicht nur der Vergangenheit gewidmet, sondern zeigt auch aktuelle sportliche Ereignisse. Für die Besucher sind Internetterminals eingerichtet.


Baukonstruktion

Tragwerk

Das Tragwerk des Verkaufsgebäudes besteht aus zweiachsig vorgespannten Stahlbetonflachdecken auf pilzförmigen Stützen. Sie kragen als Balkon über die Fassade aus. Die Kombination aus Pilzform und vorgespannten Decken erlaubt Spannweiten von bis zu 16 m, bei einer Deckenstärke von 35 cm. Die optimale Krümmung der Decken wurde mit Hilfe spezieller Software so festgelegt, dass die Schalung der Decken möglichst wirtschaftlich ausgeführt werden konnte.

Ganz besonders kostengünstig war die Konstruktion der Tiefgarage. Stützen im Raster von 18 m entlang der Fassadenkrümmung und zwischen den Stellplatzreihen tragen eine Deckenkonstruktion aus Ortbetonunterzügen und Pi-Platten-Fertigteilelementen. Durch die effektive Gestaltung und hohe Vorfertigung ergab sich hier eine extrem kurze Bauzeit und somit auch niedrige Kosten für die Gesamtkonstruktion.

Eine Herausforderung stellte im Verkaufsgebäude die Integration der Haustechnik in die Deckenkonstruktion dar: Durch die hohe Vorspannung war die Bewehrung ohnehin schon sehr dicht. In diesem Geflecht mussten zusätzlich die Leitungen für die Betonkernaktivierung und die Sprinkleranlage Platz finden, was eine enge Zusammenarbeit von Architekten und Fachplanern erforderte.

Fassade

Die Fassade des Verkaufsgebäudes besteht aus zwei Ebenen im Abstand von 60 cm. In diesem Zwischenraum liegen die Stützen, die Lamellen-Jalousien für den Sonnenschutz und die Lüftungsöffnungen. Transluzentes Gussglas bildet die innere und die äußere Fassadenhaut. Je zwei der u-fömigen Glaselemente sind ineinander gelegt.

Erstmals konnte hier eine Fassadenhöhe von bis zu 9 m aus Profilglas realisiert werden. Dazu waren die Windlasten auf die Fassade des bumerangförmigen Gebäudes in umfangreichen Computersimulationen ermittelt worden.


Interview

mit Dipl.-Ing. Alexander Vohl, Partner bei wulf & partner, Stuttgart


Am Anfang stand noch gar nicht fest, ob das Outlet eher zweckmäßig gestaltet werden soll oder hochwertig, quasi wie ein Flagship Store. Wie sind Sie damit umgegangen?

Der Bauherr hatte zwei Anliegen: Erstens einen hohen Umsatz erzielen, der durch Outlets zur Zeit gut machbar ist. Zweitens wollte man sich durch den Neubau auch im Bereich Lifestyle positionieren. Das hat am Anfang für Unklarheit gesorgt. Wir haben aber immer gesagt: Es ist möglich, diese Dualität zu vereinen, wenn man das schlau macht. Durch die Verbindung von industriellen Materialien und räumlich hochwertiger Ausgestaltung – z.B. Einsatz von Licht – trägt die Architektur sowohl zur Abgrenzung als auch zur Verbindung dieser beiden Aspekte bei.

Welche Entscheidungen haben das Gebäude geprägt?
Jede Entscheidung vom Städtebau bis zum Ausbau ist durch die Aufgabe begründet: die Kieselform, die spiralförmige Bewegung in und durch das Gebäude oder die Fassade aus Industrieglas. Es ging uns nicht um das Zitieren von Dingen, sondern darum, von der Funktion ausgehend individuelle Lösungen zu entwickeln.

