Nahwärmenetzwerk für Neubaugebiet in Oberhausen

Siedlung „Am Rechenacker“ wird komplett mit Holzpellets beheizt

Auf dem ehemaligen Trainingsgelände des Fußball-Traditionsvereins Rot-Weiß Oberhausen entsteht eine Siedlung von Einfamilienhäusern, mit deren Wärmeversorgungskonzept die Stadt einen für den Neubaubereich außergewöhnlichen Weg geht. Auf insgesamt 10.000 Quadratmetern entstehen „Am Rechenacker“ 82 Einzel- und Doppelhäuser, die von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo) über ein Nahwärmenetz mit Wärme aus der Verbrennung von Holzpellets versorgt werden. Zum Einsatz kommen ein Viessmann Vitoflex 300-UF Kessel sowie vier Pufferspeicher.

Suche nach alternativem Wärmekonzept

Im Auftrag der Stadt als Grundstückseigentümerin wurde die evo mit der Suche nach einem alternativen Wärmekonzept beauftragt. Die Wahl fiel auf die Nahwärmeversorgung mit einer Pellet-Anlage. Vor dem Hintergrund der Anforderungen der Energieeinsparverordnung und des Eneuerbare-Energien-Wärmegesetzes, aber auch im Hinblick auf den Vollkostenvergleich zu anderen Beheizungsalternativen, fiel die Wahl auf das Holzpellet-Konzept.

Nahwärmenetz von einem Kilometer Länge

Um alle im Neubaugebiet errichteten Häuser zuverlässig mit Wärme zu versorgen, wurde ein Pelletkessel mit einer Heizleistung von 720 kW in die Heizzentrale eingebracht. Vier Pufferspeicher mit einem Gesamtvolumen von 20.000 Litern gewährleisten die nötige Sicherheit – beispielsweise wenn der Kessel für eine Wartung ausgeschaltet werden muss. Über ein Nahwärmenetz mit einer Gesamttrassenlänge von etwa einem Kilometer wird das durch den Pelletkessel erhitzte Wasser zu den Übergabestationen in den Häusern transportiert; jede von ihnen hat eine Leistung von 15 kW.

Pellets mit guter Öko-Bilanz

Der wichtigste Grund für die Entscheidung der Verantwortlichen, auf Holzpellets als Brennstoff zu setzen, liegt in der guten Öko-Bilanz dieses Energieträgers – Holzpellets verbrennen CO2-neutral. Darüber hinaus sind Pellets leicht zu handhaben. Die evo rechnet für die Holzpellet-Großanlage in Oberhausen mit einem Jahresnutzungsgrad von mindestens 90 Prozent. Der kalkulierte Bedarf an Pellets liegt bei 180 Tonnen pro Jahr. Die Heizzentrale mit Brennstofflager befindet sich außerhalb des Wohngebiets in einem eigens dafür errichteten Gebäude.

Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Durch den Verzicht auf fossile Brennstoffe werden im Neubaugebiet „Am Rechenacker“ jedes Jahr etwa 140 Tonnen CO2 eingespart. Mit dem Nahwärmenetz hat die evo ein Projekt mit Vorbildcharakter realisiert, das einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Bildzeilen:

Bild 1:

Für die Wärmeversorgung des Neubaugebiets „Am Rechenacker“ geht die Stadt Oberhausen einen außergewöhnlichen Weg.

Bild 2:

Der Pelletkessel hat eine Leistung von 720 kW, die vier Pufferspeicher ein Gesamtvolumen von 20.000 Litern.

Juni 2016