Inwieweit unterstützt das Gebäude die Corporate Identity von adidas oder trägt dazu bei, eine CI erst noch zu prägen?
Bei adidas gibt es wohl ein Style Book, das gibt aber nicht viel für die Corporate Architecture eines solchen Neubaus vor. Wir waren also in unseren Entscheidungen relativ frei von Vorgaben. Manches aus unserem Konzept wäre sicher auch gegenläufig zu den Festlegungen im Style Book gewesen. Beim Outlet ging es darum, ein Lebensgefühl zu transportieren: Dynamik und Sportsgeist – ähnlich wie in der Nike World. Was unseren Bau davon unterscheidet, ist unter anderem die ins Konzept integrierte Medienbespielung. Das Leitsystem z.B. mit dem Linienrichter, den roten Stangen oder die auf den Boden projizierten „Moments“ sind wichtige Bestandteile des Konzeptes, weil es im Sinne der Architektur entwickelt wurde.

Dieses Kommunikationskonzept haben Sie zusammen mit den Designern von L2M3 entwickelt. Was zeichnet die Arbeit mit ihnen aus?
Ihre konzeptionelle Grundhaltung ist unserer sehr ähnlich, wir können fast schon symbiotisch zusammenarbeiten. (lacht) Die intuitiven Prozesse laufen ähnlich, und der rationale Zugang ist auch vergleichbar. So baut einer auf dem Bild des anderen auf. Es ist eine sehr inspirierte Zusammenarbeit, die innovative und überraschende Lösungen hervorbringt.

Macht es Sie zufrieden festzustellen, dass Sie Ihren Auftraggebern ein Gebäude geliefert haben, mit dem die Nutzer etwas anfangen können – z.B. wenn der Dekorateur Ihre architektonischen Vorgaben weiter entwickelt?
Ja und nein. Wenn die Architektur in ihren Kerngedanken erfasst und dann weiterentwickelt wird, freut uns das. Verselbstständigen sich aber autonome Einrichtungsideen, ohne Dialog mit dem Gebäude, ist das weniger schön. Denn dadurch wird beides geschwächt: das Haus und letztlich auch die Präsentation der Waren.

Welches ist Ihre Lieblingsstelle im adidas outlet?
Die Eingangssituation mit ihrem Gegensatz von „Großraum“ und „Dickicht“. Eigentlich ist es ein großer, zweigeschossiger Raum, der durch die Pilzstützen in kleinere Räume unterteilt wird. Die Möbel, z.B. der Tresen, teilen ihn wieder anders. Und dann kommen noch von der Decke diese Projektionsröhren aus Plexiglas – wir haben sie immer Beams genannt – die schaffen wieder ganz andere Räume. Faszinierend finde ich auch den Übergang vom Vorbereich in den Verkaufsraum. Als ich das erste Mal diese 180°-Kehre gemacht habe, war ich überwältigt von dem überraschenden Raumerlebnis. Der gewaltige Raum wird fast unmerklich zweigeschossig und gleichzeitig schiebt sich von hinten die Galerie ins Blickfeld – das ist schon sehr beeindruckend.


Presseschau

Fachzeitschriften

> Icon 5/2004
> Der Architekt 5-6/2004
> Design-Report 6/2004
> db 9/2004
> bba 11/2004

Fachbücher

> wulf & partner: in bewegung/all in motion, Ausstellungskatalog Aedes East, Berlin, 2004
> wulf & partner/L2M3 Kommunikations Design: adidas Factory Outlet, Architektur und Design, avedition 2005

Technischer Ausbau

Lüftung

Die Raumluftkonditionierung des Outlet-Gebäudes erfolgt zum größten Teil mit regenerativen Energien. Lediglich zur Nachheizung der vorgewärmten Raumluft ist ein Gas-Brennwertgerät mit 450 kW Leistung eingebunden. Das Gebäude zeichnet sich in erster Linie durch hohe interne Wärmelasten aus, die aufgrund der künstlichen Beleuchtung entstehen. Wichtig ist in erster Linie eine effektive Kühlung, die durch temperierte Zuluft, Wärmeabsorption in den massiven Betondecken und deren thermische Aktivierbarkeit gewährleistet wird.

Die Energiequellen beschränken sich entsprechend auf Erdkühle bzw. -wärme sowie Wärmerückgewinnung, die durch differenzierte Steuerung den Anforderungen des etwa 40.000 cbm großen Luftvolumens gerecht werden. Durch Begrenzung der Zulufttemperaturen und geringe Strömungsgeschwindigkeiten wird eine optimale Luftqualität erreicht. Zugerscheinungen treten nicht auf.

Das gesamte Gebäude wird über Quelllüftung mit Frischluft versorgt. Die Lüftungsöffnungen befinden sich im Erdgeschoss in Bodenkanälen, in der Galerieebene sind sie elegant in der Brüstung oder zwischen Treppe und Wand verborgen. Zudem wird der 60 cm breite Fassadenzwischenraum dauerhaft belüftet, um aufgeheizte Luft abzuführen bzw. im Winter einen Lufttemperaturabfall an der Fassade zu vermeiden.

Die Luft wird in einem Erdkanal längs des Parkhauses und der Kellerwand vortemperiert. Im Sommer wird die Zuluft über ein Rückkühlwerk nachgekühlt, das über freie Verdunstungskühlung arbeitet. Das Rückkühlwerk ist im zentralen Turm des Outlet-Gebäudes platziert.

An Tagen mit besonders hohen Raumtemperaturen werden dezentrale Umluftkühlgeräte zugeschaltet, die über Kompressionskälte betrieben werden. Damit ist eine sehr exakte Temperaturkontrolle und -steuerung möglich.

Die Abluft wird nicht abgesaugt, sondern kann frei durch den Raum in den stoffbespannten Turm ziehen, wo sie nach draußen gelangt. Der Kaltluftsee über dem Fußboden bewirkt zusammen mit der Warmluft im Raum eine thermische Schichtung, die besonders im Sommer eine maximale Abfuhr von warmer Luft bewirkt. Neben den Abluftöffnungen befinden sich im Kamin Wärmerückgewinnungsgeräte, die im Winter die Abwärme der abgeführten Raumluft nutzen.

Die Sichtbetondecken unterstützen die Kühlung des Gebäudes durch Wärmeabsorption und sind darüber hinaus thermoaktiv ausgeführt. Sie werden über das Rückkühlwerk versorgt. Bei besonders hohen Raumtemperaturen kann der Erdabsorber unter der Bodenplatte des Parkhauses zugeschaltet werden. Aufgrund des hohen Grundwasserstands im Baugebiet bot sich diese Lösung als besonders unaufwändig und effektiv an.

Heizung

Geheizt wird das Gebäude über passive Wärmegewinne aus den hohen internen Wärmelasten und Nacherwärmung der Zuluft. Die Wärme dafür stammt aus der Wärmerückgewinnungsanlage im Abluftkamin des Turms. An besonders kalten Tagen wird ein Gas-Brennwertkessel Viessmann Vitocrossal 300 mit einer Leistung von 450 kW zugeschaltet.

Das Gerät wurde aufgrund seiner niedrigen Abgastemperaturen und seines hohen Wirkungsgrades von 109 % gewählt. Dieser wird durch das Gegenstromprinzip von Heiz- und Kesselwasser sowie intensive Verwirbelung der Luft vor den Heizflächen erreicht. Die Heizflächen bestehen aus hochwertigem Inox-Crossal und sind senkrecht montiert. Das dadurch gleichmäßig abfließende Kondenswasser bewirkt eine permanente Selbstreinigung und damit einen dauerhaft hohen Brennwert. Daraus resultieren wiederum ein geringer Wartungsaufwand und eine hohe Nutzungsdauer, weshalb der HLS-Planer das optimale Preis-Leistungs-Verhältnis als weiteren Grund für die Wahl des Vitocrossal 300 hervorhebt. Der Kessel ist mit dem Viessmann MatriX-Brenner kombiniert, der für besonders wirtschaftlichen und umweltschonenden Brennbetrieb sorgt.

Während das große Volumen des Verkaufsgebäudes ausschließlich über die Lüftung und passive Wärmegewinne geheizt wird, sind in den Büros und Sanitärräumen zusätzlich noch Radiatoren und Flächenheizkörper installiert, so dass eine rasche Erwärmung der kleineren Räume gewährleistet ist.

> Produktinformationen Vitocrossal 300